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[SMT] II - 10 - Einstieg
Geschrieben von: Chronist   
Sonntag, 20. November 2011 um 15:57

Ihr sitzt bei einem Becher Wein am Tisch und diskutiert die Lage. Stille, der Wirt des Seesterns hat euch eine Nachricht zukommen lassen: Ein hoher Beamter vom Königshof wünscht an diesem Nachmittag eine Unterredung mit euch. Nun seid ihr zu recht ein wenig nervös, denn eigentlich sollte der Abgesandte schon hier sein. Ihr fragt euch auch, was man von so hoher Stelle von euch will und durchforscht die jüngere Vergangenheit nach Anhaltspunkten für diese Ehre.

Frumol ist von der Nachricht eher beunruhigt. Hohe Beamten treffen sich nicht in irgendwelchen Gasthäusern, sondern zitiere ihr Gegenüber normalerweise zu sich in ihre Amtsstube. Es sei denn, es ist ein zwielichtiges Treffen … Daher hätte er es vorgezogen nicht zu dem Treffen zu erscheinen, jedenfalls nicht so offensichtlich.

Asleif sieht das eigentlich nicht als Ehre. Da will sie wahrscheinlich jemand in irgendeine südländische Intrige verwickeln. Er überlegt sich, ob er da überhaupt hingehen soll. Andererseits, man kann immer noch alles ablehnen, was der Beamte da auch immer vorschlagen wird.

Der Schankraum ist um diese Zeit nur halb gefüllt. Eine Gruppe Matrosen sitzt am größten Tisch bei einem einfachen Mahl. Die Tische neben dem euren sind ebenfalls besetzt. Zu eurer Linken sitzt der rundliche Händler Begostav der in Brabak offensichtlich lukrativen Geschäften nachgeht mit seinem allgegenwärtigen und stets bewaffneten Begleiter Hônal. Die Beiden wohnen schon länger als ihr in diesem Gasthaus, und bisher habt ihr nicht in Erfahrung bringen können, welcher Art die Geschäfte der beiden sind.

Nach all der untätigen Zeit wäre ein neuer Auftrag nicht schlecht, aber muss es gleich ein Beamter des Königshofs sein.

Jedenfalls keine sauberen, hier in Brabak, denkt sich Asleif.

Hinter euch geht es lautstark zu. Dort sitzen seit einer Stunde drei noch fast halbwüchsige junge Männer. Jede neue Runde Wein wird von Ihnen mit einem Gejohle begrüßt, das ihrer vornehmen Abstammung spottet.

In der Nische rechts von euch hat ein schwarzhaariger Seemann Platz genommen Er trägt einen großen Ring im Ohr und starrt mürrisch in seinen Bierhumpen.

Während ihr in euer Gespräch vertieft seid, betritt ein groß gewachsener Mann in Lederrüstung den Raum. Zwei Bewaffnete der Stadtwache folgen ihm. Am Tisch hinter euch ist es mit einem Mal still. Der Ankömmling spricht kurz mit dem Wirt und kommt dann an euren Tisch, "Im Namen des Königs - ihr seid festgenommen!" sagt er laut. "Leistet keinen Widerstand, das Haus ist umstellt."

Gardisten die im offiziellem Auftrag in eine Gaststätte kommen, verheißen nichts Gutes.

"Ach", macht Asleif. Er bleibt erst einmal sitzen, nimmt aber seinen Stab in die Hand. Er hat eigentlich nicht vor, sich hier in ein Gefängnis werfen zu lassen - wer weiß, wie man da überhaupt wieder raus kommt. "Festgenommen, sagste? Weshalb denn?"

Sein Gegenüber sieht nicht nach Diskussionen aus.

