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Niemand ist perfekt! |
| [Nebelmoor] 02 - Der Aufbruch |
| Geschrieben von: Chronist | |||
| Freitag, 11. November 2011 um 20:29 | |||
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Am nächsten Morgen kurz nach dem Frühstück steht der Wagenzug bereit. Zum ersten Mal sehen die Gefährten, was sie da erwartet: Jeder Wagen ist 3,5 Schritt lang, 1,5 breit und mit Plane 2,5 Meter hoch. Der Wagen wiegt 1/2 Quader (20.000 Unzen), die Ladung ca. 4 Quader (160.000 Unzen). Jeder Wagen führt ein Ersatzrad mit sich, so dass insgesamt 8 Räder ersetzt werden können. Das Reisetempo der Wagen beträgt 5 Stundenkilometer. Im Moor ist es bisweilen noch niedriger. Gespanne und Kutscher machen einen ausgeruhten Eindruck, und die Wagen sehen recht solide aus. Sobald die Helden sich auf den Zug verteilt haben, kann es losgehen. Da bis Olat nicht mit Schwierigkeiten zu rechnen ist, begibt sich Cuilyn zum dritten Wagen und verstaut dort seine Sachen. Anschließend kletter er neben den Kutscher auf den Kutschbock. "Moin, ich bin Sephyra", stellt sich die Gauklerin den Kutschern vor. Sie geht zum ersten Wagen. Müde blinzelt Frumol in die Morgensonne. Er geht zum letzten Wagen und und schwingt sich neben den Kutscher auf den Bock. "Ich bin Frumol", stellt sich der heute unrasierte Streuner vor. "Scheint ein schöner Tag zu werden." Da sich die Gefährten schon verteilt haben, geht Banjew zum sechsten Wagen und setzt sich dort neben den Kutscher. "Banjew Abrinken", stellt er sich mit einem kurzen Nicken zum Gruße vor. Die Gefährten werden von den Kutschern freundlich begrüßt und schon geht es los. Die Wagen reihen sind hintereinander auf und rollen aus der Stadt nach Westen. Die Straße verwandelt sich hinter dem Ausgang von Trallop in einen gut ausgebauten Karrenweg auf dem die Wagen zwar holpernd, aber ohne Probleme vorankommen. Es geht durch eine Graslandschaft, zur rechten Hand erstreckt sich sanft abfallend zum Ufer des Neunaugensees ein breiter übermannshoher Schilfgürtel. Banjew versucht mit seinem Kutscher ins Gespräch zu kommen. "Kommst Du aus Trallop?" beginnt er und versucht in der Folgezeit herauszubekommen, wie viel Erfahrung er schon hat, wie gut er die anderen Kutscher kennt, ob es ein formelle oder informelle Hierarchie unter den Kutschern gibt (um zu wissen, mit wem man sich gut stellen muss, wenn man will, dass die Kutscher im Falle des Falles das machen, was sie machen sollen), ob nicht vielleicht doch irgendeiner der Kutscher Erfahrung auf dem Weg durch das Moor nach Donnerbach hat, ob es Angst unter den Kutschern gibt oder ob sie eher Draufgängertypen ohne etwas zu verlieren sind usw. Banjew erfährt, dass die acht Kutscher alle schon mehrere Jahre für Trallop-Gorge fahren und alle hier aus der Umgebung stammen. Aber durch das Nebelmoor ist von ihnen noch keiner mit einem Wagen unterwegs gewesen. Trallop-Gorge hat den Kutschern eingebläut, dass sie sich in Notfällen und bei Schwierigkeiten an die Helden wenden sollen und deren Befehle befolgen sollen. Er sieht - wie die anderen auch - die Helden als Anführer an. Auch Frumol unterhält sich mit dem Wagenlenker. Nachdem er letzte Nacht nicht einmal Gerüchte über das Nebelmoor aufgeschnappt hat, spricht er seinen Nebenmann direkt darauf an, was dieser von der Fahrt hält, welche Schwierigkeiten er erwartet, was man über das Nebelmoor und die >alte Handelsstraße< wissen sollte. Über die Straße weiß der Kutscher auch nur, dass es sie früher gegeben hat, sie aber seit langem nicht mehr mit Wagen befahren wurde. Über den Verlauf weiß er nur, dass es nördlich von Olat in den Sumpf geht. Aber im Sumpf, da ist er sich sicher, da gibt es Monster eins schlimmer als das nächste. Untote, Irrlichter, Dämonen, Riesenschlangen, Moorleichen, Hexen, Suhlen und natürlich Räuber. Frumol bekommt eine Horrorgeschichte nach der nächsten erzählt und so vergeht die Reise - zumindest für ihn - wie im Fluge. Schnell werden ihm die Geschichten über Monster langweilig. Meistens sind solche Geschichten einfach nur übertrieben. Dennoch hört er höflich weiter zu und versucht einen wahren Kern in den Geschichten zu finden. Er hegt die Hoffnung, dass die Leute in Olat ihm mehr über das Moor und die alten Wege berichten können. So genießt er die Fahrt,lehnt sich zurück und betrachtet Landschaft, Schilfstreifen und den Neunaugensee. So entspannt wie für Frumol vergeht auch für die anderen der Tag. Der rumpeln der Räder und das Schaukeln der Wagen macht die Gefährten schläfrig. "Was schätzt Du, wann erreichen wir Olat?" fragt Frumol zwischendurch den Wagenlenker. "Hmm, das sind über 60 Meilen", überlegt der Kutscher und spuckt einen Priem auf den Weg. "Wenn alles gut geht, dann sind wir Morgen zum Sonnenuntergang da." "Gibt es unterwegs einen guten Platz zum Rasten?" fragt Frumol weiter, da der Fuhrmann sich in der Gegend sicherlich besser auskennt als der Streuner. "Auf der zweiten Hälfte des Weges ist ein Wald bis kurz vor Olat", überlegt Bosper. "Es wäre besser wohl vor dem Wald Rast zu machen." Als die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat, machen die Kutscher von sich aus eine Mittagspause. Ohne groß zu fragen nimmt Cuilyn einen Topf, ein Brett und etwas von den Vorräten. Dann beginnt er das Essen zu zu bereiten. Einer der Kutscher wird angewiesen eine Feuerstelle zum Kochen herzurichten. Die Kutscher helfen gerne. Danach geht es genauso gemächlich weiter. Am späten Nachmittag nähert sich von links ein großer Wald, der viele Kilometer parallel zum Fahrweg läuft. Dann aber in einiger Entfernung vor den Wagen läuft der Pfad in den Wald, der sich jetzt bis zum Ufer erstreckt. Da sich der Tag auch schon dem Ende zuneigt, sind die Kutscher gespannt, wie sich die Helden nun entscheiden. Als die Gruppe den Waldrand erreicht, ruft Sephyra nach vorn: "Haltet mal an!" Nachdem Sephyra den Ruf ausgestoßen hat, kommt der Wagenzug langsam, aber deutlich vor dem Waldrand zum stehen. Cuilyn weißt die Kutscher an, vor dem Wald zu halten und alles für eine Übernachtung herzurichten. Sobald die Karren angehalten haben, springt Banjew vom Kutschbock und erwartet, dass die Gefährten zusammenkommen. "Nach Olat schaffen wir es heute nicht mehr. Wir sollten uns hier eine geeignete Lagerstätte suchen", schlägt er dann vor. "Nee, da sind wir wohl erst morgen Abend, wenn alles gut läuft", gibt Frumol grinsend die Informationen des Fuhrmanns weiter. Sephyra verdreht nur die Augen. Dann nimmt Cuilyn seinen Kurzbogen mit einigen Pfeilen und begibt sich auf die Jagd, dabei hält nach einem guten Rastplatz Ausschau. Die Jagd ist nicht erfolgreich, aber bevor der Wald beginnt, gibt es eine große, trockene Wiese neben der Straße auf der die Wagen Platz hätten. Cuilyn geht zum ersten Wagen und erklärt dem Fuhrmann, dass