Startseite Z.F.R.D. Nebelmoor [Nebelmoor] 04 - Der zweite Tag im Moor

Suche

[Nebelmoor] 04 - Der zweite Tag im Moor
Geschrieben von: Chronist   
Sonntag, 20. November 2011 um 13:29

Nach den Schrecken der Mitternacht vergeht der Rest der Nacht ohne weitere Störung. Und als Cuilyn, müde aber auch gut gelaunt, die Gefährten weckt, bricht langsam der Tag wieder an.

Nach einem einfachen Frühstück muntert Sephyra ihre Gefährten auf: "Also los! Ich gehe wieder vor."

Als alle fertig sind, übernimmt sie die Vorhut.

"Einverstanden", meldet sich Frumol gut gelaunt zu Wort. Er nimmt wieder den Platz auf dem letzten Wagen ein.

Auch Banjew nimmt wieder auf dem gewohnten Wagen Platz. Eintönig geht die Fahrt dahin. 'Die einzige Gefahr für uns hier sind wir selbst', denkt sich der Magier, als die Fahrt eintönig dahingeht. 'Wer wollte sich denn ernsthaft hier herumtreiben, um die überaus häufigen Wagenzüge zu überfallen?'

Nach dem sich die Kolonne langsam in Bewegung gesetzt hat, kontrolliert Cuilyn den Lagerplatz, ob nicht etwas liegengelassen wurde. Dann sprintet er zur Mitte des Zugs und kletter auf einen Wagen.

Während der Fahrt schaut er gelegentlich nach recht oder links, ob in den Nebelschwaden etwas besonderes zu entdecken ist.

Cuilyn weiß gar nicht, was ihm mehr missfallen hat. Die Schreie und Tierrufe der vergangenen Nacht oder die Stille, die sich am heutigen Tag über das Moor ausgebreitet hat.

Es ist nichts zu hören, selbst das Knirschen der Räder auf einem Kiesel ist fast nicht zu vernehmen.

Es scheint so als hätte ihn jemand ein kleines Wollknäuel in die Ohren gestopft.

So geht es denn wieder gut eine Stunde weiter Richtung Norden als plötzlich der Weg nach Osten abknickt.

Sorgfältig verzeichnet Cuilyn den Weg den sie bereits zurückgelegt haben.

Sephyra gibt das Zeichen zum Halt und schaut sich um.

Der Weg, soweit sie es im Nebel erkennen kann, unterscheidet sich nur durch seine neue Richtung von der gefahrenen Strecke.

Als der Zug anhält, springt Banjew, froh über die Abwechslung, vom Wagen und geht vor zu Sephyra. "Willst Du schon Mittagspause machen?" flachst er. "Wir müssen grob nach Nordosten …"

"Also weiter!" gibt sie den Befehl.

"Uns bleib nichts anderes", meint Frumol, der nach vorne gekommen ist. Während sich der Wagenzug weiterbewegt, wartet er und springt wieder auf den letzten Wagen auf.

Gelangweilt starrt er in den Nebel - alles was von vorne kommt habe die anderen schon vor ihm gesehen und ein Blick nach hinten zeigt ihm, dass es auch hier nichts neues zu entdecken gibt.

Dann überlegt er, was die Wagen wohl geladen haben - die Fuhrmänner scheinen das nicht zu wissen, so nimmt er sich vor dies während seiner nächsten Nachtwache zu untersuchen.

Langsam setzt sich der Wagenzug in seine neue Richtung in Bewegung.

Es geht ziemlich direkt nach Osten. Gegen Mittag endet der Weg plötzlich vor einem 4 mal 6 Schritt großem Tor in einer lotrechten Felswand. Das zweiflüglige Tor besteht aus massivem Gusseisen. Es hat einen eisernen Knauf, aber kein Schloss.

Die Größe der Felswand ist im dichten Nebel nicht abzuschätzen.

Der Weg im Berg

Sephyra schaut sich das Tor misstrauisch an. "Eine Sackgasse?" sinniert sie.

Da der Zug erneut hält kommt Cuilyn nach vorn gelaufen und schaut sich den Grund für ihren Halt an.

Ein Tor mag an dieser Stelle überraschend wirken, aber es ist da!

Auch Banjew kommt wieder hinzu. Überrascht nimmt er die Felswand zur Kenntnis. "Eine Felswand?! Hier?! - Eigentlich sollte auf östlichem Wege doch eher der Neunaugensee als eine Felswand zu finden sein! Haben wir irgendwo eine Richtungsänderung nicht bemerkt und sind nach Westen gefahren?"

Da fällt ihm ein: Normalerweise stehen selbst senkrechte Felswände nicht völlig unvermittelt im Moor. Er versucht, den Grund seitlich des Weges auf seine Konsistenz zu prüfen.

Der Weg führt direkt auf das Tor zu. Er ist auch hier nicht breiter als vorher. Und der Grund neben dem Weg wird sehr schnell wieder morastig. Als wenn ein Riese einen Stein ins Moor geworfen hat, der dann eingesunken ist, kommt es dem Magier vor.

Auch Frumol kommt nach vorne. Hier hätte er ein Tor niemals erwartet. Daher schaut er sich nach links und rechts um, ob diese "Felswand" eher eine Mauer sein könnte, von einer vergessenen Stadt vielleicht. Denn Tore sollen eindeutig etwas blockieren, und dieses blockiert die Straße.

Ihm kommt die Idee eines großen Apfels, der ins Moor gefallen ist, und dann von Maden (sprich: Menschen) durchlöchert wurde. Es ist einer riesiger Felsen keine Mauer, da ist er sich sicher.

Das Tor hat nur einen Knauf - sind die Angeln auf der Innen- oder Außenseite? Nachdenklich betrachtet er das Tor, bevor er Felsen und Boden abseits des Weges prüft, in der Hoffnung etwas Neues zu entdecken.

Angeln kann der Streuner von dieser Seite nicht erkennen, aber als er an dem Knauf zieht, kann er den Türflügel öffnen. Dahinter beginnt ein dunkler Tunnel. Er scheint breit und hoch genug für die Wagen zu sein.

Sephyra wird ungeduldig, sie will am Knauf ziehen oder drücken, um das Tor zu öffnen, aber Frumol ist ihr zuvor gekommen und hat den Weg in den Berg bereits geöffnet.

"Macht mal ein paar Fackeln an!" ruft Sephyra den Kutschern zu.

Wenig später hält die Gauklerin eine Fackel in der Hand. Viel hilft es ihr nicht, denn das Licht der Fackel verliert sich schnell im Dunkel des Tunnels. Aber sie hat das Gefühl als wenn es hier endlos unter der Erde weiterginge.

"Schein direkt hindurchzuführen", stellt Frumol fest. Er hat auch keine weiteren Öffnungen gesehen.

"Mal sehen, was uns erwartet. Ich fände es leichter einen Weg um dieses Hindernis zu bauen anstatt direkt hindurch." lässt er seine Meinung verlauten.

Cuilyn nimmt sich zwei Fackeln eine entzündete und die andere als Reserve. Dann geht er zu Sephyra und schaut sich den Tunnel an.

"Ich gehe voraus und leuchte den Tunnel so gut es geht aus."

"Ich komme mit", verkündet Banjew. "Soll jemand hierbleiben?"

"Nein. Warum auch? Wir wollen auf die andere Seite." antwortet Cuilyn. "Mir ist es lieber, wenn der Zug dicht zusammen bleibt."

"Einverstanden!" Sephyra nickt.

Eine Strecke von gut 20 Schritt um Cuilyn ist beleuchtet, danach nimmt die Leuchtkraft der Fackel stark ab.

Und so sehen die Gefährten Cuilyns Fackel in der Ferne immer kleiner werden.

Nach einigen Schritten bleibt Cuilyn stehen und dreht sich um.

"Was ist? Wollt ihr nicht kommen?" fragt er nach hinten.

Banjew ist ihm dicht auf den Fersen.

"Immer hinterher!" weist Sephyra die Kutscher an.

Der Zug setzt sich langsam hinter den vorausgehenden Gefährten in den Berg in Bewegung. In den engen Tunnel ist das Rumpeln, Knattern und Quietschen der Wagen sicherlich meilenweit zu hören.

Das laute Rumpeln und Quietschen hat auch sein Gutes, es vertreibt Ratten und anderes Getier. Mutig schreitet Cuilyn weiter voran. Da die Fackel nicht besonders weit leuchtet, verlässt er sich verstärkt auf seine anderen Sinne, wie z.B. Geruch und Gehör.

Um wirklich etwas vernünftiges hören zu wollen, müsste Cuilyn weit, weit vor dem Zug gehen.

So recht geheuer ist Banjew das ganze nicht. Ein mulmiges Gefühl macht sich in seiner Magengegend breit. 'Aber was soll hier schon sein', versucht er sich zu beruhigen. 'Hier war doch bestimmt schon sein Jahren niemand mehr.' Da fällt ihm ein: Das sollte man doch erkennen können. Er guckt sich nach Staub, Geröll, Dreck und ggf. Spuren um.

Sephyras Nerven sind zum Zerreißen gespannt, als es voran geht.

Frumol betrachtet neugierig die Wände und Decke - auch wenn er von der Steinmetzkunst kaum Ahnung hat, war er schon einmal kurz in einem Bergwerk - naja, einer bergwerkähnlichen Anlage, korrigiert er sich in Gedanken. Dennoch ist er sich fast sicher, dass es hier mindestens eine Geheimtür gibt, hinter der es interessante Dinge zu entdecken gibt.

Frumol kann an Hand der Spuren in den Wänden schnell festmachen, dass es sich hierbei um einen künstlichen Tunnel handelt, der in den Felsen gegraben wurde.

Somit hält er Ausschau nach möglichen Anzeichen.

Auf den ersten paar hundert Schritt ist nicht dieser Art auszumachen.

Die Dunkelheit des Tunnels lässt die Entfernungen und Richtungen verschwimmen. Der Lärm der Wagen, die den Gang fast ausfüllen, das ängstliche Wiehern der Pferde, das Klacken der Hufe auf dem Steinboden wird an den Wänden immer wieder reflektiert und erfüllt den Gang mit einer scheußlichen Kakophonie.

Sephyra verliert völlig die Orientierung.

Geht es noch in Richtung Osten oder hat sich die Richtung geändert? Geht der Weg eigentlich eben, bergauf oder bergab? Banjew wird sich zunehmend unsicher.

