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| [SMT] I - 09 - Das Ende? |
| Geschrieben von: Chronist | |||
| Freitag, 11. November 2011 um 19:04 | |||
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Am nächsten Morgen wachen die Helden erfrischt und ausgeruht auf. Nach einem kargen Frühstück aus den letzten Vorräten des Tempels bricht die Gruppe in Begleitung der Geweihten und der beiden Fischer nach Ranak auf. Und ihr jugendlicher Führer kommt auch mit. Eigentlich - so waren sich die Gefährten sicher - sollte sie der Rückweg wieder durch die Höhle mit der Mumie führen, aber so sehr sie sich auch umschauen, die Höhle ist nicht zu entdecken. Der Rest vom Rückweg verläuft ohne weitere Ereignisse und sie kommen gegen Mittag in Ranak an. Dort werden sie von den Dorfbewohnern freudig empfangen. Da sie sogar noch zwei Überlebende mitbringen ist die Freude noch größer. Spontan wird von Kaur - ihrem Auftraggeber - ein Fest für den Abend anberaumt. Korinus, der örtliche Efferdgeweihte, begrüßt die letzten sechs Brüder des Klosters überschwänglich und gemeinsam ziehen sie sich zurück in die kleine Efferdkapelle, um ihrem Herrn zu danken. Abends beim Fest kommt Kaur dann mit einer schweren Kiste an den Tisch der Helden, bedankt sich noch einmal: "Ihr habt viel für uns getan. Auch natürlich für mich, da Ihr mir meine Verwandten wiedergebracht habt. Darum sollt Ihr, wie wir vereinbart haben, natürlich Eure Belohnung erhalten." Er stellt die Kiste voller Silber- und Kupfermünzen auf den Tisch und geht dann unter einigen Verbeugungen zurück zu seinem Platz. Ein Zeit lang betrachtet Lopko den Inhalt der Truhe, dann winkt er Kaur zu sich her. "Ich kann nur für mich sprechen." beginnt der Seemann. "Gebt meinen Teil des Geldes denen, die es nötiger haben. Vor allem denen, die Väter oder Männer auf der See verloren." Dankbar lassen ihn die Dorfbewohner hoch leben. Sephyra nimmt sich ihren Anteil, insgesamt 100 Silbertaler. "Ich brauche neue Wurfdolche", meint sie. "Ich brauche auch neue Sachen", meint Frumol und greift zu. Schließlich wäre es schade, solchen Reichtum nicht anzunehmen. Tsara wird sich ihren Anteil von 100 Silberstücken nehmen mit der Absicht, einen großen Teil dessen für Arme und Bedürftige unterwegs auszugeben, sowie einen Teil der Tsakirche zukommen zu lassen. Neue Kleidung wäre für sie auch mal wieder drin. Nachdem Asleif seinen Anteil erhalten hat, spendet er davon ein Fünftel Efferd; genauer gesagt dem Kloster zum Wiederaufbau. Ein weiteres Fünftel schenkt er dem Dorf für die Hinterbliebenen der verschollenen Fischer. Die restlichen sechs Dukaten, hauptsächlich Silber, steckt er ein. Die Geweihten und die Dörfler bedanken sich herzlich. "Wir bleiben gern noch 'n bisschen, aber wir woll'n euch auch nich' zur Last fallen", sagt er zu Kaur. "Also vielleicht kannst du uns irgendwann demnächst wieder nach Brabak schippern? Oder noch besser woanders hin, wenn's geht …" "Brabak ist kein Problem", meint Kaur, "ich habe ja nur ein kleines Boot." Und die Wurfdolche kauft sich Sephyra dann auch bei nächster Gelegenheit. In Brabak bekommt Sephyra reichlich Gelegenheit sich mit den entsprechenden Waffen einzudecken. Sephyra hat sich im Laufe des letzten halben Jahres ein wenig weiterentwickelt. Etwas kräftiger ist sie geworden, was zusätzlich zur Übung auch ihre Kampffertigkeiten verbessert. Noch während der Zeit im Kloster macht sie sich mit den dort benutzten Fernkampfwaffen ein wenig vertraut. Wenn sie noch einmal so einem Viech begegnet, will sie mehr Möglichkeiten haben. Alles, was man werfen kann oder auch eine Armbrust. Im Dorf geht sie auch einige Male schwimmen. Fischen will sie lernen, aber da wird es noch lange brauchen, bis sie sich damit ernähren kann. Genauso ist es mit dem Boote fahren. Durch das Bestehen so mancher Gefahr, ist Lopko ein kleines Stückchen mutiger und aufmerksamer geworden. Hinzu kommt, dass er fester an die zwölf Götter glaubt und nicht mehr so schnell von einer schwarzen Katze erschrocken wird. In Brabak nutzt Lopko jede vernünftige Gelegenheit sich in den Waffenkünsten zu verbessern, insbesondere bei den Hiebwaffen und Schwertern legt er sich ins Zeug. Nur das mit den Bogen hat er noch nicht heraus. Nach sieben gerissenen Sehnen, sieht er ein, dass er besser erst noch etwas an seinen