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| [Gareth] 01 - Vor dem Turnier |
| Geschrieben von: Lauriel Schneeflocke | |||
| Samstag, 28. April 2007 um 01:00 | |||
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Der Morgen ist warm und sonnig. Ein nur eine handbreit unter 2 Schritt großer, blonder Kämpfer kommt aus seinem Zelt und reckt sich mit einem kräftigen Gähnen. Die um ihn herum befindlichen Turnierteilnehmer oder Gäste nimmt er gar nicht wahr. Er trägt eine weite blaue Hose und eine lange Jacke gleicher Farbe, die übereinander geschlagen und mit einer Schärpe zusammen gehalten wird. Über der Jacke trägt er eine dunklere Weste, die in den Schulterpartien sehr breit geschnitten ist und seinen Oberkörper dadurch kastenartig erscheinen lässt. Ein in einer Holzscheide steckendes langes Schwert mit langem Griff - die das Schwert als eine zweihändig zu führende Waffe kennzeichnet - steckt er in die Schärpe und ruft: "Amrik! Amrik, wo bist du?" Aus einem der anderen Zelte, welches eher am Rand steht tritt ein mittelgroßer breitschultriger Mann, Ende der Zwanziger. Trotz seiner augenscheinlich großen Kraft bewegt er sich fließend und geschmeidig. Er stülpt sich einen Lederhut an dem zwei bunte Holzscheiben befestigt sind über seine dunkelblonden Haare und macht sich auf ein wenig über den Turnierplatz zu schlendern. Seine wachen Augen mustern alles und jeden eindringlich. Gekleidet ist er in einfache, aber gute Leinensachen, die Hose steckt in Halbstiefeln. An seinem Gürtel hängt in einem offenen Wehrgehänge ein schmuckloses Rapier. Als er des anderen Kämpfers gewahr wird, spricht Connor ihn an: "Rondra zum Gruße, werter Mitstreiter. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Connor Sturmfels, Oberst der Streitkräfte zu Schwarzenberg und Streiter für die Akademie Schwert und Schild zu Baliho auf dem diesjährigen Turnier." beginnt er mit einer leichten Verbeugung aus der Hüfte. "Ich bin auf der Suche nach meinem Knappen, ein drahtiger Junge mit etwas dunklerer Hautfarbe. Ihr möget ihn für einen Novadi halten. Ihr habt ihn nicht zufällig gesehen?" "Phex zum Gruße. Auch ich will mich vorstellen. Vito Rajan Laikis, mit einem Titel kann ich leider nicht dienen, allerdings Träger der Wüstenblume ersten Grades. Ich bin unabhängiger freier Kämpfer. Euren Knappen habe ich leider nicht gesehen, werde aber gerne die Augen offen halten. Wie ist denn sein Name, dann kann ich ihm mitteilen das ihr ihn sucht." "Vito, wie?" lächelt er schief und reicht dem anderen die Hand. "Und sein Name ist Amrik." erwidert er. "Der Bengel sollte sich um die Pferde kümmern. Wo steckt der bloß wieder? Wenn er Euch über den Weg laufen sollte, nun ja." Obwohl Connor kräftig ist und mit den stechenden blauen Augen nicht wirklich schlecht aussieht, kann sein Gegenüber problemlos feststellen, dass es ihm irgendwie an Ausstrahlung fehlt. Der geborene Anführer ist er wohl nicht … "Aber etwas anderes: Könnt Ihr nur mit diesem Krötenspieß da umgehen, oder vermögt Ihr auch andere Waffen zu führen? Ich würde gern ein wenig üben und da ich hier bis jetzt noch niemanden sonst kenne …" Er lässt diese halbe Einladung im Raum stehen. "So ich euren Knappen sehe, werde ich ihm mitteilen das ihr ihn sucht. Und ich vermag fast alle Waffen zu führen, obwohl ich die spitzen und schnellen Waffen in jeder Länge bevorzuge. Da ich unter dem Mond der Rondra