Im Tunnel ist es schwierig sich zu orientieren. Es hilft Cuilyn, dass er seine Schritte zählt und sich immer wieder sich nach hinten umdreht, um eine vorhandene Krümmung zu erkennen.

So bemerkt Cuilyn, dass das Weg nach gut 500 Schritt langsam einen Bogen nach Norden macht und nach gut 50 weiteren Schritt ist der Eingang nicht mehr zu erkennen. Es geht jetzt direkt nach Norden, da ist sich der Söldner sicher.

Cuilyn bleibt kurz stehen um die Biegung in der Karte zu vermerken, Dann schaut er sich um und schreitet zügig weiter durch den Tunnel.

Nach weiteren 500 Schritt meint Cuilyn in einiger Entfernung etwas in der rechten Tunnelwand zu erkennen.

Cuilyn wird langsamer und schaut sich die Unregelmäßigkeit in der Wand genauer an. Die Fackel nimmt er in die linke Hand, während die rechte den Griff seines Schwerts sucht.

Nach der Art des Schattens ist dort ein Gang oder eine Tür.

Cuilyn geht weiter bis zum Gang und schaut in den Gang. Da dort eine Tür ist und diese verschlossen ist, wartet er auf Frumol.

Als die Wagen ankommen, bedeutet Sephyra anzuhalten. "Frumol, das solltest Du Dir mal anschauen", ruft sie.

Auf Sephyras Ruf hin läuft Frumol nach vorne, gespannt was da los ist.

"Oh, eine Tür", stellt er fest.

"Wollt ihr da rein?" fragt er und untersucht die Tür, die wohl nicht zu den Geheimnissen gehört, nach denen er hier unten bislang Ausschau gehalten hat.

"Wenn wir weiterziehen, sollten wir wissen, was hinter uns ist", erinnert Sephyra ihren Freund.

Als Frumol daraufhin die Tür untersucht, stellt er fest, dass sie verschlossen ist. Und natürlich steckt kein Schlüssel.

Die Wachstube der Orks

Auf einen Blick erkennt Frumol, in welche Richtung die Tür aufschwingt, und wie das Schloss beschaffen ist. Er zieht ein schwarzes, zusammengefaltetes Stück Stoff aus der Tasche, löst den Knoten, der ein aufklappen verhindert. Als er es vorsichtig auseinander klappt, kommen mehrere Dietriche zum Vorschein, die sich in Form und Größe unterscheiden. Mit Bedacht wählt er den passenden Dietrich aus und legt die übrigen sorgsam beiseite. Er kniet sich vor das Schloss und führt langsam den Dietrich ein, tastet nach dem Widerstand, der das Schloss öffnen wird …

Nach kurzem Probieren schwingt die Tür lautlos in den dahinter liegenden Raum hinein.

Frumol stößt die Tür auf: "Bitteschön" lacht er und schaut in den Raum.

Sephyra schaut neugierig hinein.

Der Raum ist l-förmig, gegenüber liegt wohl eine weitere Tür. Der Blick auf die Tür wird aber durch einen Ork gestört, der sich wiederum durch das Eindringen der Helden gestört fühlt und von seinem Stuhl aufspringt, mit seinem Säbel wedelnd rückwärts versucht die andere Tür zu erreichen.

Cuilyn kommt auch hinzu und leuchtet von hinten.

Banjew wartet hinter Cuilyn.

Und sieht wie der Ork sich weiter in dem beleuchteten Raum zurückzieht.

Frumol starrt den Ork überrascht an. Hier hätte er keinen erwartet. Höchstens eine Bande, die einen Durchgangszoll verlangt hätte.

Er will sich gerade aus der Hocke nach rechts in den Raum hinein rollen, um seinen Gefährten nicht den Weg zu versperren, als er eine Hand auf der Schulter bemerkt.

Sephyra zieht ihr Wurfmesser und wirft in einer fließenden Bewegung, verfehlt aber.

Sanft aber bestimmt schiebt Cuilyn Sephyra und dann Frumol zur Seite und gibt die Fackel Frumol.

So richtet sich Frumol auf und nimmt die Fackel entgegen während er in der anderen noch seinen Dietrich hält und den Söldner passieren lässt.

"Wir könnten …", beginnt er doch …

Cuilyn zieht mit der anderen Hand sein Schwert und geht auf den Ork los.

'Warum tut er dies?' Frumol ist über das Gebaren seines Gefährten erstaunt. 'Was hat ihn dazu werden lassen, dass er ohne Vorwarnung angreift? Wir hätten gut reden können …'

Sephyra zieht etwas unschlüssig ihr Florett.

In diesem Moment hat der Ork die Tür erreicht und sie in den nächsten Raum aufgestoßen. Mit einem weiteren Schritt ist er in dem Raum, dort halten sich drei weitere Orks auf, die nun zu ihren Waffen greifen.

nebelmoor_04_01

Frumol stopft sich schnell die Dietriche in die Tasche, während er mit der Fackel in der linken Hand mit schnellen Schritten neben Cuilyn steht.

"Ist das hier das Büro des Meisters? Wir sind auf der Durchreise und wollen den Zoll entrichten", beginnt Frumol die Verhandlung auf Garethi. Im Stillen verflucht er sich, dass er die Sprache dieser pelzigen Biester nicht spricht. Seine rechte Hand befindet sich unauffällig in der Nähe eines Wurfdolchs. Zwar wird er im Falle eines Angriffes erst einmal beiseite treten, aber wer weiß schon, was Phex wieder vorhat.

Die Orks knurren, ob sie damit auf Frumols Frage antworten, weiß er nicht. Vielleicht ist es so vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall sind die vier Orks im Nebenraum kampfbereit.

Erstaunt blickt Cuilyn zu Frumol. "Das sind Orks! Stinkende, räudige Orks. Die einzige Sprache die die sicher verstehen, ist blanker Stahl."

Frumol wirft dem Söldner kurz einen tadelnden Blick zu. Ihm geht es darum aus der Situation ohne Waffengeklirr herauszukommen.

Kurz schaut Cuilyn nach rechts, um zu sehen, ob von dort Gefahr droht.

Rechts liegt nur ein Teppich auf dem Boden und dahinter ist eine geschlossene Tür.

Cuilyn wendet sich an Sephyra, die er noch hinter ihm vermutet.

"Sephyra dort rechts ist eine Tür, schau nach was dahinter ist. Während dessen kümmern wir uns um die Orks hier."

"Ja!" Sephyra folgt der Anweisung.

Vor dem Teppich verharrt Sephyra. 'Was soll ein Teppich in so einer Höhle?' fragt sie sich.

Dann macht er einen Schritt auf die Tür, beobachtet die Orks und schaut in den Raum. Sobald einer der Orks den Raum in seiner Richtung verlassen will, greift er ihn an. Sollten die Orks unschlüssig abwarten, dann geht Cuilyn in den Raum und greift sie an.

Die Orks bleiben in dem Raum - er bietet mehr Platz für einen Kampf.

Sephyra macht einen Schritt vor, dass auch Banjew in den Gang kommt. "Los Banjew, erschrecke sie!"

Banjew wirkt, freie Sicht vorausgesetzt, gegen den vordersten der Orks einen Fulminictus. Für einen weiteren sollte seine Kraft noch reichen. Sollte sich die Situation nicht gravierend ändern, wird er ihn anwenden.

Frumol war gerade dabei ein Silberstück aus dem Gürtel zu ziehen um die Orks von seinen Absichten zu überzeugen, doch …

Cuilyn stellt sich nun direkt vor die Tür.

So deutet er nur eine Verbeugung an. "Wie ihr wünscht Herr", sollen die Orks doch denken, Cuilyn sei der Anführer. So werden sie sich auf ihn konzentrieren. 'Er würde auch beim Würfelspiel sein Schwert auf dem Tisch liegen haben', erinnert sich Frumol an das Gasthaus, indem ihre erste gemeinsame Reise ihr Ende fand.

Er zieht sich aus dem unmittelbaren Kampfbereich zurück und beobachtet wie sich der Konflikt entwickelt. Auch Sephyra an der Tür wirft er einen Blick zu.

Er wartet erneut auf die Reaktion der Orks, dabei schaut er in den Raum. Sollten sie auf ihn los stürmen, macht er einen halben Schritt zurück und beginnt den ihm am nächsten stehenden Ork an zu greifen.

Banjews Fulminictus hat einen durchschlagenden Erfolg. Der vorderste Ork fällt röchelnd zu Boden und bleibt bewusstlos liegen.

Die anderen drei ziehen sich weiter in den Raum zurück und starren die Gefährten Zähne fletschend an. Einen Angriff wagen sie nicht, aber sie strecken auch ihre Waffen nicht.

Bevor Cuilyn ganz in den Raum geht, schaut er sich die Tür an, ob man diese abschließen kann.

Die Tür ist von dem Ork bis an die Wand in den Raum aufgestoßen worden, so kann Cuilyn nichts erkennen.

Im Raum sieht er sich mit einem raschen Blick nach weiteren Türen bzw. Öffnung um.

Der Raum ist sehr groß, besitzt aber nur die eine Tür.

"Und jetzt?" fragt Banjew seine Gefährten, während er sich ein wenig entspannt. Gefahr scheint von den Orks im Augenblick nicht auszugehen, solange sie sie nicht angreifen. "Einsperren?"

"Wohl kaum", meint Frumol. "Die Tür geht in den Raum auf".

"Ja, und?" Banjew kann Frumols Gedankengang offenbar nichts abgewinnen.

"Wenn Du die Tür blockieren kannst?" Frumol ist jedenfalls sehr gespannt.

"Kann ich", gibt Banjew selbstsicher zurück und schließt mit einer auffordernden Handbewegung an: "Wenn Du die Tür zumachst …" Dabei behält er die Hand ausgestreckt in Richtung Tür.

"Cuilyn komm' zurück und mach die Tür zu!" ruft Frumol dem Söldner zu, der ja schon durch die Tür und in den Raum gegangen ist.

Cuilyn verlässt rückwärts den Raum, schließt die Tür und schaut dann fragend zu Frumol.

"Was nun?"

Die Orks beäugen das ganze Vorhaben skeptisch, aber greifen nicht an. Zu sehr sind sie vom abrupten Tod ihres Kameraden schockiert.

"Banjew will die Tür verschließen", meint Frumol.

Verwundert schaut Cuilyn zu Banjew. "Und wie? Hast du einen Schlüssel?"

"Ja, Schlüssel könnte man es nennen", grinst Banjew. "Sind wir uns eigentlich sicher, dass wir nicht noch einmal in den Raum müssen? Sonst wäre der 'Schlüssel' Verschwendung …"

"Wenn ich Phex wäre, würde ich den Ausgang aus dem Tunnel verschließen und den Orks hier zur Aufbewahrung geben", unkt Sephyra.