Tsara sitzt ein wenig missmutig in der Taverne und nippt an ihrem Becher. Einerseits geht es nicht weiter, weil sich kein Schiff finden lassen will, das der Herrin Tsa und ihrer Dienerin folgen möchte. Andererseits ist sie neugierig, was der Beamte am Königshof von ihren Gefährten und ihr will. Immerhin ein wenig Abwechslung von der Langeweile und Eintönigkeit, von der Tsara mehr als genug hat.

Als der Mann in Lederrüstung mit den Gardisten den Schankraum betritt, horcht sie auf. Als dieser Mann dann an ihren Tisch tritt, kann sie die Dreistigkeit der Festnahme kaum fassen.

Tsara springt auf, tritt dem Mann in Lederrüstung mit der Würde einer Geweihten der Zwölfe entgegen und erwidert auf seinen Befehl der Festnahme: "Bei den Zwölfen, wer seid Ihr und ob welcher Verbrechen maßt Ihr Euch an uns im Namen Eures Königs festnehmen zu dürfen? Als Dienerin Tsas verkünde ich, dass weder meine Gefährten noch ich uns irgend eines Vergehens schuldig gemacht haben!"

Lopko ist froh, dass die Geweihte als Erste mit den Gardisten spricht.

"Das wohl!" bekräftigt Asleif.

Sephyra verdreht die Augen und schaut zu Frumol. "Erstmal mitgehen", raunt sie ihm zu.

Dem kann der Streuner nur beipflichten. Sie werden hier keine weiteren Informationen bekommen, und sie werden sicher kein zweites Mal höflich gebeten, sollten sie der Aufforderung nicht nachkommen.

Sephyra erkennt an Frumols Körpersprache sein Einverständnis und erhebt sich freundlich lächelnd.

Gespannt erwartet die junge Geweihte die Antwort des Fremden.

"Ihr als Dienerin der Zwölf solltet wissen, das Praios der oberste Herr ist, in seinem Namen rufen wir Euch zur Vernunft!"

Asleif schnaubt ungläubig, wartet aber erstmal ab, was Tsara dazu sagt.

"Meine Gefährten und ich haben vor und seit Eurem Eintreten nichts unvernünftiges getan. Und im Namen des Herrn Praios erinnere ich Euch daran, dass die göttliche Ordnung vorsieht, dass Diener der Zwölfe nicht der weltlichen sondern der kirchlichen Gerichtsbarkeit unterstehen.

Sagt mir, welcher Vergehen wegen man uns festnimmt und ich für meinen Teil werde mit Euch kommen - um die völlig haltlosen Vorwürfe zu entkräften - und das würde ich sogar mit einem Eidsegen tun - der Herr Praios sei mein Zeuge und Richter!", erwidert Tsara.

"Wir sind weder befugt, noch in der Lage es Euch zu sagen, wir sind nur die, die Befehle ausführen!"

"Ach so", macht Asleif abfällig. Er steht auf, streckt sich gemächlich und blickt auf den Mann herab. "Aber wer bist du überhaupt? Hast du 'n Namen, den man kennt, und 'n Rang oder so? Ich mein', woher wissen wir, dass ihr nich' 'n paar schurkische Sklavenschinder seid, die sich Uniformen geklaut haben?" Er wartet kurz, dann klopft er ihm freundlich auf die Schulter. "Nichts für ungut, aber da musste noch 'n bisschen üben, glaub' ich."

Tsara seufzt ob dieser Antwort. "Dann hoffe ich für Euch, dass Ihr den Namen des Herrn Praios nicht missbraucht habt und wir bei Eurem Vorgesetzten Antworten finden." Erhobenen Hauptes und die beiden Gardisten ignorierend geht Tsara in Richtung der Eingangstür.

'Der ganze Aufwand das Haus zu umstellen, und dann weiß keiner warum. Er weiß hoffentlich wenigstens, von wem er seine Befehle entgegen nimmt.', wundert sich Frumol, lässt sich seine Gedanken jedoch nicht anmerken. Ebenso unauffällig schaut er sich um, ob es Hinweise darauf gibt, dass draußen tatsächlich noch weitere Soldaten warten.