Grundkenntnissen arbeiten muss. Von Frumol und Sephyra hat er so manchen Kniff abgeschaut. Nun kann er besser feilschen und lügen. Auch kann er die Menschen schneller und besser einschätzen. Die langen Märsche durch Dere haben geholfen, dass er sich besser orientieren kann. Ob es der Anwesenheit des Magiers geschuldet ist, vermag Lopko nicht zu sagen, aber er kann etwas besser lesen, schreiben und rechnen. Die junge Geweihte hat in der Zeit mit ihren Gefährten eine Menge dazugelernt. Die Erlebnisse haben sie charakterlich gefestigt, wenngleich sie auch manchen Zweifeln unterworfen war. Die Reisen haben sie auch sicherer in ihrer gesamten Körperbeherrschung gemacht. Wasser, Pferde, Leben in der Wildnis. Die dortige Selbstbehauptung hat ihr zwar einiges abverlangt, doch kann sie nun von dieser Erfahrung zehren. Der Kontakt mit den Efferdbrüdern, der ehemalige Zwist der Brabaker Efferdkirche und das Erlebnis mit ihrer Herrin haben ihren Glauben gefestigt und noch enger an den Zwölfgötterglauben gebunden. Sie fühlt sich sicher und geborgen im Schoße ihrer Kirche. <<>>Als sie dann in Brabak angekommen sind, geht allen das Abenteuer noch nicht aus dem Kopf. Frumol ist sich sicher, dass irgendetwas hinter den Risso stecken muss und Tsara erzählt von ihrem Traum. "Und was heißt das jetzt?" fragt Asleif die Geweihte. "Ich nehme an, wir müssen die Risso suchen und mit ihnen Frieden schließen", wiederholt Tsara die Worte ihrer Herrin. "Allerdings werden sie nicht leicht zu finden sein und ich nehme an, es wird einen Grund für ihre Feindseligkeit geben, den wir womöglich erst beseitigen müssen", mutmaßt sie weiter. Frumol schaut Tsara erstaunt an. "Sie sind weg, und Du willst unbedingt hinterher?" Er schüttelt den Kopf, denn er ist froh, dass sie weg sind - obwohl er auch mehr dahinter vermutet, als sie bislang erkennen mögen. Möge Phex seine Schritte leiten. "Auf alle Fälle werden wir wohl übers Meer fahren müssen. Viele kleine Inseln bedeutet vermutlich, dass wir weit raus müssen, dort wo solche Inseln sind. Gibt es solche nicht im Südmeer?" Sephyra fällt die Kinnlade herunter. Asleif nickt. "Das schon, aber da sind so weit ich weiß keine Risso. Die müssen von weiter her sein. Und auch wenn das mit dem Traum wirklich so is' und nich' nur 'n Traum: wo willst du denn 'n Schiff finden, das da hin fährt? Also so'n Verrückter wie der Phileasson würde das vielleicht machen, aber doch keiner von diesen Südländern …" "Eine Nadel im Heuhaufen suchen. Du weißt, doch gar nicht, wo Du anfangen sollst. Und an die günstigen Winde, die uns direkt zu den Risso bringen, glaube ich nicht so recht." erwidert der Streuner, der das Vorhaben für ziemlich aussichtslos hält. "Haben wir nicht erfahren, wie der Wille der Zwölfe geschieht?", erwidert Tsara. "Die Risso zu suchen ohne zu wissen, wo sie sich aufhalten oder woher sie kamen, mag tatsächlich ein hoffnungsloses Unterfangen sein. Und wahrscheinlich würde nur ein Verrückter so wahnsinnig sein, mit seinem Schiff hinaus aufs Meer zu fahren ohne klaren Kurs und nur auf die Winde vertrauend. ABER:", Tsara macht eine kurze Pause, um sich der Aufmerksamkeit ihrer Gefährten zu versichern: "Meine Herrin würde mich nie in die Irre oder ins Verderben führen. Es ist eine Aufgabe, in der abermals das Vertrauen in die Zwölfe gefordert und geprüft wird. Und selbst wenn man an ihnen zu zweifeln beginnt, reichen sie einem die Hand. Ich habe es auf dem Meer während und nach dem Kampf mit dem Kalmar selbst erlebt. Also lasst uns in Brabak doch einmal im Hafen nachfragen. Vielleicht findet sich ja so ein Verrückter", grinst sie herausfordernd. "Manchmal scheint es mir besser, wenn die Götter uns nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Das bringt immer Probleme mit sich. Ich hoffe, Deine Herrin meint es mit uns genauso gut." erwidert er auf den Vortrag. Seiner Meinung nach hatten sie genug mit den Risso zu tun. Ihm kämen jetzt ein paar Tage Würfelspiel und Schalk ganz recht. Vielleicht findet sich ja ein Jahrmarkt in der Nähe, da könnte er sich bestimmt mit Sephyra die Zeit ein wenig vertreiben. Bei diesem Gedanken muss er mit einem Seitenblick auf seine Liebste schmunzeln. Sind sie doch bisher etwas ziellos durch Dere gestolpert, so hätten sie nun zumindest etwas wonach sie suchen können. "Wir werden sie finden!" Lopko versucht Frumol mit Optimismus zu überzeugen die Suche zu beginnen. Der Besuch des Hafens war reine Zeitverschwendung. Alle Kapitäne, bei denen die Gruppe vorgesprochen hat, haben so eine Fahrt abgelehnt. Und Tsaras Glaube und ihr Augenaufschlag waren definitiv nicht ausreichend. Ja, wenn sie die kompletten Kosten für die Mannschaft und das Schiff übernehmen würden oder gar ein Schiff kaufen, dann ja. Aber nicht für eine Bitte. Sichtlich ernüchtert will Tsara gerade den Brabaker Hafen verlassen. 