"Ich kann auch jeder andere Tür verschließen", zuckt Banjew die Schultern.

Die Helden hören, dass die Stimmen der Orks näher kommen.

"Dann fang mit der mit der Tür hier an." fordert Cuilyn ihn auf in dem er auf die Tür zeigt, hinter der sich die Orks befinden.

Ohne weitere Diskussion legt der Magier seine Hand auf die Tür und murmelt eine Formel vor sich hin. "Das sollte uns einige Zeit geben, bevor sie da wieder raus kommen", kommentiert er nach Fertigstellung sein Werk.

'Interessant', denkt Frumol, während er Banjew bei dem Zauber zuschaut und nickt ihm anerkennend zu.

Cuilyn der sieht, dass Sephyra zurück kommt befragt sie: "Was gab es dort hinten?"

"Einen Teppich, und das bei Orks", erzählt Sephyra.

Cuilyn geht zur Tür und prüft deren festen Sitz.

"So wird man die Schwarzpelze auch los." lobt er Banjew. "Und recht geräuscharm."

"Gut!" meint Sephyra nur. "Jetzt aber zügig weiter!"

"Was ist damit?" er deutet fragend auf die Tür. Sie wollen ja eigentlich nur einen Weg durch das Moor finden und sich nicht mit irgendwelchen Kämpfen aufhalten. Sollen sich damit die Söldner der nächsten Fahrt mit beschäftigen.

Andrerseits reizt ihn die Erkundung dieses seltsamen Steines schon, vor allem, weil er nicht so rasch wieder in den Nebel hinaus muss …

"Ich schaue mir mal die Tür an", murmelt er und geht los. Vor dem Teppich bleibt er stehen und betrachtet ihn insbesondere hinsichtlich Gebrauchsspuren und Abnutzungen. Eine Falltür? Eine Falle mit Spießen? Kurz prüft er den Rand des Teppichs, ob dieser fest an den Boden genagelt ist. Falls nicht, zieht er den Teppich einfach beiseite.

Ein Teppich in einer Orkhöhle, das hat den Streuner zu recht vorsichtig agieren lassen, und als er ihn hoch schlägt, ist dort natürlich ein Loch im Boden. Eine schöne Fallgrube in der ein unvorsichtiger Besucher sich hätte zu Tode bringen können.

Als Cuilyn bemerkt, dass sich Frumol für den Teppich interessiert, geht er ihn nach.

Und schaut in eine Fallgrube mit Spitzen am Grund.

"Los, weiter!" drängt Sephyra.

Vorsichtig geht er um die Grube zur Tür. Dort prüft er, ob sie verschlossen ist.

"Sei vorsichtig", mahnt Frumol. Türen und Schlösser sind eher Sephyras und seine Spezialität.

Ihm fällt jetzt auch noch eine weitere gut in die Wand eingelassene Tür auf seiner rechten Seite auf.

"Da, rechts ist noch eine Tür." macht Cuilyn seine Gefährten auf seine Entdeckung aufmerksam.

Die Tür vor ihm ist nicht verschlossen.

Banjew, der noch vor der magisch verschlossenen Tür steht, vermeint nach einem Rütteln an der Tür und einigen lauten Wortwechseln so etwas wie ein kehliges Lachen zu vernehmen.

Banjew zieht die Brauen hoch und überlegt: 'Hat der Raum wohl noch einen anderen Ausgang, den wir übersehen haben?'

Obwohl alles sehr schnell ging, meint Banjew keinen offensichtlichen Ausgang gesehen zu haben. Aber für eine genaue Prüfung aller Wände und Einrichtungsgegenstände war auch keine Zeit.

Und wenn es einen gab, können sie's jetzt auch nicht mehr ändern. Er folgt daher den anderen.

Langsam öffnet Cuilyn die Tür.

Was ihm auch problemlos gelingt. Der Raum ist deutlich größer als der vorherige mit nur einer Tür in der Nordwand.

Die Wände des Zimmers sind in auffällig gutem Zustand. Die Möblierung besteht aus sechs dicken Strohlagern in der Nordostecke, einem großen, dreitürigen Schrank und einem Tisch, an dem zwei Orks sitzen und halblaut schnarchen. Einer der Schläfer trägt eine deutlich bessere Uniform als die bisherigen Orks.

Cuilyn hat genug gesehen, leise schließt er die Tür.

"Dort drin schlafen noch zwei Orks." flüstert er. "Der eine scheint der Chef zu sein."

Frumol untersucht sogleich die Tür neben Cuilyn.

Die Tür ist unverschlossen, dahinter ist ein quadratischer Raum mit Regalen an drei Wänden. In den Regalen liegen mehrere Flaschen.

"Wein werden sie hier wohl nicht lagern" meint Frumol leise - mehr für sich als die Anderen. Vorsichtig betritt er den Raum und schaut sich die Flaschen näher an.

Da täuscht sich Frumol aber. Das Regal wurde vermutlich in besseren Zeiten gefüllt und enthält tatsächlich dick verstaubte Weinflaschen. Es scheint sich um verschiedene alte Rot-, Rose- und Weißweine zu handeln.

Frumol nimmt interessiert die eine oder andere Glasflasche aus dem Regal und hält sie prüfend vor das Licht, nachdem er sie vom Staub befreit hat. Er nimmt sich vor, ein paar Flaschen auf dem Rückweg mitzunehmen, die lassen sich bestimmt noch verkaufen und den Bonus erhöhen - oder austrinken und helfen so, den klammen Nebel besser zu ertragen.

Ein paar Flaschen sehen noch gut aus. Der Korken hat über die Jahre gehalten und auch der Inhalt ist nicht trüb.

Bevor er den Raum verlässt, prüft er noch kurz stichprobenartig Regale und Wände, ob sich möglicherweise noch eine weitere geheime Tür hier verbirgt - ich einer solch versteckten Weinkammer muss es noch ein Geheimnis geben …

Außer dem Wein und den Regalen gibt der Raum nicht weiter her.

Frumol legt die für gut befundenen Flaschen in Türnähe ab und verlässt ein wenig enttäuscht den Raum.

"Nur ein Weinlager", gibt er bekannt. "Was jetzt?" Er schaut sich nach weiteren Möglichkeiten, auch getarnten Türen um.

Die vier Türen und der Teppich sind alles, was in diesem Raum zu finden war.

"Was war hinter der Tür?" fragt Banjew und zeigt auf die Tür hinter denen noch mehr Orks zu finden waren, deren Entdeckung er aber nicht mitbekommen hat.

"Zwei Orks, die schlafen." antwortet Cuilyn. "Einer muss der Anführer sein."

"Und? Wollen wir die da einfach so schlafen lassen?" fragt der Magier etwas erstaunt zurück.

"Das schaue ich mir mal an", meint Frumol erfreut, als er das Wort Anführer vernimmt. 'Da lässt sich bestimmt Beute machen', denkt er bei sich.

"Was hast Du vor?" zischt ihm Sephyra leise nach. Sie versteht nicht, weshalb Frumol sich wieder in Gefahr begeben will.

Vorher holt er sich noch eine der nicht mehr genießbaren Weinflaschen aus der Kammer und betritt mit ihr leise den Raum, in dem er sich vorsichtig umsieht. Mit dem Wein kann er möglicherweise etwas Zwietracht zwischen den Orks säen - Noch immer weiß keiner, warum sie hier sind …

Das Frumol leise ist, wachen die beiden nicht auf als er den Raum betritt.

Verwundert folgt sie ihrem Freund, um ihm notfalls beistehen zu können.

Er bedeutet seiner Liebsten leise zu sein und sich im Raum umzusehen.

Sephyra kann nicht mehr erkennen als vorher Cuilyn: sechs dicke Strohlager, einen großen, dreitürigen Schrank und einen Tisch.

Ein Lächeln schleicht sich auf Sephyras Züge, als sie Frumol zunickt und ihm zu verstehen gibt, dass genau das sie tun wird. 'Also hat er einen Plan! Ich hätte es wissen müssen.' tadelt sie sich im Stillen, dass sie so wenig Vertrauen in ihren geliebten Frumol hat haben können.

Frumol schaut sich die beiden Orks nacheinander an, bevor er sich weiter im Raum umsieht.

Frumol schafft es die beiden Waffen vom Tisch zu nehmen ohne das die Orks es mitbekommen.

Dem einfachen Ork wird er die Flasche Wein hinstellen.

"Komm, lass uns abhauen!" Sephyra schaut sich um, ob sie etwas sieht, mit dem sie die Tür verkeilen kann.

Frumol hat sich gerade den Säbel und die Keule der Orks in der Hand. Daraus ließe sich sicherlich was machen - aber wer weiß, was Frumol noch alles vorher machen will.

Nachdem Frumol dies gelungen ist, geht er leise zum Schrank und späht hinein.

Frumol versucht an den Griffen der Schranktüren Gebrauchsspuren zu erkennen. Eine solche Tür wird er vorsichtig einen Spalt öffnen.

Der Schrank ist schon ziemlich marode und als Frumol ihn öffnet, findet er nur alte abgetragene Klamotten.

Frumol rümpft nur enttäuscht die Nase. Hier wäre sicher ein gutes Versteck für eine Börse … da der Streuner aber keine Lust hat, sich durch abgetragene Kleidung zu wühlen schließt er den Schrank wieder. Kurz kontrolliert er noch mögliche Verstecke unter und hinter dem Schrank sowie auf dem Schrank, sofern er dort ohne Probleme herankommt.

Sollte er nichts finden, bedeutet er Sephyra den Raum wieder zu verlassen und schließt sich an.

Er findet kein offensichtliches Versteck, aber ziemlich auffällige Kratz- oder Schleifspuren am Boden.

"Halt!" meldet sich Sephyra und weist auf die Spuren. Die Gauklerin schaut, von wo nach wo die Spuren führen.

Durch Sephyras Ruf aufgeschreckt, kommt Leben in die beiden Schläfer am Tisch.

Sephyra schilt sich innerlich, aber sie ist nicht übermäßig besorgt, da die beiden ja entwaffnet sind. Sie zieht ihr Florett.

"Was dauert denn da so lang?" fragt sich Cuilyn selbst. Vorsichtig schaut er in den Raum mit Frumol, Sephyra und den beiden Orks. Als er sieht, dass die beiden Orks erwachen, betritt er den Raum und zieht sein Schwert.