"Leute, lasst uns mitgehen, das Missverständnis wird sich schon aufklären." schlägt Sephyra vor.

Insgesamt wundert sich Lopko über das Verhalten der Gardisten. Außerdem hat er ein ungutes Gefühl bei der Sache. Was ist, wenn sie trotz Tsara inhaftiert werden? Oder nur sie und Tsara nicht?

Der Gardist beugt sich zu den Helden, ab und sengt die Stimme. "Das hier ist alles eine Farce, damit niemand weiß, worum es geht, folgt einfach."

Sephyra nickt, so hat sie das erwartet.

Auch für Frumol kommt diese Aussage nicht ganz unerwartet. Er wirft noch einen schnellen, vermeintlich hilfesuchenden Blick in die Tavernenrunde um festzustellen, ob jemand der Anwesenden besonderes Interesse an den Vorgängen zeigt.

Lopko ist noch immer nicht überzeugt, dass das gut ausgeht, ihm bleibt aber keine andere Wahl und so folgt er den Gardisten.

"Na dann woll'n wir mal!" sagt Asleif mit normaler Lautstärke. "Wird sich schon rasch rausstellen, dass wir unschuldig sind, bei Swafnir!" Er nickt dem Mann zu, dass er vorausgehen soll.

Einer der Gardisten geht vor Richtung Tür, der andere macht den Weg frei.

Und so verlassen alle gemeinsam die Taverne.

Das Haus ist wirklich umstellt, aber keiner der Gardisten macht Anstalten die Helden zu entwaffnen, aber sie kreisen sie ein.

Da hat der Gardist vielleicht tatsächlich die Wahrheit gesagt, denkt sich Asleif. Fünf Leute 'verhaften', aber ihnen die Waffen lassen, das ist schon komisch.

Wenn sie abgeführt werdet, verlassen Begostav und Hônal, gefolgt von dem Seemann mit dem Ohrring, das Gasthaus. Der Händler schlägt mit seinem Begleiter schon bald eine andere Richtung ein, aber der Seemann folgt der Gruppe in einigem Abstand.

Frumol merkt sich dies und achtet auf den Weg, den sie nehmen. Sie scheinen in eine größere Sache hineingezogen zu werden, da sie tatsächlich durch ein großes Aufgebot an Garde geschützt werden.

Sephyra entspannt sich.

"Da will wohl noch einer festgenommen werden", scherzt der Thorwaler.

"Wie? Wo?" Lopko hat überhaupt nicht aufgepasst, ob ihnen jemand folgt.

"Der Matrose aus der Kneipe kommt hinterher", erläutert Asleif.

"Sollen wir die Gardisten nicht fragen, ob sie ihn auch festnehmen, wenn das Ganze hier schon entsprechend vorbereitet wurde?", fragt Tsara die anderen.

Auch nachdem Lopko auf den Verfolger aufmerksam gemacht wurde, sieht er ihn nicht.

Frumol fühlt sich in den Gassen der Stadt zu Hause. Auch nachts lassen ihn seine ausgeprägten Streuner-Sinne nicht im Stich, so dass er keine Mühe hat, den Verfolger auszumachen.

"Wir werden verfolgt", stellt er leise fest und überlegt, ob er hinter der nächsten Biegung aus dem Tross ausscheren sollte um dem Verfolger auf den Zahn zu fühlen.

So weit, wie der Streuner durch die Welt gekommen ist, erkennt er in dem Ohrring des Matrosen al'anfanische Arbeit.

Das wird er sich merken.

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Die Wachen bringen euch auf Schleichwegen in den Palast Mizirions III., wo ihr von einem älteren Mann in blauem Umhang freundlich empfangen und in ein Audienzzimmer geführt werdet. Er stellt sich als Ebenezon, Berater des Königs, vor und entschuldigt sich für das Verhalten der königlichen Leibwache.