er dort mit den anderen Wagen einen Kreis bilden und in der Mitte das Lager aufschlagen soll. Die nachfolgenden Wagen instruiert er entsprechend. Da er heute bereits genug gelaufen ist, schwingt er sich auf den letzten Wagen und lässt sich zum Lager fahren. Frumol hätte gerne den Tag noch ausgenutzt und wäre weiter gefahren und im Wald übernachtet. Er vermutet, dass sie nun vor Olat noch eine Nacht im Freien verbringen müssen … So hat der junge Söldner seine erste Wagenburg gebaut. Die Zugtiere werden in die Mitte geführt und dort angebunden. Anschließend werden die Deichseln am Heck des Vorderwagens festgemacht. Als die Kutscher damit fertig sind, begibt sich die Hälfte von ihnen auf die Suche nach Feuerholz, während die andere Hälfte Zelte aufschlägt. Nachdem Cuilyn einem guten Platz gefunden hat, fragt er Banjew: "Halten wir heute Nacht die erste Wache?" Offenbar hat Banjew nicht zugehört, jedenfalls reagiert er nicht. Eine schwarze Sturmkrähe hat sich gerade laut krächzend auf einem der Wagen niedergelassen, und Banjew hat sich gerade Ezoragh zugewendet. Sephyra will sich auch nützlich machen und spricht ihre Reisegefährten an. "Wir sollten Wachen aufstellen. Wir sind insgesamt zu zwölft. Wenn immer zwei Wache halten haben wir sechs Wachen." Und auch Frumol beteiligt sich an dem Aufbau des Lagers. "Lass uns doch die erste Wache übernehmen," meint Frumol, wissend, dass sie dann noch ausreichend Schlaf bekommen. Die Fuhrleute hören interessiert zu, sie sind gespannt, ob die Helden das mit der Wache alleine wuppen wollen oder ob sie helfen sollen. "Einverstanden?" Sephyra schaut fragend insbesondere zu Cuilyn und Banjew, aber auch zu den Kutschern. Die Kutscher nicken nur. Schließlich sind die Helden der Meinung, dass Wache gestanden werden muss, also werden sie da helfen. "Gibt's noch weitere Wünsche?" fragt Banjew mit leicht sarkastischem Unterton. Er selbst fühlt sich halbwegs ausgeruht, um auch eine Schlafunterbrechung zu verkraften, und wird die Zeit übernehmen, die am Ende übrigbleibt. Ein Tag auf dem Kutschbock ist schon etwas anderes als auf Schusters Rappen … "Frühstück," wirft Frumol grinsend ein. "Ganz ohne Abendessen?" Cuilyn wirft einen zweifelnden Blick zu Frumol. "Wenn ihr beiden die erste Wache übernehmt, dann halte ich zusammen mit Banjew die zweite. Eine weitere Unterteilung halte ich nicht für sinnvoll. Wir sind ausgeruht, schlafen morgen erneut in einer Stadt und die Neunaugen bleiben sicher im See." "Gut, hätten wir das also geklärt", stellt Banjew fest. Frumol ist einverstanden und macht einen ersten gelangweilten Rundgang um den Wagenkreis. Währenddessen wacht Sephyra am Feuer. Da die Gefährten anscheinend alleine die Wache übernehmen wollen, ziehen sich die Kutscher nach dem Abendessen zurück und legen sich in den Zelten schlafen. Ein leeres Zelt bleibt für die Helden. Nach dem Abendessen richtet Cuilyn in dem leeren Zelt sein Nachtlager und legt sich sogleich hin. Sollte etwas passieren wird er sicherlich geweckt werden. Sephyra und Frumol sind alleine wach, die Nacht ist kalt und der Wind weht feuchte Nebelluft über den Lagerplatz. Zur vereinbarten Zeit wird Cuilyn und Banjew von Sephyra und Frumol geweckt. Während der Wache läuft er ab und an um die Wagenburg und schaut nach den Pferden. Banjew vertreibt sich die Zeit mit Ezoragh. Offenbar passiert nichts in dieser Nacht, aber sicher ist sicher. Als