Frumol hat die Spuren ebenfalls gesehen und schaut sich die Spuren genauer an. "Woher die wohl stammen?" flüstert er.

Jetzt sind die beiden wach und wollen zu ihren Waffen greifen, die aber noch Frumol hat. So greift der Hauptmann zur Weinflasche und zerschlägt sie an der Tischkante.

Cuilyn geht direkt auf den Hauptork zu, das Schwert fest in der Hand bereit es jederzeit zu benutzen.

Der Orkhauptmann hält Cuilyn erstmal für den gefährlichsten Gegner und geht Zähne fletschend auf ihn los. Vor Schreck vergisst der Söldner sein Schwert hoch zu nehmen.

Erschrocken schaut Frumol auf. Bevor es zu einer Auseinandersetzung kommen kann, versucht er den ihm nächsten Ork mit einem Schlag niederzustrecken. Hierzu benutzt er sofern möglich seinen Dolchgriff, ansonsten ein kräftiger Fausthieb.

Den Angriff des Streuners kann der unbewaffnete Ork abwehren. Frumol allerdings auch den Angriff des Orks.

Sephyra greift den Ork von der Seite an.

Sie trifft aber nur die Rüstung des Hauptmanns.

Als Banjew den Kampflärm wahrnimmt, folgt auch er in den Raum. wo er schnell die Lage wahrnimmt.

Leider muss er mit seinen Kräften haushalten, so dass er dem Hauptmann bei günstiger Gelegenheit einen Blitz entgegenschleudert.

Banjews Blitz lässt den Ork unkontrolliert mit der Flasche hin- und her fuchteln. Aber damit ist der direkte Weg frei für Sephyra und Cuilyn.

Der Angriff des Orks lässt Cuilyn zwei kleine Schritte zurück taumeln, eben ausreichend weit um sein Schwert zu heben und erneut anzugreifen. Dabei versucht er mit einer Stichbewegung die Kehle des Orks zu treffen. Falls der Ork zu geduckt daher kommt, verteidigt er sich nur. In dem Moment, in dem ihn der Ork die Seite zuwendet zielen seine Schwerthiebe auf die Kniekehlen, um dort wichtige Sehnen zu trennen.

Sephyra setzt nach.

Der aufrecht stehende und geblendete Ork ist ein leichtes Ziel für Cuilyn Schwertstreiche. Bevor der Ork wieder klar sehen kann, haben Cuilyns Streiche und Sephyras Stiche ihn zu Boden gehen lassen.

Banjew nickt zufrieden. Das hat sich doch gelohnt. Er wird lernen müssen, mit seinen Kräften besser zu haushalten.

Da Frumol einen seiner Wurfdolche gezogen hatte, um seinen Gegner zu betäuben, fühlt er sich im Nahkampf gegenüber dem unbewaffneten Ork im Vorteil. Sein Kampfstil ist der Nahkampf mit der üblichen Mischung von Raufen und Messerkampf - so wie er auf den Straßen und in heruntergekommenen Spelunken praktiziert wird: Schläge und Stiche wechseln sich ab mit Tritten und weiteren unmoralischen Angriffen - es ist ein Kampf ohne Regeln, mit dem Ziel zu gewinnen. Und das will der Streuner schnell.

Dem ungestüm mit dem Messer angreifenden Frumol hat der Ork nicht entgegenzusetzen und daher beschränkt er sich auf Ausweichen, aber auch damit hat er kein Glück. Frumol kann zweimal zu stechen und dann sind auch Sephyra und Cuilyn mit dem Orkwebel fertig.

Grunzend hebt er die Hände und ergibt sich.

Sephyra bedeutet dem Ork, sich auf den Boden zu legen, mit dem Gesicht nach unten.

Schwerfällig ob seiner vielen Verletzungen kommt der Ork der Aufforderung stöhnend nach.

Um sicher zu stellen, dass der Ork auch wirklich das Rauschen von Golgaris Schwingen vernimmt, schneidet er ihm mit dem Schwert die Kehle durch. Dann dreht er sich zu dem zweiten Ork, der bereits am Boden liegt, und wartet was Sephyra oder Frumol nun vorhaben.

Ein erlösendes Stöhnen ist zu hören.

Sephyra reißt von der Kleidung des anderen Streifen ab, um den Ork zu fesseln.

Viel Leben ist nicht mehr in dem Ork. Sephyra vermutet, dass er ohne Hilfe den Tag nicht mehr überleben wird.

Da Sephyra den Ork fesselt, braucht Frumol diesen nicht mit einem gezielten Schlag zu betäuben. Sollten seine Kumpanen aus dem Nachbarraum ihn finden, können sie entscheiden, was aus ihm wird.

Er widmet sich den auffälligen Kratz- und Schleifspuren. Sollte hier jemand ein schweres Möbelstück bewegt haben? Vielleicht sogar den Schrank? Dann würde sich hinter dem Schrank ein Versteck befinden. Vielleicht sogar ein Durchgang?

Der Schrank lässt sich mit etwas Mühe zur Seite verschieben. Dahinter ist eine Holzklappe in der Wand.

"Schau an", murmelt Frumol selbstzufrieden. Hat er doch eine weitere Spur gefunden. Vorsichtig überprüft er die Ränder der Klappe, obwohl er keine Falle vermutet. Die Abnutzungen am Fußboden deuten auf eine häufigere Benutzung hin.

Er öffnet die Klappe, gespannt, was ihn dahinter erwartet.

Hinter der Klappe ist ein schmales dunkles Gelass, leer bis auf eine schwerer eisenbeschlagene Truhe vor der Südwand.

'Scheint, als würde Phex die Reisekasse aufbessern', denkt sich der Streuner und zwängt sich zu der Kiste, um diese näher in Augenschein zu nehmen.

Die Kiste ist schwer, massiv und fest verschlossen.

"Was hast Du gefunden?" ruft Sephyra halblaut hinterher.

"Ein Kiste", antwortet Frumol. "schwer, massiv und verschlossen."

Während er spricht untersucht er im schummrigen Licht das Schloss, und wählt den passenden Dietrich.

Cuilyn steht neben dem gefesselten Ork und schaut Frumol zu wie er versucht die Truhe zu öffnen. Diesmal scheint es, dass das Schloss nicht so einfach nachgibt.

Frumols Können lässt der Truhe keine Chance: Nach wenigen Augenblicken öffnet sich das Schloss. Frumol findet in der Truhe 4 Edelsteine, 37 Silbertaler und 83 Heller.

Die Edelsteine steckt er sich unauffällig mit dem Dietrich zurück in Wams - diese werden seine Reisekasse ein wenig aufbessern und ihn für die ganzen Strapazen entschädigen. Vielleicht wird er später Sephyra einen schenken …

"Oh, etwas Silber", gibt er bekannt und reicht das Geld an Sephyra weiter, bevor er den Boden der Truhe abtastet - so schwer und massiv wie die Kiste ist, würde ihn ein doppelter Boden oder ein weiteres Geheimfach nicht überraschen.

Aber er findet nichts - vermutlich ist der Ursprung der Truhe und des Weinlagers nicht bei den Orks zu suchen.

Sollte er nichts finden, verlässt er den engen Raum und deutet auf das Geld: "Teilen wir das?"

"Wenn wir angekommen sind", schlägt Sephyra vor. "Jetzt aber weiter!"

Währenddessen fragt sich Banjew, was sie hier eigentlich machen. Ihr Auftrag lautet doch nicht, die Orks hier aufzureiben und auszuplündern, sondern die Wagen ans Ziel zu bringen. Und die Wagen sind zur Zeit ungeschützt, jedenfalls von ihnen.

"Wir sollten die Wagen nicht länger allein lassen als unbedingt nötig", verkündet er den Gefährten. "Ich wüsste zwar auch gerne, warum die Orks hier mitten im Nirgendwo und mitten im Berg hocken, aber das herauszufinden bringt uns wenig, wenn die Karren weg sind."

'Das hatte ich vorhin schon gefragt', wundert sich Frumol, der hier nicht unbedingt rein wollte.

"Habt ihr genug gesehen?" wendet sich Cuilyn an Frumol und Sephyra.

Dann schaut er sich den Ork zu seinen Füßen genauer an. Er hält es für sinnvoll ihn nicht allzu sehr leiden zu lassen. Ein Stich mit dem Schwert zwischen die Rippen sollte ausreichen. Anschließend reinigt er seine Waffe an der Kleidung des Toten und verlässt den Raum.

Und wieder ein Ork, der von Tairach mit offenen Armen empfangen wird.

"Dann lasst uns weiter", stimmt Frumol selbstzufrieden zu.

Im Tunnel ist alles ruhig - keiner der Wagen fehlt, die Kutscher und Pferde sind auch noch da.

Die Anspannung bei den Kutschern löst sich als die Gefährten wieder alle erscheinen. Gespannt warten sie auf die nächsten Anweisungen.

"Weiter!" gibt Sephyra das Kommando.

Frumol nimmt wieder seinen Platz auf dem letzten Wagen ein. Er schiebt den Beutel mit den Münzen unter den Kutschbock und beginnt seine Dietriche sorgfältig zu sortieren und zu verstauen. Um die Edelsteine wird er sich später kümmern …

Cuilyn sucht sich ebenfalls einen Wagen und nimmt auf dem Kutschbock Platz.

Während der weiteren Fahr durch den Tunnel beobachtet er wieder aufmerksam die Decke, die Wände und den Boden.

Cuilyn stellt fest, dass der Tunnel nicht viel Platz lässt. Wenn voraus etwas passiert, wird es dauern bis er sich nach vorne durch gedrängelt hat.

Wenn etwas passiert, dann ist es besser irgendwo in der Mitte zu sein, als am falschen Ende des Zuges. Cuilyn hat sich den vierten Wagen zum mitfahren ausgesucht.

Banjew ging eigentlich davon aus, dass sie weitermachen wie bisher. Aber da Cuilyn sich auf den Wagen begibt, tut er es auch. Cuilyn kennt sich in solchen Dingen einfach besser aus als er.

Und Sephyra sitzt wieder beim ersten Kutscher.

Kaum sind alle auf den Wagen aufgesessen und das Rumpeln der schweren Wagen erfüllt den Tunnel wieder, sieht Sephyra etwas voraus in der linken Wand einen Einschnitt oder Durchgang.

"Halt!" befiehlt sie.

Da außer dem 'Halt!' nichts besonderes zu hören ist, beeilt sich Cuilyn nicht nach vorne zu kommen.