"Wir mussten so handeln", erklärt er, "um unsere Absichten zu verbergen. Hier wimmelt es von Spionen, seit Al'Anfa gemeinsame Sache mit Charypso macht, um dem König zu schaden. Und wir durften nicht riskieren, dass man Euch in Zusammenhang mit dem Palast bringt. Daher die Verkleidung der Leibwache und ihr forsches Auftreten …

Nun zum Grund Eures Hierseins. Ich spreche im Auftrag König Mizirions III. und möchte Euch einen Vorschlag unterbreiten. Um es kurz zu machen, es handelt sich um einen Auftrag von großer Tragweite für Brabak. Unsere Vormacht als wichtigste Seehandelsstadt im Süden ist gefährdet. Unser alter Gegner Al'Anfa hat mit der Hafenstadt Charypso einen wichtigen Bundesgenossen gewonnen und weitet seinen Einflussbereich nun auch auf das Meer aus. Al'Anfa hat mehr Schiffe auf den Gewässern zwischen Altoum und Maraskan als wir, und auch der Handel mit den Inseln östlich von Altoum gestaltet sich immer schwieriger. Piraten treiben an der Südküste ihr Unwesen, und zu allem Überfluss tauchten dort auch noch diese Fischmenschen auf, aber die kennt Ihr ja besser als ich.

Diese Fischmenschen sind unser Hauptproblem. Wir wissen praktisch nichts über sie. Wir glauben zwar nicht, dass sie mit Al'Anfa in Verbindung stehen aber ganz sicher sind wir nicht. Schon mehrere Male tauchten die Risso an der Südküste auf, der Tempel der Efferdgeweihten bei Ranak war kein Einzelfall. Bei einer dieser Gelegenheiten fiel uns eine seltsame Karte in die Hände, offenbar eine Seekarte der Risso' die uns unbekannte Inseln zeigt, die aller Wahrscheinlichkeit nach im Südmeer liegen."

"Im Südmeer?", entfährt es Tsara. Meint es das Schicksal mit Tsara doch so gut, dass sie mit einem Schiff ins Südmeer segeln können? Und sollten sie nicht den Risso folgen und mit ihnen reden? Waren die Risso nicht ursprünglich friedvoll? Tsara fängt sich unerwartet und hört zunächst weiter zu.

'Ist ja interessant', denkt sich Asleif. Den Al'Anfanern eins auszuwischen, dafür ist er eigentlich immer zu haben. Aber erstmal stellen sich noch ein paar Fragen: was sollen sie tun? Warum tun es die Brabaker hier nicht selbst? Und was ist die Belohnung? Gespannt wartet er darauf, dass der Berater weiter redet.

"Und was können wir da tun?" ungläubig fragt Lopko nach. "Wir sind nur eine Handvoll."

Sephyra nickt dazu.

"Die Spione wissen jedenfalls, dass wir hier sind - wir wurden verfolgt", meint Frumol dazu. Er wusste, dass sie in etwas großes hineingezogen wurden. Er hat keine Lust, wieder auf die Fischmenschen zu treffen, vor allem da diese scheinbar organisiert vorgehen.

Aber den Worten von Ebenezon entnimmt er, dass es keine Möglichkeit gibt auszusteigen. Der Gesichtsausdruck des Streuners kann kaum als glücklich bezeichnet werden.

"Du meinst, der Seemann war ein Al'Anfaner?" fragt Asleif. "Wieso?"