der Morgen das Dämmern beginnt entfacht Cuilyn das Feuer, das bisher nur sehr niedrig gebrannt hat, zu neuem Leben. Dann beginnt er damit das Frühstück für die Fuhrleute, Sephyra und Frumol zu richten. Sephyra gähnt. Die Nacht war kurz und nicht besonders vergnüglich. Als Frumol aus dem Zelt tritt, wirkt er mit seinen zerzausten Haaren noch sehr verschlafen. Er hockt sich dicht ans Feuer und versucht die Müdigkeit aus den Gliedern zu vertreiben. Aber zum Glück für die Helden war die Nacht ereignislos. Nachdem alle am wärmenden Feuer den Herbstnebel aus den Knochen geschüttelt haben, bauen die Kutscher die Wagenburg ab und warten darauf, dass die vier Gefährten wieder auf den Wagen Platz nehmen. Der Weg führt dann in kurzer Entfernung in den lichten Wald in dem zwischen den Bäumen noch dichte Nebelschwaden hängen. Beim Weg durch den Wald achtet Sephyra auf mögliche Hinterhalte. Die Zeit im Keller des Schwarzen Keilers hat sie misstrauischer gemacht. Nach dem Frühstück schwingt er sich wieder auf den Kutschbock und hofft, dass sie die nächste Nacht nicht im Freien verbringen müssen. Vor der Abfahrt geht Cuilyn zu jeden Kutscher und erklärt ihnen, dass sie vor Einbruch der Dämmerung in Olat ankommen wollen. Die Kutscher nicken nur, aber es ist ihnen anzumerken, dass auch sie kein Interesse haben im Wald zu rasten. Nachdem er seine Runde gemacht hat, schwingt er sich auf den ersten Wagen und gibt das Kommando zum Losfahren. Sephyra ist froh, dass Cuilyn die Führung übernimmt. Sie setzt sich zum dritten Kutscher. Trotzdem beobachtet sie aufmerksam den Wald. Banjew setzt sich wieder zu demselben Kutscher wie am Vortag. Er rechnet nicht wirklich mit einem Hinterhalt im Wald, auch wenn er die Augen offen hält. "Gab es hier in der Gegend in letzter Zeit Überfälle?" fragt er "seinen" Kutscher. "Hmm, da fragste den falschen", brummt der Kutscher unwillig. Der schlechte Weg erfordert seine ganze Konzentration. Der Magier zuckt nur mit den Schultern und versucht, die nur langsam vorwärts gehende Fahrt zu ignorieren. Es wäre ihm lieber, wenn es schneller ginge. So lange die Nebelschwaden durch den Wald ziehen, versucht er anhand der Geräusche etwas zu erkennen. Der Treck sortiert sich auf der Straße und fährt dann in den Wald hinein. Die Fahrt scheint genauso zu beginnen wie sie am gestrigen Tag aufgehört hat. Nur die Umgebung hat sich geändert. Bis Mittag geht der Zug ruckelnd und zuckelnd durch den Waldweg. Der Wurzeln der Bäume lassen die dösenden Helden und Kutscher immer wieder aufschrecken. Ansonsten ist im Wald nicht viel zu hören und noch viel weniger zu sehen. Irgendwann ist Frumol die Holperei zu viel. Er steigt ab und geht hinter den langsam durch den Wald rollenden Wagen her. Gegen Mittag schaut Cuilyn immer wieder, ob er nicht eine geeignete Stelle für die Mittagspause findet. Gerne hört er sich auch die Tipps der Kutscher an. Der Weg durch den Wald ist schmal und es gibt auch keine Lichtung. Für die Mittagspause scheinen die Wagen nur hintereinander auf dem Weg halten zu können. "Braucht ihr oder die Pferde 'ne Pause?" will Sephyra von ihrem Kutscher wissen. "Die Pferde brauchen eine Rast und wir wollen etwas essen", antwortet der Kutscher. "Haaalt! Raaaast!" ruft Sephyra daraufhin. Als Frumol diesen Ruf hört, freut er sich über die Pause. Die Wagen bleiben auf dem Waldweg in einer Reihe stehen. Die Kutscher beginnen erst die Pferde zu versorgen und dann für sich und die Gefährten ein Mittagsmahl zu bereiten. Ist Banjew erst wenig erfreut über die Pause - er wäre gerne noch etwas weiter gekommen - ändert sich seine Einstellung beim Gedanken an ein leckeres Essen. Sephyra setzt sich auf den Boden und schließt für einen Moment die Augen. 