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Niemand ist perfekt! |
| [Draco] 01 - Im "Goldenen Drachen" |
| Geschrieben von: Chronist | |||
| Samstag, 22. Mai 2010 um 18:53 | |||
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In Havena ist es früher Vormittag. Frumol, Sephyra und Lopko haben für Frau Engstrand einen kleinen Auftrag - einen Botendienst zum Hafen - erledigt und schlendern nun durch die verwinkelten Gassen des Hafenviertels. Als ihr um die Ecke biegt, seht ihr schon von weitem das Aushängeschild des "Goldenen Drachen" und merkt, dass das Frühstück heute früh eigentlich sehr spartanisch ausgefallen ist. "Was haltet ihr von einem kräftigen zweiten Frühstück?" Frumol deutet auf das glänzende Schild im Morgenlicht. "Ja, das überbrückt das Warten auf das Mittagessen." feixt Lopko. Mit diesem Entschluss treten die drei näher an den Eingang zum "Goldenen Drachen" und bekommen einige Gesprächsfetzen mit, die aus den geöffneten Fenstern des Schankraumes dringen. "Der Safran wird auch immer teurer", beklagt sich jemand. "Wenn ich das alles auf die Preise umlegen wollte, würden mir sogar die Kinder, meine besten Kunden, davonlaufen." - "Ja, ja, die Pfeffersäcke nehmen einen ganz schön aus; die wissen, wie man sich 'ne goldene Nase verdient!" - "Und seit der alte Engstrand nicht mehr ist, brauchen sie auch keine Angst zu haben, dass jemand ihre Frachtpreise unterbietet!" Plötzlich wird Sephyra von hinten fast umgerannt. "Verzeihung, Verzeihung!" keucht ein kleines, dürres Männchen in flatterndem Kittel und verschwindet durch die Türe zum Schankraum. "He …!" stößt sie hervor und tastet unvermittelt nach ihren Wertsachen und dem mitgeführten Geld, um sich zu versichern, dass sie nicht "erleichtert" worden ist. Erleichtert stellt sie fest, dass sie nicht erleichtert wurde. "Sieh da, unser Giftmischer! Hast du mal wieder einen deiner Kunden auf die Boroninsel geschickt, dass die Stadtwache hinter dir her ist, oder warum rennst du so?" "Unverschämtheit, ich mische nur Heiltinkturen! Und für Glumbos plötzlichen Wahnsinn kann ich auch nichts - der war nie bei mir in Behandlung!" "Wieso, hat er einen Heller verschenkt, der alte Geizkragen?" "Viel schlimmer! Sein kleiner Drache ist ihm entlaufen und 15 Dukaten hat er ausgesetzt für den, der ihn zurückbringt!" 15 Dukaten Finderlohn! Für diese Summe ist in Havena schon so mancher umgebracht worden. Auch drinnen ist man offensichtlich überrascht. "Waaaas, für dieses hässliche kleine Monster? - Sollte doch froh sein, dass er es los ist!" - "Außerdem sollte ihm ein Drache im Haus ja wohl reichen …" - "Na eben, seine Ruhe will er sich damit erkaufen: Wenn er nichts unternimmt, um den kleinen Drachen zu finden, speit der große Feuer!" - "Wieso, hast du etwa Mitleid mit ihm? Er musste doch unbedingt in die bessere Gesellschaft einheiraten, dieser Gernegroß - und sei es um so einen Giftzahn wie Tondersens Tochter zu ergattern!" Lopko schaut zum Schild über den Eingang, "Wenn wir hier vor dem 'Goldenen Drachen' stehen, sollten wir dann nicht den kleinen Drachen suchen?" Lopko schaut von Sephyra zu Frumol und zurück. "Was geht uns der Drache an?" fragt Frumol. Unter einem alten Drachen kann er sich etwas vorstellen, unter einem jungen jedoch nicht wirklich … er legt aber auch keinen gesteigerten wert darauf, dies hier und jetzt herauszufinden. Schließlich ruft ein Frühstück! "15 Dukaten." ist die kurze Antwort von Lopko. "Aber du hast recht, lasst uns erst frühstücken." "15 Dukaten. Hmm, für jeden von uns immerhin mehr als halb so viel, wie uns die Beute der Piraten eingebracht hat." überlegt Sephyra laut. In letzter Zeit sind ihre Ausgaben deutlich über den - recht dürftigen - Einnahmen gewesen. "Frumol, denk doch daran, wir haben ein kleines Häuschen zu unterhalten, haben eine Angestellte und die Angebote für 'Helden' sind derzeit nicht gerade üppig …" versucht sie es mit samtweicher Stimme. "Besprechen wir das beim Frühstück." schlägt sie vor. 'Worum sie sich wieder Sorgen macht', denkt Frumol der Streuner. Brauchen sie doch nur nach Ferdok zu reisen und ihren Anteil an dem Gewinn aus der Zucht einzufordern … "Gut", stimmt er in Vorfreude auf das Frühstück zu. So betreten die drei den 'Goldenen Drachen' und versuchen für ihr zweites Frühstück einen Platz zu bekommen. Das gelingt auch, allerdings ist der Platz zu weit von der Händlergruppe weg, um noch weiteres zu den Drachen zu verstehen. Nach der Bestellung geht Lopko zu den Händlern und befragt diese. "Ihr spracht vorhin von einem kleinen Drachen." beginnt er. "Wer ist das und wo können wir den Besitzer finden? Denn etwas Entlohnung könnte ich gut gebrauchen." Die Händler schauen ihn etwas verwirrt an. "Ihr habt gelauscht?" fragt der eine. "Ach was soll's!" meint der zweite. "Wir haben von zwei Drachen geredet, aber findet Ihr hier die Luft nicht sehr trocken?" "Oh ja, hier drin muss unbedingt gelüftet werden." Lopko schaut sich die Trinkgefäße der vier Händler an und bestellt dann bei der Bedienung eine neue Füllung. Dieser freundlichen Einladung können sich die Händler natürlich nicht verschließen und so erfährt Lopko von den Händlern nach und nach Folgendes:
Mit Interesse verfolgt Sephyra die Unterhaltung von ihrem Tisch aus, während sie sich mit Frumol das servierte Frühstück - gebratener Speck mit Eiern, kräftiges Brot mit Honig und frischer Milch - schmecken lässt. "Er macht das ganz gut, findest Du nicht auch?" fragt sie zwischen zwei Bissen. "Ja, er hat sich ganz ordentlich raus gemacht", brummt Frumol mit vollem Mund als Antwort. Lopko setzt sich zu Frumol und Sephyra, schaut das Frühstück an und meint. "Lecker! Das Frühstück könnte ich öfter vertragen." Mit teils übervollem Mund erzählt er kurzen Sätzen, was er erfahren hat. Als sich das Frühstück sichtbar dem Ende zu neigt, fragt Lopko, ob sie nicht einen kleinen Umweg zum Marschendamm - Ecke Neuen Wall machen sollten. "Wenn es Dich glücklich macht, gerne", meint Frumol, der keine Lust auf eine Haustiersuche hat. Sephyra runzelt die Stirn. "Was ist los mit Dir?" fragt sie ihren Liebsten. "Warum sollten wir uns dieser Sache nicht annehmen. Ich langweile mich schon fast: Immer nur durch die Kneipen und Tavernen ziehen ist doch auch nicht die beste Beschäftigung." "Aber besser als ein gemästetes Wollknäuel im Tutu zu jagen, da vermutlich gar nicht laufen kann", gibt er etwas bissiger als beabsichtigt zurück. "Aber ich komme ja mit." fügt er gleich entschuldigend hinzu.
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