"Aus diesem Grund hat sich der König entschlossen, eine Expedition nach Süden zu schicken, die her-ausfinden soll, woher die Risso kommen. Mit den Fischmenschen muss unbedingt Kontakt aufgenommen und nach Möglichkeit ein Bündnis geschlossen werden, bevor dies Al'Anfa gelingt. Daher wird die Expedition auch unter Geheimhaltung ausgerüstet und losgeschickt, und dabei hat der König an Euch als >Botschafter< gedacht, da Ihr über die größte Erfahrung mit den Risso verfügt. Wenn Ihr diesen Auftrag annehmt und erfolgreich durchführt, das heißt, die Risso entweder auskundschaftet oder sie zu einem Bündnis mit uns vorbereitet, bekommt jeder von Euch 100 Brabaker Kronen zusätzlich zu der Ehre und dem Ruhm, Brabak entscheidend geholfen zu haben."

"Geleitet wird die Expedition von Kapitän Zenkauskas", fährt Ebenezon fort, "der morgen früh mit seinem Schiff Korisande ausläuft. An Bord der Karavelle befindet sich bereits eine Kiste mit allerhand Flitterkram - Glasperlen und dergleichen - um Wilde zu beeindrucken, falls Ihr auf welche trefft. Für die Risso gibt Euch der König diesen goldenen Dreizack und eine Urkunde mit seinem persönlichen Siegel mit. Bewahrt beides gut, denn es sollen Gastgeschenke für die Risso sein.

Offiziell habt Ihr den Auftrag, nach neuen Inseln zu suchen und diese zu kartographieren. Dafür werdet Ihr auch bezahlt. Zenkauskas weiß nichts vom Ziel der Expedition; für ihn ist sie nur eine Suche nach neuen Handelspartnern und Absatzmärkten. Aber er ist einer unserer besten Seeleute und absolut vertrauenswürdig. Morgen holt er Euch in Eurer Herberge ab und sticht mit Euch in See. Alle Ausrüstung, die Ihr benötigt, ist schon an Bord. Nehmt also die Urkunde und den Dreizack und versucht das Unmögliche.

Mögen die Zwölfe mit Euch sein und zum Gelingen Eurer Mission beitragen."

Frumol schaut immer unglücklicher drein …

"Ich hab's doch gewusst! Ich hab's doch gewusst", klatscht Tsara vor Freude in die Hände und tanzt und jubelt wie ein kleines Kind. Dann fällt sie Asleif vor Freude um den Hals und jauchzt: "Endlich! Das ist es. Wir haben ein Schiff, das uns direkt zu den Risso bringen soll. Und wir sollen neue Inseln erkunden!" Dann reißt sie sich von Asleif los und hebt die Arme gen Himmel (wahlweise gen Decke). "Oh Herrin Tsa, auf Dich ist immer Verlass. Es findet sich immer ein Weg - manchmal verschlungen und nicht sofort erkennbar - aber er findet sich!"

Dann springt sie zu Frumol und Lopko, versucht ihre Hände zu ergreifen und einen Tanz im Kreis anzufangen.

Lopko lässt sich von ihr etwas im Kreis bewegen, tanzen kann man das nicht nennen, dann fragt er sie: "Warum bist du so froh wieder auf die Risso zu treffen?"

Sephyra betrachtet die Geweihte lächelnd. 'Fast wie auf dem Jahrmarkt.'

Erstaunt schaut Frumol die Geweihte an, lässt sich aber nicht mitziehen. Nach einem Freudentänzchen ist ihm gar nicht zumute.

Sephyra gibt ihm einen auffordernden Stoß.

Asleif muss einfach lachen. "Tja, sieht so aus, als wär'n wir dabei", sagt er, und das ist ihm auch alles andere als unrecht. Endlich weg von hier, und dann noch auf eine abenteuerliche Erkundungsfahrt auf unbekannte Inseln! Besser konnte es eigentlich nicht kommen.

"Eine Frage hab' ich aber noch", fügt er an. "Was genau is' 'alle Ausrüstung, die wir benötigen'?"

"Nahrung für mehrere Götterläufe, Waffen, Material um Schäden am Schiff zu reparieren, usw. Glaubt mir, es ist nicht die erste Expedition von Kapitän Zenkauskas."