'Nachher laufe ich.' Frumol gesellt sich zu ihr. "Diese Kutschböcke sind reichlich unbequem, findest Du nicht?" fragt er lächelnd. "Das kannst Du wohl sagen!" stöhnt Sephyra. "Ich werde gleich wohl erstmal ein bisschen laufen." "Bin ich eben schon", lächelt Frumol. "Solange die Wagen hier im Wald so langsam sind, ist das sehr gemütlich." Wieder nimmt Cuilyn den Bogen und macht sich auf die Suche nach Frischfleisch. Er entfernt sich nicht all zu weit vom 'Lager' und hat stets alle Sinne gespannt, ob er etwas ungewöhnliches vernimmt. Durch das Poltern und Rumpeln der Wagen ist alles jagdbare Wild aus der direkten Umgebung verschwunden. Da müsste Cuilyn schon länger auf der Pirsch sein, nur so lange dauert wohl die Rast nicht. Auch wenn Cuilyn kein Wild findet, tut es ihm gut zu laufen. Deswegen umkreist er die Wagen noch ein weiteres Mal, auch um die Rast zu sichern. Als er wieder bei den Wagen angekommen ist, erklärt er den Kutschern, sie mögen so bald als möglich die Pferde wieder einspannen. Nach dem Mittag geht es weiter durch den Wald. Er wird immer dichter und die Nadelbäume verdrängen immer mehr den lichten Laubwald. Nach einiger Zeit ist es fast schon dämmrig im Wald und der Weg ist nur auf kurze Entfernung zu überblicken. "Irgendwann müssten wir doch aus dem verphexten Wald raus kommen!" flucht Sephyra. "Ja, der wird langsam unheimlich", stimmt Frumol zu, der sich lieber in kultivierten Gebieten aufhält. Der ÜberfallDas sich in einem verphexten Wald auch vielleicht auf die eine oder andere Art Geld machen lässt, müssen die Gefährten hinter der nächsten Biegung feststellen. Mitten im Wald versperren einige gefällte Baumstämme die Straße. "Scheiße!" flucht Sephyra. Sie nimmt eines ihrer Wurfmesser in die rechte Hand, bereit es sofort zu werfen, wenn jemand unangenehmes auftaucht. "Was nun?" fragt sie ihre Gefährten. "Ähm, auf diejenigen warten, die diese Barrikade errichtet haben." entgegnet er trocken. Während die Helden noch darüber beratschlagen, was zu tun sei, springen plötzlich vier verwegen aussehende Gestalten in zerlumpter Kleidung aus einem Gebüsch und fordern lautstark die Übergabe zweier Wagen. Die Räuber sind mit Degen, Krummsäbeln, Wurfbeilen und Dolchen bewaffnet. 'Vielleicht lassen sie sich ja überraschen', überlegt sich Frumol schnell, während er einen Schritt auf die Gesellen zugeht. "Zwei Wagen? Meine Herren, ich bitte Euch", spricht er sie empört an, während er versucht unauffällig die Entfernung möglichst unauffällig zu verringern. Der junge Streuner weiß, dass er Sephyra als Rückendeckung hat. Notfalls wird er nach links ausweichen um den anderen einen freien Angriff zu ermöglichen. Sephyra wirft ihr Messer gegen den am nächsten stehenden Räuber. Kurzentschlossen nimmt Cuilyn den Kurzbogen und legt auf den ihm am nächsten stehenden Räuber an. Schnell gibt er den Kutschern die Anweisung, sich so zu verhalten, dass sie nicht getroffen werden oder verletzt werden. Dann nimmt er sein Bastardschwert in die Hand und setzt seinen Angriff fort. Banjew versucht, die Räuber ohne weitere Diskussion mit der im