'Alles ängstliches gottloses Volk!', flucht Tsara still. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Andererseits weiß sie, dass die ewig junge Wandelbare es ihr auch nicht SO leicht machen würde. Schiff nehmen, los fahren, Ziel finden - so also nicht. Aber so schnell gibt die Geweihte nicht auf. "Offenbar will niemand auf unsere Bitte hin ohne bestimmtes Ziel aufs Meer hinausfahren. Und das Geld für die Kosten für ein Schiff und seine Mannschaft können wir nicht aufbringen. Aber war das der Wille der Wandelbaren? Wenn das mit den günstigen Winden stimmt, könnten diese doch auch ein Schiff mit einem eigentlich ganz anderen Kurs in die richtige Richtung treiben. Was haltet Ihr davon, wenn wir uns umhören, ob ein Schiff noch Besatzung anheuert. Vielleicht ist das ja der richtige Weg." Lopko ist einverstanden nach einem Schiff zu suchen, das in nächster Zeit ablegen und sie mitnehmen will. Also macht er sich auf zum Hafen und befragt diverse Schiffe die bereits beim Beladen sind. Auch Lopkos Anlauf bleibt erfolglos. Sicher einen erfahrenen Matrosen wollen mehrere Kapitäne mit an Bord nehmen, einen Thorwaler schon nicht mehr so viele, aber die restliche Gruppe ist für die Kapitäne nicht geeignet. Was sollen sie auch mit berühmten Helden wenn sie ein Schiff segeln wollen, wo doch genügend Matrosen im Hafen sind … Enttäuscht muss auch Lopko einsehen, dass er hier und heute nicht weiter kommt. "Bah!" macht Asleif verärgert. "Was glaubst du, warum ich hier schon wochenlang festsaß, bevor wir uns getroffen haben? Wenn ich ein halbwegs brauchbares Schiff finde, das mich mitnimmt, bin ich schneller weg, als du 'Wandelbare' sagen kannst, das wohl! Ganz egal, ob's dann zufällig ins Südmeer fährt oder nich'." "So schlecht ist das Leben hier doch auch nicht." meint Frumol, der ja auch nicht ganz freiwillig hier im Süden ist. Tsara fährt ob des leichten Ausbruchs des Thorwalers ein wenig zusammen. So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Dann überlegt sie kurz und hat den Eindruck, dass besondere Situationen besondere Entscheidungen erfordern. "Gut", erwidert sie anschließend. "Suchen wir also ein 'brauchbares Schiff', das uns alle mitnimmt. Und wenn die Winde und Tsas Schöpferkraft und Efferds Laune es so wollen, wird es das Richtige sein." "Aber nicht heute und nicht in diesem Hafen." Lopko erzählt von der enttäuschenden Suche nach einem geeignetem Schiff. "Vielleicht ist es besser, wenn wir zunächst unsere Reise an Land anfangen lassen. In welche Himmelsrichtung ist das Schiff mit den Risso verschwunden?" "Über Land? Hier is' außen rum nur Sumpf und Dschungel", kommentiert Asleif missmutig. "Über' Meer? Da wirst Du hinterher schwimmen können", lacht Frumol. "Wenn nicht heute, dann morgen?", hält Tsara dagegen. Lasst uns doch noch eine Woche hier bleiben, ein wenig Seeluft schnuppern und dann können wir immer noch über Land weiter reisen", schlägt sie vor. "Das ist doch ein Wort. Bleiben wir erstmal hier." Frumol freut sich und ist in Gedanken schon bei Würfelspiel und Bier, und unerfahrenen Spielern, die er um Bares erleichtern kann. Er nimmt Sephyra in den Arm. "Suchen wir und ein nettes Zimmer", lächelt er. Asleif verzieht das Gesicht. "Bleibt uns wohl nix andres übrig", meint er. Die Zimmer finden die Helden im Seestern. Einer kleinen, sauberen Taverne mit ein paar Gästezimmern in der Nähe des Hafens. Durch die dort häufig einkehrenden Seeleute ist in den nächsten Tagen für genügend Unterhaltung und Informationen gesorgt. Während es durch das erste Frumol gelingt seine Reisekasse kurzzeitig aufzubessern, bringt das zweite nur Enttäuschung: keiner ist bereit auf seine Kappe in die unbekannten Gewässer im Süden aufzubrechen. - Ende des ersten Teils -
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