"Keine Ahnung, ich kenn' ihn nich', und er is' sicher kein Thorwaler mit dem Namen", sagt Asleif mehr zu sich selbst. "Wer is' noch auf dem Schiff?" fragt er dann. "Nur 'n paar Matrosen, oder sind auch noch Soldaten dabei? Oder gar einer von denen aus der Dunklen Halle?"

"Er kommt aus diesem Königreich." ist die stolze Antwort. "Soldaten sind keine an Bord, aber sei Dir sicher, dass auch die Matrosen Ihren Säbel beherrschen. Und mein König hält nicht viel von der dunklen Seite der Macht!"

"Sehr vernünftig!" lobt Asleif. "Aber is' ja auch nich' unbedingt alles dunkel, was da hergestellt ist. Also zum Beispiel ein paar Tränke einpacken, das wär' schon nützlich."

Sephyra nickt bestätigend.

Frumol nickt zustimmend. "Und wer hat wann die Befehlsgewalt über die Expedition inne?" will Frumol mehr über die Kompetenzen wissen. Es bringt keinen weiter, wenn der offizielle Leiter der Fahrt nichts über die eigentlichen Gründe und Ziele weiß.

"Was für Tränke wollt Ihr den?" antwortet Ebenezon

"Und, wer sagt, dass der Kapitän nicht Bescheid weiß?" Bei diesen Worten fliegt ein kleines Lächeln über seine Lippen. "Aber um die andere Frage zu beantworten, es ist sein Schiff, also hat er das Oberkommando."

"Ich hatte verstanden, dass Kapitän Zenkauskas nichts vom Ziel der Expedition weiß", antwortet Frumol, dem Ebenezons Worte noch gut in Erinnerung sind. "Daher meine Frage."

"Na, du hast das gesagt!" wundert sich Asleif. "Was is', wenn wir irgendwo Halt machen wollen, um nach Risso zu suchen, und er da aber grad keine Aussicht auf Geschäfte sieht?

Was die Tränke angeht, ich denk' vor allem an Spagyrik und Virtutica. Und natürlich Astraltränke. Wobei die Frage ja eher ist, was ihr beschaffen könnt."

Asleif wartet auf eine Antwort des Beraters.

"Der Dritte sagt mir was, da wir aber nicht mit der Dunklen Halle zusammenarbeiten … was sind die anderen zwei?

"Ach so, klar … das eine sind Heiltränke, also zum Beispiel wegen Verletzungen oder gegen Gift", erklärt Asleif. "Das andere is' eher 'ne Substitution von Mutanda … äh, um einen zum Beispiel schneller zu machen oder stärker oder ihn unter Wasser atmen zu lassen."

"Also ein paar Heiltränke auf Basis von Wirselkraut und Vierblättrige Einbeere können wir Euch mitgeben, ansonsten muss ich mich mal mit unserem Alchemisten beraten. Ist ja nun auch sehr kurzfristig."

"Das liegt dann mal nich' an uns", stellt Asleif fest. "Gebt uns halt mit, was sich beschaffen lässt."

"Ach, den überreden wir schon. Außerdem lassen wir uns auf einer göttlichen Queste nicht von einem noch so störrischen Seebären aufhalten, oder?", entgegnet Tsara, tätschelt dabei Asleifs Oberarm und lächelt ihm mit einem eindeutigen Blick an.

Der Magier schüttelt den Kopf. "Aufm Schiff hat der Käptn das Sagen", erklärt er ihr. "Ohne Wenn und Aber."

"Eben. An Land wir", lässt sich Sephyra selbstbewusst vernehmen.

"Das Ganze verspricht auf alle Fälle spannend zu werden. Hach Ihr Zwölfe, ich danke Euch!", jauchzt Tsara noch einmal. Heute Abend wird sie sich nach langer Zeit wieder eine großzügige Portion Rauschkraut genehmigen - so kann sie der ewig wandelnden Göttin noch näher sein.

 



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