Gegensatz zum Fulminictus äußerlich beeindruckenden Feuerlanze in die Flucht zu schlagen. Sollte er einer als Anführer erscheinen, wird er den als Ziel aussuchen. Bevor noch der Streuner seine Rede beendet hat, fliegt Sephyras Messer und Cuilyns Pfeil in Richtung der Räuber. Als wäre das nicht schon genug wird, einer der Räuber von Banjews Feuerlanze verbrannt. Als die Feuerlanze hinter seinem Rücken entfacht wird, schreckt der Streuner zusammen. Auch wenn er in einiger Entfernung steht, spürt der die Wärmer des Feuers. "Ein Magier, verdammt!" ruft einer der Räuber als ihm der Ursprung der Attacke bewusst wird. "Oh nein, schnell weg!" - "Wir sind doch nur einfache Wegelagerer …" So schnell, wie sich der Angriff angekündigt hat, ist er auch schon beendet, denn die vier nehmen vehement Reißaus. Messer und Pfeil verschwinden mit den Räubern. Ein breites Lächeln auf Banjews Gesicht zeigt seine Zufriedenheit. "Die Verhandlungen sind also zu unserer vollsten Zufriedenheit verlaufen", kommentiert der Magier das Verschwinden der Räuber. Auch die Kutscher schauen den Magier respektvoll an. Dann fällt sein Blick auf die Baumstämme, die noch immer den Weg blockieren. "Oder waren wir etwas vorschnell?" Frumol mustert zuerst die Stämme, ob diese schon länger dort liegen oder vor kurzem gefällt wurden. Sollte letzteres zutreffen, geht er zu den Stümpfen, vielleicht liegt dort noch eine Säge oder eine Axt. Die Bäume sind wohl frisch gefällt, aber er findet an der Stelle keine Werkzeuge. Der Magier geht zu den Baumstämmen und versucht, sie vom Weg wegzuziehen. Er vertraut darauf, dass er das nicht alleine schaffen muss. Sephyra betrachtet Banjew mit erneutem Respekt. "Du hast ja echt was drauf!" 'Schade um das Messer.' "Danke! Man tut, was man kann", antwortet der offenbar gut gelaunte Magier. "Spannen wird doch zwei Pferde aus, und ziehen sie beiseite", schlägt Frumol vor. Sephyra ruft die Kutscher: "He, alle mit anfassen!" Mit Hilfe der Kutscher und einiger Pferde gelingt es den Helden die Baumstämme aus dem weg zu räumen. Nachdem die Kutscher sie wieder angeschirrt haben, geht die Fahrt weiter. Kurze Zeit später kommt der Wagenzug an den Waldrand. Von dort können sie in einigen Kilometern Entfernung das Dorf Olat sehen. Wenn sie mit dem gleichen Tempo weiterfahren, dann sollten sie bis zur Dämmerung dort ankommen. Und das tun sie auch. 'Hoffentlich gibt es hier einen Gasthof', geht Sephyra durch den Kopf. OlatAls der Wagenzug ins Dorf einfährt, fällt den Gefährten der heruntergekommene Eindruck auf. Die Hauptstraße ist etwa 400 Schritt lang und verläuft in nordsüdlicher Richtung. Die verblichene Pracht der Häuser zeugt von einstigem Wohlstand ihrer Bewohner. Die einzige Schänke im Ort ist "Zum Sumpfbiber", und ebenso herunter gekommen wie der Rest von Olat. Banjew hebt erstaunt die Brauen, denkt sich aber zunächst nur seinen Teil. 'Wer weiß, ob die vorigen Wagenzüge überhaupt bis ins Moor gekommen sind … heute Nacht müssen wir wohl mehr Acht auf die Wagen geben als in der vergangenen …' Zuerst denkt Cuilyn an das Praktische, Quartier suchen und beziehen, Pferde ausspannen und versorgen. Dann will er die Dorfschänke aufsuchen. "Will jemand mit die örtlichen Schauergeschichten über das Nebelmoor anhören?" fragt er in die Runde. Sephyra ist einverstanden. "Ja. Vielleicht ist ein wahrer Kern drin. Und vielleicht hat die Schenke auch Schlafplätze." "Zumindest