geboren wurde bin ich auch mit dem Schwert recht geschickt. Wenn ihr also Lust und Zeit habt können wir gerne ein Tänzchen wagen." Ein Blick in Vitos Wetter gegerbtes Gesicht zeigt das er schon sehr viel erlebt hat und der klare Blick aus seinen Braunen Augen zeigt das er daran gewöhnt ist in jeder Situation schnell zu reagieren. "Das hört sich verlockend an. Ich sage Euch 'was - wir treffen uns eine Stunde vor dem Mittag und üben zusammen. Anschließend gönnen wir uns ein kräftiges Mahl. Der Verlierer zahlt?" "Einverstanden, das ist ein Wort." "Ich treffe Euch dann dort. Habt Ihr ein Turnier- oder Übungsschwert oder wollt Ihr mit scharfen Waffen einen Gang versuchen?" "Ich werde mir ein Schwert leihen. Mit scharfen Waffen kämpfe ich um am Leben zu bleiben." Unweit des Ortes an dem die beiden Kämpfer miteinander reden, steht ein prachtvolles weißes Zelt, das mit aufrechten roten Löwen bestickt ist. Neben dem Zelt ist ein kleiner Pferch in dem ein Rappe steht. Ein Pferdekenner würde erkennen, dass es sich um einen gut ausgebildeten, temperamentvollen Hengst aus einer der elenvinischen Zuchten handeln muss. Neben dem Pferd auf einem Strohballen döst ein etwas fünfzehnjähriges Mädchen und schaut den beiden zu. Da wird der Vorhang des Zeltes beiseite geschlagen und unter dem weißen Baldachin, der von zwei Ebenholzstützen mit Löwenköpfen getragen wird, tritt eine große, schlanke Mittzwanzigerin mit langen glatten schwarzen Haaren, die ihr weit über den Rücken fallen. Bekleidet ist die Frau mit einer einfachen weißen Robe, in die über der rechten Brust ein roter Löwenkopf eingestickt ist. Sie schaut sich suchend um und ruft dann dem Mädchen zu: "Susu, komm her! Du wolltest doch nur Rashaldor füttern und mir dann beim anlegen der Rüstung helfen! Jetzt aber flott, sonst schicke ich Dich wieder zu Schwertschwester Junivera zurück!" Mit diesen Worten dreht die Frau sich um und verschwindet im Inneren des Zeltes. "Ja, Euer Gnaden!" kommt es leise vom Strohballen zurück und das Mädchen, das eine ähnlich schlichte Robe trägt wie die Frau eilt ins das Zelt. Vito schmunzelt leicht ob dieser Szene. 'Das Krieger und Geweihte doch immer einen Helfer brauchen' denkt er sich. Noch bevor Vito auf Connors Einladung reagieren kann, starrt der Krieger an seinem Gesprächspartner vorbei. "Habt Ihr das gesehen?" fragt er und weist mit der Hand auf das weiße Zelt mit den aufgestickten roten Löwen. Vito nickt bevor er antwortet und ein leichtes Schmunzeln geht durch sein Gesicht. Einige Zeit später - die beiden Kämpfer sind immer noch ins Gespräch vertieft - wird die Zeltplane wieder zurück geschlagen und die Schwarzhaarige tritt ins Freie. Diesmal trägt sie einen knapp knielangen Ringelpanzer, eine schwarze Lederhose und passende Schuhe. Das lange schwarze Haar wird durch ein silbernes Band aus dem Gesicht gehalten. Über dem Ringelpanzer trägt sie einen leichten, weißen Waffenrock, der auf der Vorderseite eine aufrecht stehende rote Löwin zeigt. Als sie sich den beiden nähert, können diese erkennen, dass auf den Knöpfen des Waffenrocks gekreuzte Schwerter blinken. An einem breiten Ledergürtel trägt die Frau ein sehr breites, gezacktes Schwert. Hinter ihrer linken Schulter ragt ein mit Fell umwickelter langer Griff hervor. Vito nickt der Geweihten grüßend zu. Und Connor neigt ebenfalls leicht den Kopf. Mir einem freundlichen "Rondra zum Gruß!" und einem