Als der Wagenzug zum Halten kommt, sitzt Banjew ab und eilt nach vorne.

Die Treppe

Als sich Sephyra den Spalt näher ansieht, erkennt sie einen Durchgang hinter dem eine Wendeltreppe nach oben beginnt.

"Was ist das hier bloß für ein komischer Tunnel?" fragt Banjew, als er den Durchgang und die Wendeltreppe entdeckt. "Als ob der Berg an sich nicht schon merkwürdig genug wäre!"

"Dann schauen wir halt nach wohin die Treppe führt." antwortet Cuilyn.

"Nach oben?" kommentiert Frumol, der nach vorne gekommen ist, um zu sehen, was los ist.

Vorsichtig und leise steigt er die Treppe hinauf.

Die Treppe ist eine Wendeltreppe und sie dreht sich und dreht sich nach oben.

Sorgfältig achtet Cuilyn auf die Mauer, ob er irgendwelche Unregelmäßigkeiten erkennen kann, die auf eine Tür schließen lassen. Ebenso schaut er sich jede Stufe an ob sie innen oder außen Spuren von Benutzung erkennen lassen.

Die Treppe ist alt und ausgetreten, sieht aber so als wäre sie in der letzten Zeit nicht mehr so häufig benutzt worden.

Spätestens nach zwei und einer halben Umdrehung steigt er wieder die Treppe hinab.

Es ist noch kein Ende abzusehen.

Frumol zuckt mit den Schulter. Cuilyn hätte Sephyra oder ihn gehen lassen sollen, die beiden werden nicht durch Waffen und Rüstung behindert … jetzt wird er warten, bis sich etwas tut.

Cuilyn ist schnell aus dem Blick der Gefährten verschwunden.

Wieder unten angekommen berichtet Cuilyn was er gesehen hat: "Das ist nur eine alte ausgetretene Treppe, die anscheinend schon länger nicht mehr benutzt wurde."

"Erstmal weiter", schlägt Sephyra achselzuckend vor.

Banjew interessiert sich für die Treppe, gerade weil sie nach oben geht und schon länger nicht mehr benutzt wurde: "Vielleicht kommen wir ja nach oben aus dem Berg raus und können uns die Umgebung ansehen?" Es reizt ihn, die Treppe auszukundschaften. "Aber wir sollten nicht alle gehen. Wer kommt mit, wer bleibt hier?" Dass er selbst geht, ist für ihn ausgemachte Sache.

"Ich bleibe bei den Wagen." Cuilyn will nicht schon wieder nutzlos eine Treppe rauf und runter laufen.

Da offenbar keiner mitkommen will, macht sich Banjew auf eigene Faust auf den Weg.

Die Treppe schraubt sich nach oben - Banjew glaubt, dass sie nie enden scheint.

"Ich begleite Dich!" meint Sephyra und folgt ihm.

Dass es weit nach oben geht, wusste er ja vorher schon, deshalb geht Banjew weiter. Als er nach unten schaut, ist auch das untere Ende verschwunden. Die Welt scheint nur noch aus Wendeltreppe zu bestehen. Umso spannender für Banjew die Frage, warum es sie überhaupt gibt, was ihn am Ende erwartet.

Sephyra geht immer zwei Stufen unter ihm.

So schrauben sich Banjew und Sephyra Stufe um Stufe, Runde um Runde nach oben. Endlich nach gut 600 Stufen - oder wie der Magier nachrechnet gut 30 Umdrehungen ist das Ende der Treppe erreicht: ein kleines Plateau.

Vom Plateau aus hat man einen guten Blick auf den dichten Nebel über dem Moor, leider scheinen das die einzigen Erkenntnisse zu sein.

Zunächst ist Banjew ein wenig enttäuscht, hatte er doch mehr erwartet. Hier muss es doch noch mehr geben! Niemand würde ohne Grund eine so hohe - Banjew überschlägt schnell weiter: Banjew überschlägt schnell weiter: 600 Stufen a 8 Finger = 100 Schritt - Treppe bauen! Er beginnt, sich genauer umzusehen.

Das "Umschauen" ist das einzige, was von dieser Plattform hoch über dem Moor Sinn macht, aber das Nebelmoor liegt unter dem Nebel in seinem Namen begraben. Banjew ist sich sicher, dass die Treppe alt ist, sehr alt.

Jetzt ist Banjew erst recht enttäuscht, doch zugleich ist seine Neugier geweckt. Die Orks hausen hier nur in verlassenen Gängen, aber hinter dem ganzen verbirgt sich etwas viel Größeres, das darauf wartet, freigelegt zu werden. Da ist er sich sicher.

Sephyra, die hinter dem Magier die Treppe hoch steigt, sieht nahe dem Ausgang eine goldene, mit einem roten Edelstein besetzte Brosche liegen.

"Guck mal Banjew!" meint sie nur, als sie die Brosche aufhebt und in die Hand nimmt.

Als Sephyra auf die Brosche sieht, scheint diese von einer roten Aura umflossen zu sein. Da blinzelt sie und der Spuk ist weg.

Fast lässt Sephyra vor Schreck die Brosche fallen. Sie fängt sich aber wieder und sagt nichts.

Banjew hatte sich umgedreht, als sie ihn angesprochen hatte. "Was ist?" fragt er, ohne dass Sephyra einschätzen könnte, ob er etwas bemerkt hat oder nicht.

"G…guck Dir mal die Brosche an. Die ist irgendwie seltsam." Sephyra stottert fast ein wenig.

Banjew wirft einen Blick auf die Brosche. "Wieso? Was ist mir ihr?"

"W…weiß nich", erwidert Sephyra unsicher.

Banjew guckt sich die Brosche genauer an, ob er erkennen kann, was Sephyra angst macht.

Äußerlich sieht sie aus wie eine normale Brosche mit einem Edelstein.

"Äh, irgendwas Spezielles, was Du komisch findest?" fragt Banjew Sephyra. "Scheint mir auf den ersten Blick ganz normal zu sein."

"Na, waren wohl nur die Nerven", entgegnet Sephyra erleichtert, als Banjew nichts auffällt.

Der zuckt nur mit den Schultern und meint: "Ich hätte mir hier oben auch mehr erwartet. Komische Anlage, dieser Berg."

"Ach, dann lass uns runtergehen!" schlägt Sephyra vor. "Die anderen warten sicher schon."

Als die beiden - nach einem langen Abstieg - bei den Wagen ankommen, erfahren sie, dass Cuilyn und Frumol kurz nachdem sie auf der Treppe waren, weiter gegangen sind.

"Hinterher!" sagt Sephyra nur und geht los.

Banjew schließt sich an.

So macht sich der Wagenzug mit dem gewohnten Getöse auf den Weg.

<<>>

"Wollen wir ein wenig vorausgehen?" fragt Frumol Cuilyn, dem ein wenig langweilig wird.

"Gute Idee." bekräftigt Cuilyn den Vorschlag.

Bevor sie den Tunnel weiter entlanglaufen, erklärt er den Kutschern kurz ihr Vorhaben und ermahnt sie hier in Ruhe zu warten. Sollte etwas Ungewöhnliches passieren, dann wären sie schnell wieder da.

"Wie weit wollen wir gehen?" fragt der Streuner seinen Gefährten nach dessen Vorstellung, während sie gemeinsam den Gang entlanggehen und er Ausschau nach Auffälligkeiten oder interessanten Dingen hält.

"1000 Schritt." ist die knappe Antwort von Cuilyn.

Cuilyn zählt die Schritte langsam mit während sie durch den gefühlt endlosen Tunnel laufen. Fast ist er schon bei dem Ende seiner Zählerei angelangt, da vermeint er im Flackerlicht der Fackel in der rechten Wand etwas zu erahnen.

Cuilyn deutet auf die Wand und schaut dann zu Frumol. "Dort ist etwas."

"Lass uns nachschauen", mein Frumol, der den Schatten ebenfalls gesehen hat. Ohne zu zögern geht er weiter.

Die zweite Orkbehausung

Es ist wieder eine Tür im Fels, verschlossen.

"Leuchte mal", bittet Frumol um die Tür betrachten zu können.

Die Tür ähnelt sehr stark, der Tür zu den Orks.

"Wir sollten erst die anderen holen." rät Cuilyn zur Vorsicht. "Vielleicht sind dahinter noch mehr Orks. Aber die Stelle sollten wir markieren."

"Lass uns mal nachschauen, was uns erwartet" Frumol legt sein Ohr an die Tür und lauscht. Dann schaut er durchs Schlüsselloch, ob er etwas erkennen kann und prüft, in welche Richtung die Tür aufgeht.

Der Raum oder Gang oder was auch immer ist beleuchtet, dass erkennt der Streuner, aber sonst ist das Blickfeld zu klein. Er vermeint aber auch leises Schnarchen zu vernehmen.

Ist es draußen schon Nacht geworden? Wie viele Stunden laufen sie schon durch diesen Tunnel? Frumol hat alles Zeitgefühl verloren.

"Da schnarcht einer", informiert Frumol seinen Gefährten. "Lass mich mal schnell nachschauen." Frumol hat die Neugier gepackt.

"Halt! Warte!" Cuilyn packt Frumols Schulter und hält ihn zurück. "Lass uns erst die anderen holen."

Kaum hat Cuilyn das gesagt, vermeint er in der Ferne das langsam lauter werdende Gerappel und Getrappel der Wagen zu vernehmen.

"Hör' mal, die kommen schon" lächelt Frumol, der endlich die Tür öffnen kann. Er versucht dies zuerst, indem er die Klinke vorsichtig drückt. Die Tür öffnet er nur einen Spalt weit und stellt auch seinen Fuß von außen dagegen.

Der Ansatz wäre gut gewesen, wäre die Tür nicht verschlossen.

In der Zwischenzeit kommt der Wagenzug immer näher und es wird lauter im Tunnel. Frumol kann das Schnarchen nicht mehr hören.

"Lauf mal zurück und sag denen, die sollen nicht solchen Lärm machen", bittet Frumol. "Ich bleibe solange hier und passe auf."

Als Cuilyn los läuft und den Wagen zuwinkt, bleiben diese stehen und es wird wieder ruhig im Tunnel. Und welch ein Glück, Frumol kann das Schnarchen wieder hören.

'Prima', freut sich Frumol, und versucht die Tür zu öffnen, indem er die Klinke nieder drückt.

Wie fast zu erwarten war, ist die Tür verschlossen.

Leicht enttäuscht, greift Frumol in die Tasche, in die er vorhin seine Dietriche gestopft hatte und beginnt, das Schloss nach einer kurzen Prüfung, fachmännisch zu öffnen.