sollte man hier mehr über den Weg und die letzten Wagenzüge durch das Moor wissen. Und wenn es nur Gerüchte sind", stimmt auch der Magier zu. "Allerdings …", Banjew senkt die Stimme, "Vielleicht sollten wir auch heute nach die Wagen bewachen …" Fragend guckt er in die Runde. Sephyra entgegnet leichthin: "Letzte Nacht waren wir dran, heute sollte es einigermaßen sicher sein. Da könnten das wohl die Kutscher übernehmen. Einverstanden?" "Hmm…" Banjew ist da offensichtlich nicht ganz zufrieden. In ihm widerstreiten (vermeintliche?) Pflicht und Aussicht auf eine ruhige, ungestörte Nacht … 'Oh je, wo sind wir denn hier hingekommen', fragt sich Frumol beim Anblick dieses vergessenen Nestes. Aber hier wird er sicherlich Geschichten über das Nebelmoor hören - seine sie auch noch so erfunden! Und wie Frumol vermutet hat, verläuft der Abend im Sumpfbiber. Es werden viele Geschichten über das Nebelmoor und die dort vorhandenen Monster erzählt, aber wirklich handfeste Informationen über den Verlauf des Weges erfahren sie nicht. Banjew will erfahren, ob es Gerüchte von Räubern oder ähnlichem im Moor gibt, oder ob es für die Einwohner hier feststeht, dass die Wagenzüge von Monstern verschlungen wurden. Oh, der Magier erfährt spannende Gerüchte über Räuberbanden im Moor und auch von einem anderen Zecher über Monster. Er braucht bloß danach zu fragen, es wird ihm alles geboten. Banjew versucht zu unterscheiden, ob unter all den Geschichtenerzählern auch der ein oder andere ist, der nicht nur von Erlebnissen des Freundes eines Bekannten der früheren Schankmaid erzählt - oder anders gesagt: ob irgendeiner der Anwesenden in den letzten Jahren irgendwann mal selbst im Moor war. Die meisten Olater lebten vom Torfstechen im Moor, aber seitdem die Handelswege nicht mehr existieren, ging es mit dem Dorf bergab. Alle kennen nur den Teil vom Moor, dort wo sie Torf stechen. Banjew gibt es auf. Hier wird er nichts Brauchbares erfahren. Das Gefühl hat Sephyra schon den ganzen Abend. Frumol spitzt die Ohren: Gibt es Kinder im Dorf? Kinder sind in der Spelunke nicht zu sehen. Eine Erkenntnis, die Frumol aber auch nicht überbewerten sollte, denn es ist schon spät und der Ort ist nicht gerade Kindgerecht. Er sollte am nächsten Morgen nochmal auf Kinder achten. Und genau das wird er auch tun. Währen die anderen den Gerüchten lauschen, versucht Frumol in Erfahrung zu bringen, ob es im Dorf eine schrullige Person gibt, einen Eigenbrötler, die von anderen gemieden wird. Vielleicht ist eine solche Person eine bessere Informationsquelle … Für die meisten Mittelreicher wirken die Bewohner Olat alle etwas schrullig. Aber von einem Einsiedler im Dorf erfährt er nichts. Schade, denn von einer solchen Person, die von anderen gemieden wird, hätte er sicher interessante Dinge erfahren können. Die Unterkunft in den Schlafsälen erweist sich als einigermaßen ordentlich. Es sind weniger Flöhe in den Strohsäcken als erwartet. Banjew macht noch einmal einen Rundgang zu den Wagen, um zu prüfen, ob noch alles in bester Ordnung ist. Er kontrolliert auch, ob alle Ware noch ordentlich auf den Wagen verstaut ist. Die Wagen sehen äußerlich alle in Ordnung, aber einer der Kutscher ist eingeschlafen. Banjew kommen Zweifel, dass die Kutscher für die Wache wirklich die richtige Wahl war. Banjew teilt diese Erkenntnis mit seinen Gefährten und schlägt vor, dass zu jeder Zeit zumindest einer der Gefährten mit Wache halten sollte. "Wenn Du meinst …", mault Sephyra. "Ich übernehme die erste." Auch Frumol ist von dem Vorschlag nicht begeistert. Nun soll schon wieder Wache gehalten werden, obwohl sie in einem Dorf sind … "Ich schnappe noch ein paar Informationen auf", bietet er halbherzig als Alternative an. "Hauptsache, es ist immer jemand bei den Kutschern", meint Banjew. "Die sollen nicht einschlafen, und von den Wagen soll auch nichts wegkommen." Cuilyn hatte gehofft hier im Dorf keine Nachtwache schieben zu müssen. "Dann mach ich die letzte Wache. Einer der Kutscher sollte ebenfalls bei den Wagen wachen." So verteilt gelingt es sowohl den Helden als auch den Kutschern für den Rest der Nacht ein stets waches Auge auf die Wagen zu werfen und möglichen Schwund an Ware und Wagen zu verhindern. <<>>Der nächste Morgen ist wieder kalt und neblig. Bevor die Anderen erwachen kocht Cuilyn einen starken, heißen Tee. Dann macht er sich daran das Frühstück zu richten. "Danke für Deine Mühe", bedankt sich Sephyra. Da nicht anzunehmen ist, dass es im Nebelmoor besonders sonnig ist und ein wärmendes Feuer da dann willkommen sein wird, befragt er während und nach dem Frühstück die Kutscher ob ausreichend Fackeln, Brennholz und Öl auf den Wagen verstaut ist. Banjew frühstückt, aber wenig enthusiastisch. Das Wetter ist nicht das beste, um in einem Moor unterwegs zu sein … Die Kutscher nicken bestätigend und machen die Wagen bereit für den Aufbruch. 'Der Mann denkt an alles!' geht Sephyra durch den Kopf. 'Ich hätte nicht daran gedacht', lobt Frumol seinen Gefährten im Stillen. Während des Frühstücks hält Frumol Ausschau nach Kindern und Heranwachsenden. Vielleicht kann er aus denen noch eine nützliche Information herausholen, denn die spielen bestimmt auch am Rand des Moores und wagen sich sicher manchmal auch weiter hinein. Selbstverständlich sind dort einige Kinder am spielen. Aber die sagen dem Streuner nur, dass sie nicht im Moor und im Wald spielen dürfen. Im Moor gibt es Monster, im Wald Räuber. Zwischen Dürfen und Machen ist ein großer Unterschied, dass weiß Frumol aus Erfahrung. In Havena hat er auch eine Menge gemacht, was er nicht durfte … einer der Gründe weshalb er jetzt hier ist. Er fragt weiter nach Wegen, Trampelpfaden und Wildwechseln, welche ihre Reise erleichtern können. Wenn die Kinder keine Hinweise geben können, die ihn weiterbringen, erkundigt er sich bei ihnen noch nach möglichen Einsiedler, oder Häuser in Einzellage am Rand des Moores. Entweder sind die Kinder in Olat alle artig oder sie plaudern nicht jedem Fremden ihre Geheimnisse aus oder Moor und Wald sind nicht in Spielweite der Kinder - denn das Dorf liegt auf einer trockenen Fläche dazwischen - oder, oder, oder. Was auch immer der Grund sein mag, Frumol erfährt nicht mehr als er am Abend von den Erwachsenen gehört hat. In der Zwischenzeit sind die Kutscher fertig und warten auf das Signal zum Aufbruch. Und das kommt von Sephyra, als Frumol unverrichteter Dinge wiederkommt. "Das wird schon so klappen!" muntert sie ihn auf. Er lächelt sie dankbar an. Es ist schon traurig, keine Informationen zu bekommen. So nimmt er wieder auf dem letzten Wagen Platz. Cuilyn schaut ab und an konzentriert in die milchige Brühe: Nebel! Ansonsten verlässt er sich auf das Geschick der Fuhrleute und das Gespür der Pferde.
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