Mit einem leisen klick zeigt ihm das Schloss, dass es überwunden ist und Frumol kann die Tür in den Raum öffnen.

Sephyra ist mittlerweile herangekommen und wartet mit gezogenem Florett.

Cuilyn tut es Sephyra gleich, nimmt sein Schwert und stellt sich neben die Tür.

Freudig packt Frumol den Dietrich wieder ein und öffnet die Tür einen Spalt - nur soweit, dass er hinein spähen kann.

Sein Blick fällt in einen 2 mal 3 Schritt großen Raum mit je einer Tür in der Ost- und in der Westwand - durch diese Tür schaut Frumol gerade.

An einem kleinen Tisch sitzt ein Ork, der offensichtlich einen schweren Rausch ausschläft. Dieser Ork ist die Quelle des Schnarchens.

Frumol bedeutet seinen Freunden leise zu sein und zu warten, während er die Tür ganz öffnet und den Raum betritt. Der Schnarcher wird aus seinem Rausch wohl kaum aufwachen, vermutet der Streuner, somit wird er sich nicht übertrieben leise bewegen.

Im Licht der Fackel schaut er sich um, was es in diesem Durchgangszimmer wohl Interessantes geben mag. Für ein Wachstube erscheint ihm das Zimmer zu klein, ein Büro traut er den Orks nicht so richtig zu.

Der Begriff Durchgangszimmer trifft es schon recht gut, denn außer den beiden Türen ist nur der Ork, ein Tisch und ein Hocker in dem Raum.

Frumol lässt den Blick prüfend über den Ork und den Schreibtisch gleiten. Vielleicht liegt etwas Interessantes auf dem Tisch?

Und warum ist dieser Ork hier betrunken? Was machen die Orks hier überhaupt?

Er winkt seinen Gefährten ihm zu folgen und begibt sich zu der zweiten Tür, lauscht und späht durch das Schlüsselloch.

Hinter der Tür ist es dunkel. Die Tür geht ebenfalls in den Raum auf.

Sephyra bewacht den Ork währenddessen.

Der schläft selig weiter.

Cuilyn deutet mit Handzeichen an, dass Sephyra bei dem Ork bleiben soll während er Frumol begleitet.

Sephyra nickt bestätigend.

Frumol öffnet die Tür ganz und leuchtet in die Dunkelheit.

Er schaut auf eine Gangkreuzung: Es geht geradeaus, nach links und nach rechts.

Frumol mustert Gänge und Böden und versucht zu erahnen, welchen Zweck diese haben könnten. Auch auf Spuren häufiger Benutzung achtet er.

'Wenn das eben eine Wachstube wäre, was würde bewacht werden?' fragt er sich.

Spuren sind auf dem Felsboden nur sehr schwer zu erkennen.

Da Frumol keine Spuren erkennen kann, betrachtet er noch kurz die Beschaffenheit der Wände. Dann wendet er sich nach rechts, nachdem er zuvor in die anderen Gänge geleuchtet hat.

Die Gänge sind leer und unbeleuchtet und unterscheiden sich außer durch ihre Richtung nicht voneinander. Der Gang rechts knickt nach gut sechs Schritt nach Osten ab.

Als Cuilyn sieht, dass Frumol durch die Tür will, greift er nach dessen Schulter und deutet ihm an noch kurz zu warten. Cuilyn hat so ungern Gegner in seinem Rücken. Mit einem schnellen Schnitt seines Schwertes an der Kehle des Orks lässt er diesen das Leben aushauchen.

Ein Röcheln kommt aus der Kehle des Ork, dann fällt er mit gebrochenen Augen vornüber auf den Tisch. Das Blut aus der Halsschlagader pulst in kleiner werdenden Fontänen über den Tisch und den Boden.

"So, nun können wir." fordert er Frumol auf weiter zu gehen.

Banjew hebt kurz die Augenbrauen, folgt dann aber Frumol, Cuilyn und Sephyra.

Angewidert wendet Sephyra sich ab, sagt aber nichts. Sie folgt dann Frumol.

Ob dieser grauenvollen Tat wendet sich Frumol ab. Er nimmt sich vor, mit dem Söldner nicht wieder gemeinsam auf Erkundung zu gehen.

Frumol lauscht, ob er Geräusche hört, die nicht von seinen Gefährten oder dem schnarchenden Ork sind, und huscht dann zur Ecke.

Der Ork schnarcht Dank Cuilyns Tat nicht mehr und so ist nichts weiter zu hören. Der Gang Richtung Osten verliert sich im trüben Licht der Fackel.

Da der Gang weiter führt, folgt ihm der Streuner. Mulmig ist ihm bei dem Gefühl, einen kaltblütigen Mörder in seinem Rücken zu haben.

Das Gangstück ist gut doppelt so lang wie das erste und knickt am Ende nach links ab. Hinter dem Knick führt es wieder sechs Schritt zurück, bevor es erneut nach links abknickt.

Aber direkt hinter dem Knick ist auf der rechten Seite eine schwere eisenbeschlagene Tür mit einem breiten Riegel.

Die schwere, eisenbeschlagene Tür erinnert Frumol spontan an eine Kerkerzelle, hinter der Leute eingesperrt und vergessen werden. Da der Gang später wieder nach links abbiegt, wird er ihn zurück zum Ausgangspunkt bringen, schätzt Frumol.

Somit widmet sich der junge Streuner kurz der Tür. Sollte ein Guckloch vorhanden sein, wird er es nutzen, ansonsten schiebt er den Riegel zurück und späht in den Raum hinter der Tür. Er weiß, dass Sephyra ihm die nötige Rückendeckung gibt.

Ein Guckloch gibt es nicht , aber in der Mitte der Tür ist ein Klappe durch die man Essen in den Raum geben kann. Als Frumol sich bückt und hindurch blickt sieht er nur einen dunklen Raum. Ein unangenehmer Geruch weht ihm in die Nase.

"Puh", entfährt es Frumol, als er die Nase rümpft. Schnell schließt er wieder die Klappe. Auf einen solchen Raum hat er keine Lust.

Er richtet sich auf und schaut zu Sephyra.

Erbald

Erbald hob kaum den Kopf, als sich die Klappe Öffnete. Seit drei Tagen war er schon hier und bis auf das Orkgezücht, dass ihm einmal täglich seine Ration trockenes Brot brachte, hatte er noch niemanden hier gesehen. Sollte Rondra ihn vergessen haben?

Halb apathisch hockte er an der Wand, unter sich nur eine Lage schimmeligen Strohs. Seine Waffen, seine Rüstung, sein Ross in der Hand dieses Kroppzeugs. Seine Lage schien hoffnungslos.

Doch was er jetzt sah, war wohl alles andere als ein Schwarzpelz. Sollte er nun endlich den Drahtzieher dieses Räuberhaufens kennen lernen? - Oder - er wagte es kaum zu hoffen - befreit werden? Forsch ruft er: "Hey! Holt mich hier raus!"

Die Worte klingen dumpf durch die Tür und lassen den Streuner innehalten.

"Da scheint einer gefangen zu sein", flüstert er Sephyra zu. "Das hier ist also ein Kerker."

Er schiebt den Riegel zurück und öffnet die Tür, nachdem er noch einmal tief eingeatmet hat.

"Ein Mensch, hier?" Sephyra atmet langsam aus. "Wir können jemanden befreien!" flüstert sie aufgeregt.

"Genau, eine weitere unserer Heldentaten", grinst Frumol und späht noch einmal nach Cuilyn.

"Bei den Zwölfen! Holt mich aus diesem Loch heraus! Ich bitte euch!" ruft Erbald halb verzweifelt, halb hoffnungsvoll.

"Kein Grund so zu schreien", erwidert Frumol. Dann hebt er die Fackel und leuchtet er in die Zelle hinein.

Die Zelle ist knapp 2 mal 3 Schritt groß und bis auf den Gefangenen leer.

Sephyra leuchtet in die Zelle, um zu sehen, wer da ist.

"Was ist los?" fragt Banjew gedämpft von hinten, der zwar die Aufregung wahrgenommen hat, aber die Worte nicht verstanden hat.

"Wer seid ihr? Habt ihr die Orks erledigt? - Oh verzeiht, mein Name ist Erbald von Unterdachsberg."

"So könnte man es sagen", antwortet Frumol ausweichend und mustert Zelle und Gefangenen.

Die Zelle ist einfach nur karg und leer - Frumol kann keine weiteren Geheimnisse entdecken.

"Kannst Du laufen?" will er wissen.

"Das ist Frumol", und ich bin Sephyra!" übernimmt Sephyra die Vorstellung

Banjew drängelt sich auch so weit vor, dass er den Gefangenen sehen kann. "Ich bin Banjew", sagt er, während er den Unerwarteten mustert.

"Freut mich, Euch kennen zu lernen, wirklich!" antwortet Erbald. Der Junker ist wegen der vertraulichen Anrede etwas konsterniert. Er will aber in seiner Situation auch nicht über Etikette diskutieren. "Habt Ihr vielleicht meine Waffen, mein Ross und meine Rüstung irgendwo gesehen?" mochte er gerne wissen.

"Nein", antwortet Frumol kurz angebunden. "Aber Du kannst alles gerne suchen und uns dann weitere Bestien vom Hals halten."

Er wendet sich zum Gehen. "Oder Du kommst mit uns und erzählst uns noch ein wenig von Dir." fügt er noch hinzu.

Resignierend berichtet der Junker: "Das ist schnell getan! Ich war mit einer Botschaft von Trallop nach Donnerbach unterwegs. Der Weg linker Hand um den Neunaugensee erschien mir als der schnellere, obwohl es Warnungen gab, dass er versperrt sein sollte. Ich hab die Gefahr wohl unterschätzt. Ist leider keine Heldengeschichte. Zwei Orks haben sich mir in den Weg gestellt. Als ich die Schwarzfelle angegriffen hab, habe ich leider die die anderen beiden, die mit einem Netz oben auf einem Baum saßen nicht bemerkt. Den Rest kann man sich denken. Drei oder vier Tage muss das her sein. Es gibt kein Tageslicht in diesem Kerker, da verliert man jedes Zeitgefühl. Noch was: das Gesindel faselte was davon, mich 'dem Wurm' zu vorzuwerfen. Ich hab keine Ahnung, ob das eine Redensart oder nicht war." Erbald zuckte mit den Schultern. "Wo geht es lang?" fragte er dann.

"Und das sollen wir glauben." Misstrauisch schaut sich Cuilyn den Gefangenen an. "Wer sagt uns, dass du nicht mit den Orks gemeinsame Sache machst?"

Cuilyns Zweifel mögen berechtigt sein, doch ist der Gefangene in seiner ärmlichen Kleidung und dazu noch unbewaffnet kein ernstzunehmender Gegner für den großgewachsenen Söldner.

"He, darum können wir uns später kümmern", lacht Frumol den Söldner an. Der Gefangene macht auf den Streuner nicht den Eindruck einer Gefahr.

Banjew hingegen hat keine großes Misstrauen. Ein "Wurm" und Orks, die ihm dienen, das ergäbe endlich mal Sinn für diesen Berg und für das Verschwinden der Handelszüge.

"Erstmal müssen wir hier raus", bestimmt er. "Also zurück zu den Wagen."

Der junge Edelmann erstarrt kurz als er diesen Vorwurf hört. Er strafft sich und mustert den Söldner eisig von oben bis unten. Er fragt sich, ob er nicht vom Regen in die Traufe geraten ist, denn seine Retter führen sich nicht besser als Räubergesindel auf. "Hesinde scheint Ihn bei der Vergabe ihrer Gaben übergangen zu haben!" antwortet er Cuilyn. "Ich hatte gehofft, der Schwamm zwischen Seinen Ohren könnte Ihn das erkennen lassen, Mietling!" Das letzte Wort stößt der Ritter voller Verachtung hervor. Wie er seine Retter langsam einzuschätzen beginnt, muss er befürchten, dass er nicht im rondragefälligen Gefecht fallen wird.

"Mietling!" knurrt Cuilyn leise. "Du wirst schon sehen wer ich bin."

Banjews Gesicht verdunkelt sich. Nun ist doch sein Misstrauen geweckt. Er guckt sich um, was die Gefährten von dieser plötzlichen Aggressivität halten.

"Genug!" unterbricht Frumol einen aufkommenden Streit. Er setzt eine grimmige Mine auf und stellt sich drohend zwischen die beiden.

"Cuilyn, geh' voran zu den Wagen" bittet er den Söldner.

Cuilyn dreht sich um und geht Richtung Wagen. Innerlich schäumt er vor Wut, nur seine antrainierte Selbstbeherrschung hält ihn davon ab weiter auf die Äußerungen des Gefangen einzugehen.

"Und Du - komm mit, oder bleibe hier!" lässt er dem schmutzigen Gefangenen die Wahl. Wenn er gleich provozieren kann, geht es ihm nicht wirklich schlecht, findet der Streuner.

"Richtet Euer Temperament gegen die Orks, nicht gegeneinander", empfiehlt er. "Also los!"

Banjew ist froh, dass Frumol gleich die Initiative ergriffen und den Streit entschärft hat. Er nickt zustimmend. Aber merkwürdig verhält sich dieser Gefangene schon. Sollte er ihm mal auf den Zahn fühlen …?

Erbald schließt sich an. Er beschließt, diese seltsamen Leute auf jeden Fall im Auge zu behalten!

Als Cuilyn unterwegs zum Wagen ist und sich dabei etwas abkühlt, kommt ihm die Erkenntnis, dass die Reaktion echt gewesen ist und der Gefangene wirklich von den Orks gefangen wurde. Nur das mit dem Wurm hat er nicht verstanden, da muss er noch nachfragen.

Der Weg zurück zum Wagenzug ist den Gefährten ja hinlänglich bekannt.

"Was ist mit Deiner Botschaft", will Frumol von Erbald wissen, als sie bei den Wagen ankommen. Er fordert ihn auf, auf den nächst stehenden Wagen zu steigen und setzt sich neben ihn.

"War das ein schriftliches Dokument, oder eine mündliche Botschaft die Du zu überbringen hast?" fragt er ihn interessiert.

Der Junker seufzt, als er daran denkt. "Es war eine Schriftrolle. Versiegelt. Den Inhalt kenne ich leider nicht." Nun, er muss ja nicht alles wissen, denkt Erbald bei sich. Leider verhält es sich tatsächlich so, dass Erbald zwar im Groben weiß worum es geht, Details kennt er jedoch nicht. Er hofft immer noch, die Schriftrolle vielleicht wieder auftreiben zu können.

"Tja, dann wird Du dem Empfänger eine traurige Nachricht überbringen müssen, denn die Rolle wirst Du kaum wiederfinden … oder Du gehst zu Deinem Auftraggeber zurück und lässt Dir eine neue Nachricht ausstellen", schlägt Frumol vor. 'Oder Du verschwindest einfach' fügt er in Gedanken hinzu.

So langsam geht ihm auch auf, wo er sich gerade befindet. "Was ist denn das hier für ein Konvoi? In Trallop haben sie mir gesagt, es führen keine Händler mehr ins Nebelmoor!"

"Tun sie auch nicht", bestätigt er schulterzuckend und grinst. "Aber vielleicht bald wieder", fügt er verschwörerisch hinzu.

Die Kutscher schauen verwundert, dass die Gruppe der Beschützer sich vergrößert hat. Aber wenn die sich nicht erklären, dann werden sie auch nicht nachfragen.

"Den jungen Mann nehmen wir erstmal mit", erklärt der Streuner dem Kutscher auf seinen fragenden Blick hin.

'Wenn das so ist, dann ist das so!' sagt das Schulterzucken des Kutschers aus. Gespannt warten die Kutscher auf das Signal zur Weiterfahrt.

Was in diesem Moment von Sephyra kommt.

So beginnt der Wagenzug den engen Tunnel wieder mit Getöse zu füllen.

'Mal sehen, was noch kommt', denkt sich Sephyra, die wieder beim vordersten Wagen ist.

Die Wagen rumpeln weiter auf dem engen Weg durch den Berg.

Da sein Gesprächspartner schweigt, schaut Frumol wieder auf den Weg. Er ist gespannt, was dieser Berg noch an Überraschungen für sie parat hält.

Soweit die Fackeln leuchten zieht sich der Tunnel gerade aus durch den Berg.

Nachdem sie bereits zwei versteckte Türen gefunden haben, achtet Cuilyn auf weitere Anzeichen an den Wänden während sie fahren.

Auf der nächsten Strecke fällt ihm nicht weiter auf.

Banjew beginnt sich zu fragen, wie sinnvoll es eigentlich war, hier einfach rein zu fahren. Hat der Gang eigentlich Steigung oder Gefälle? Und wie groß wirkte der Berg, als er oben auf dem Plateau stand?

Der Gang ist - soweit es Banjew beurteilen kann - eben. Als er noch grübelt knickt der Gang nach Westen ab.

'Hmm', grübelt Banjew weiter, 'dann müssten wir ja eigentlich wieder an die frische Luft kommen, jedenfalls nicht direkt vor dem Seeufer stehen.'

"Halt!" ruft Sephyra. "Lasst uns erstmal schauen, was hinter der Ecke ist."

Cuilyn steig vom Wagen und sieht nach, was hinter der Biegung zu sehen ist. Besonders überrascht wäre er nicht, wenn es genau so aussehen würde wie bisher.

Hinter der Ecke ist ein weiteres Stück Tunnel. ab.

"Weiter!" befiehlt Sephyra.

Nach wenigen hundert Metern endet er dann vor einem Tor, das - wie das andere - aus Gusseisen besteht.

Sephyra versucht sofort, ob sie das Tor öffnen kann.

Das Tor ist verschlossen, aber Sephyra meint im Halbdunkel oben über dem Torbogen Schriftzeichen zu erkennen.

Sephyra kramt ein wenig in ihrem Rucksack, holt eine Öllampe heraus und leuchtet.

Ja, es sind Buchstaben. Nur kennt Sephyra die Schrift nicht.

Wenn genügend Licht das Tunnelgewölbe erhellt, versucht Cuilyn die Zeichen zu erkennen.

Nein, mit dieser Schrift kann der Söldner nichts anfangen.

Banjew tritt mit seiner Zauberstabfackel hinzu.

Der Magier kennt diese Schriftzeichen aus seiner Ausbildung. Es sind alte, mächtige Schriftzeichen in einer längst vergessenen Sprache: AURUM ARGENTOR - SUBLIMAT FURIGOR.

"Was steht denn da?" will Frumol wissen, der hinzukommt. "Kann das einer lesen?"

Derweil sich die anderen um die Symbole kümmern, versucht er das Tor zu öffnen.

"Hmm, da steht: aurum argentor - sublimat furigor", liest Banjew den Gefährten vor. "Das ist eher ein Sprichwort, das vor Goldrausch warnt, als eine Losung zum Öffnen des Tors."

"Und was bedeutet das?" will Sephyra wissen.

Sie bekommt aber keine Antwort, da sich an der Tür offenbar etwas tut.

Kaum jedoch hat Banjew die Worte laut vorgelesen, geht ein Knirschen durch das Tor.

Überrascht guckt Banjew zum Tor.

Sephyra springt erschreckt zurück.

Das Knirschen hört auch gleich wieder auf.

Cuilyn geht zum Tor und versucht es zu öffnen.

Das Tor lässt sich jetzt ohne Probleme öffnen. Geblendet von Licht des Tages müssen alle erst mal die Augen schließen.

Banjew muss über sich selbst lachen. Da dachte er an ein großes Rätsel, und dann ist es einfach nur eine Art Parole.

Während er sich an das Licht gewöhnt, macht er sich Gedanken über die Funktionsweise. Das kann ja nur eine magische Sicherung der Tür gewesen sein. Aber warum schreibt sie dann jemand darüber, noch dazu innen, wo doch eher mit Leuten zu rechnen wäre, die sie bereits kennen?

Frumol hilft dabei - er war ohnehin auf dem Weg zum Tor.

Geblendet vom Tageslicht schließt Cuilyn das Tor zur Hälfte, damit sich alle langsam an das Licht gewöhnen können.

Als sie nach einer Weile wieder sehen können, erkennen sie das der Weg hier genauso weiter führt, wie er vor dem anderen Tor geendet hat.

Wieder im Moor

Es geht in die Richtung der durch den Nebel nur schwer zu erahnenden untergehenden Sonne. Viel Zeit ein Lagerplatz zu suchen, bleibt den Gefährten nicht.

Sephyra fasst sich. "Wir haben den Tunnel geschafft! Los, weiter!" sagt sie zu allen und sitzt auf.

Langsam setzt sich der Zug in Bewegung und auch hier beginnt fast übergangslos das Moor direkt hinter den steilen Wänden das Berges. Der faulige Geruch von Sumpf und Moder fährt allen wieder in die Nase, das klamme Gefühl des nebligen Windes zieht wieder durch die Kleidung.

"Böte der Tunnel nicht mehr Schutz in der Nacht?" fragt Banjew.

"Das, gelehrter Herr," meint Junker Erbald (er bleibt bei der förmlichen Anrede, auch wenn diese respektlosen Flegel ihm seinen gebührenden Titel zu verweigern scheinen) "hängt wohl davon ab, wie viele Orks Ihr erschlagen habt. Falls es nicht alle sein sollten, ist die Frage, wann die Übrigen die Kadaver finden - und, ob es ihnen was ausmacht. Wenn Ihr mir ein Schwert leihen könntet, sollten wir es vielleicht hier zu Ende bringen. Dann sind die Züge durchs Nebelmoor endlich wieder möglich!"

'Und ich könnte einen Teil meiner Schmach tilgen', denkt er bei sich.

"Wie viele Orks gab es denn in diesem Berg?" fragt Banjew zurück. Der letzte Satz hat ihn hellhörig gemacht. Sollten Sie das wohl erledigen, oder besser ihrem Auftraggeber überlassen, eine größere Zahl Söldner hierher zu schicken?

"Ich habe vier oder fünf gesehen. Ich weiß aber nicht, ob es immer dieselben waren. Mein Verlies war dunkel und wer kann die Biester schon auseinanderhalten?" der Junker zuckt mit den Schultern. "Dann wäre da noch dieser Wurm - was auch immer die Schwarzpelze damit meinten!"

"Da können wir aufräumen, wenn wir unseren Auftrag erledigt haben." Cuilyn ist nicht besonders erpicht darauf, sich jetzt mit den Schwarzpelzen anzulegen.

Die meisten Räume der Orks haben sie ja bereits untersucht, überlegt Cuilyn. Und viele unschädlich gemacht.

"Hmm, was die Orks angeht, dürften wir schon weitgehend aufgeräumt haben, und der Wurm hat sich uns nicht vorgestellt", resümiert Banjew. "Klingt für mich vergleichsweise sicher."

Banjews Gedanken decken sich mit Cuilyns Überlegungen.

Sephyra, die von dem Gespräch natürlich nichts mitbekommt, fängt an nach einem einigermaßen geeigneten Platz für die Nacht Ausschau zu halten.

Es sieht genauso aus wie am Tag davor: Ein schmaler feuchter Weg im Moor. Rechts und links sumpfige morastige Flächen mit Tümpeln, Wasserlöchern, kleinen Binseninseln, ab und an eine schiefe Weide.

Bei der nächsten Gelegenheit, wo etwas Platz ist, lässt Sephyra anhalten. Sie teilt Ihren Gefährten und den Kutschern ihr Vorhaben mit.

Die Kutscher nicken zustimmend

Wie beim letzten Halt im Moor übernimmt Cuilyn eine Wache. Ansonsten bereitet er die Wagen für die Übernachtung vor.

Auch der Ritter bietet sich an, eine Wache zu übernehmen.

Frumol tritt an Cuilyn heran und hilft ihm bei den Vorbereitungen.

"Das mit dem Ork war überflüssig. Warum hast Du es getan?" will er mehr über den Mord wissen.

"Das ist eine gute und schnelle Methode Orks zum Schweigen zu bringen." erwidert Cuilyn.

"Es war überflüssig. Er stellte keine Gefahr dar." entgegnet Frumol. Cuilyns kalte Art lässt ihn schaudern.

"Was sonst? Fesseln? Damit seine Kumpanen aus irgendwelchen dunklen Löchern kommen, ihn befreien und uns in den Rücken fallen?" ist die Gegenfrage von Cuilyn.

"Er war betrunken, und hat geschlafen. Er hätte uns nicht bemerkt, selbst wenn wir mit Pauken und Trompeten an ihm vorbeimarschiert wären." erklärt Frumol.

Banjew will sich da eigentlich raus halten. Sicher, ein wenig überraschend war Cuilyns Kaltblütigkeit auch für ihn, aber auch einen betrunkenen Ork will man nicht im Rücken haben. Frumols Skrupel kann er noch weniger verstehen.

"Eben! Er war betrunken." erwidert Cuilyn. "Glaubst du er trinkt allein? Andere Orks können kommen, den Gefesselten sehen und uns angreifen."

"Seine Saufkumpanen wären sicher in keiner Besseren Verfassung, uns somit keine Bedrohung" erwidert Frumol.

"Hast Du Deinen Blutdurst jetzt gestillt?" will der Streuner wissen.

Aber dieser Satz bringt das Fass zum Überlaufen! "Nun reiß dich mal zusammen!" fährt der Magier Frumol an. "Es war doch nur ein Ork!"

"Egal, was es war. Warum müssen wir eine Blutspur hinter uns herziehen?" hält Frumol dem Magier dagegen. "Die Orks haben bestimmt eine Aufgabe, und man wird sie finden. Und wenn jemand auf Vergeltung aus ist, werden sie uns suchen. Und bestimmt auch finden. Denn wir kommen nur langsam voran und kennen und im Sumpf gar nicht aus. Die Orks hingegen vermutlich schon.", Frumol ist empört und hätte soviel Kurzsichtigkeit Banjew gar nicht zugetraut.

"Na, wenn sie uns erst wegen des letzten Orks verfolgen, dann sind das die komischsten Orks, die ich je getroffen habe", antwortet Banjew amüsiert. "Die meisten bisher waren aber aus eigenem Antrieb viel zu feige, irgendjemanden zu verfolgen, der ihre Wohnstätte mit einer Blutspur durchzogen hat." Banjew hat keinerlei Mitleid mit Orks, tot sind sie ihm am liebsten.

Junker Erbald schüttelt den Kopf, als er das hört. "Verzeiht, gelehrter Herr, man kann viel Schlechtes über Orks sagen, und das Meiste hat, bei Rondra, seine Berechtigung, aber feige sind die Kerle beileibe nicht. Ich habe noch nie von einem Orkkämpfer gehört, der um sein Leben gefleht hätte, wenn er im Kampf unterlag. Und die Mistkerle kämpfen in der Regel bis zum Tod! Das macht sie so gefährlich!"

"Da müsst ihr andere Orks getroffen haben als ich", antwortet Banjew. "Gefährlich sind sie nur in größeren Gruppen und solange sie einen Anführer haben, vor dem haben sie noch mehr Angst als vor dem Tod."

"Was meinst du damit? Ich töte nicht des Tötens willen." Irgendwie verwirren ihn Frumols Anschuldigungen. Um wieder in sichereres Fahrwasser zu kommen fragt er nach der Einteilung der Wachen.

"Mir scheint es so", murmelt Frumol, eher für sich, las für die Anderen bestimmt.

"Welche Wache wollt ihr übernehmen?"

Sephyra legt Frumol die Hand auf den Arm. "Ich glaube nicht, dass es Blutdurst ist. Cuilyn denkt in seiner Welt praktisch. Jeder macht das, was er am besten kann. Bei mir ist es Gaukelei, bei ihm ist es töten."

Junker Erbald verfolgt die Unterhaltung und versucht sich ein Bild über seine Begleiter zu machen. Für die Bedeckung eines Händlertrosses scheint dies eine sehr ungewöhnliche Truppe zu sein.

"Du wirst recht haben", lächelt er seine Gefährtin an.

"Nimm Dich bitte etwas zurück, wenn Du wir gemeinsam unterwegs sind", bittet der Cuilyn. "Ich mache sowas lieber heimlich und still und ohne Spuren zu hinterlassen." Er schaut dem Söldner ins Gesicht und hofft dort ein Zeichen des Verstehens zu finden.

Cuilyn hat zwar schon einiges von Frumols Können gesehen, aber wie will er einen Ork still und heimlich aus den Weg schaffen?

"Wie willst du einen Ork beseitigen? Still und heimlich? Der quiekt, grunzt und schreit! Ich werde dir in Zukunft der Vortritt lassen, um zu sehen wie du das angehst."

"Gar nicht", antwortet der Streuner. Für den Söldner scheint es nur Gewalt zu geben. "Man könnt ihn umgehen …"

"Ich übernehme mit meinem Kutscher die erste Wache!" wendet sich Sephyra den aktuellen Problemen zu.

"Ich auch, wenn ich darf", Frumol möchte die Diskussion, die zu nichts bringt, nicht weiter fortsetzen.

Auch Cuilyn ist nicht besonders erfreut über die Diskussion, so kommt ihm die Frage nach der Einteilung der Wache gerade recht um das Thema zu schließen.

"Dann übernehme ich die zweite Hälfte der Nacht."

Dieser Streit ist sehr aufschlussreich, findet Erbald. Rücksichtnahme auf das Leben von Orks findet der Junker, auch angesichts seiner jüngsten Erfahrungen fehl am Platz. Das Gezücht ist eine ständige Bedrohung für das Herzogtum. Aber eine wehrlose Kreatur - selbst einen Ork -einfach hin zu meucheln, scheint ihm eher eine Tat von Anhängern des Namenlosen zu sein!

"Ich kann auch eine Wache übernehmen!", bietet er an.

"Dann wacht mit mir die zweite Hälfte." antwortet Cuilyn. "Dann kann Banjew sich während der ganzen Nacht ausruhen."

Ein Vorschlag, den der Magier erfreut zur Kenntnis nimmt.

"Gut!" antwortet der Krieger schlicht.

Nachdem die Wacheinteilung geklärt und das Lager aufgeschlagen ist, bricht auch schon sehr schnell die Nacht herein. Und auch in dieser Nacht wabern immer wieder fast schon stofflich spürbare Nebelschwaden durch das Lager. Und immer wieder schrecken die Wachen zusammen, wenn sie aus dem Moor mit Namen angerufen werden.

Aber diese Nacht lassen sie sich nicht beirren.

Frumol ist froh, als die Wache vorüber ist. Als er schließlich neben Sephyra liegt, fällt es im schwer, die Stimmen aus dem Kopf zu vertreiben und Schlaf zu finden.

 



DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN und DERE sind eingetragene Marken in Schrift und Bild der Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH oder deren Partner. Ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH ist eine Verwendung der Ulisses-Spiele-Markenzeichen nicht gestattet.

Diese Website enthält nicht-offizelle Informationen zum Rollenspiel Das Schwarze Auge und zur Welt Aventurien. Diese Informationen können im Widerspruch zu offiziell publizierten Texten stehen; bei Fragen zu dieser Website wenden Sie sich bitte an admin@armatrutz.de.