taxierenden Blick tritt sie an die beiden Kämpfer heran. "Werte Herren, könnt ihr mir sagen, wo hier die Übungsplätze sind?" "Ich bin selber noch dabei mich umzusehen, aber ich meine dort hinten," sagt Vito und deutet in eine Richtung aus der immer wieder einmal das Klirren von Schwertern zu hören ist. "Gestattet das ich mich vorstelle, Vito Rajan Laikis, Reisender und freier Kämpfer." Mit diesen Worten nimmt er seinen Hut ab und schwenkt ihn tief zu Boden wobei er sich leicht verbeugt. Der Krieger steht nur stumm daneben und legt die linke Hand locker auf den langen Griff des in der Schärpe steckenden, zweihändigen Schwertes. Die Holzscheide offenbart eine leicht gebogene, relativ schlanke Waffe. Statt sich ebenfalls vorzustellen, verändert sich seine Gesichtsfarbe langsam, an den Ohren beginnend, und nimmt einen etwas röteren Ton an. "Oh, entschuldigt, ich vergaß mich vorzustellen!" antwortet die Geweihte. "Marchessa Cassjarella d'Isliquor, Ritterin der Leuin. Ich habe die große Ehre auf dem Turnier den Tempel Zur Letzten Wehr der Heiligen Ardare vom Erntefest-Massaker hier aus Gareth vertreten zu dürfen." Mit einem "Und wer seid Ihr, mein Herr?" wendet sie sich Connor zu. "Ich, oh, äh, ja. Mein Name ist Connor, Connor Sturmfels. Sohn derer zu Sturmfels und so weiter." stammelt er, immer leiser werdend. Ihm ist nicht sehr wohl in seiner Haut. "Entschuldigt." bringt er hervor und brüllt in die andere Richtung: "Amrik! Wo zum … steckst Du?!" "Wer oder was ist dieser Amrik?" fragt Cassjarella mit einem leichten Lächeln leise Vito. Als auch nach mehreren, dem Krieger ewig erscheinenden, Herzschlägen weder Vito geantwortet, noch Amrik wie von Zauberhand aufgetaucht ist, dreht er sich wieder zu den beiden um: "Ich wäre Euch wirklich dankbar, wenn Ihr, falls der kleine Gauner Euch über den Weg läuft, ihm den Weg hierher zurück weisen könntet. Offenbar hat er sich verlaufen in dem Gedränge. In der leeren Wüste mag er sich auskennen, aber hier …" Der Geweihten ist es immer noch nicht klar, ob es sich um den Knappen, einen Hund oder ähnliches handelt, aber sie überspielt ihre Unsicherheit mit einem leichten Nicken. Er zögert kurz und lässt seinen Blick zwischen Vito und Cassjarella hin und her schweifen, um schließlich zu ersterem zurückzukehren: "Wir treffen uns" - er blickt kurz zur Praiosscheibe auf - "in etwa zwei Stunden auf dem Übungsplatz. Bis dahin. Marchessa." deutet er eine Verbeugung zu Cassjarella an und zieht sich in sein Zelt zurück. "Ihr wollt trainieren? Warum nutzt ihr nicht die Gunst der Stunde und trainiert jetzt? Oder habt ihr es nicht nötig?" fragt Cassjarella. Er dreht sich zu seiner Gesprächspartnerin um und antwortet mit einem verlegenen Lächeln: "Ja. Nun … doch, immer. Wenn das Eure drei Fragen beantwortet; bietet Ihr mir etwa an, die Klingen zuvor oder danach mit mir zu kreuzen? Oder steht Euch eher der Sinn nach einem Schlagabtausch mit dem Morgenstern?" fragt er mit leicht ungläubigem Unterton - was für eine Vorstellung? "Es wäre mir eine Ehre." fügt er mit einer weiteren kurzen Verbeugung hinzu. "Ich bin gerne bereit mich mit Euch im rondragefälligen Schwertkampf zu messen", antwortet die Geweihte, "aber wir bilden den Bund des Schwertes und daher steht mir nicht der Sinn nach einen Schlagabtausch mit Waffen die Euch Rittern vielleicht liegen. Nun denn, disputieren können die Alten! Lasst uns zum Übungsplatz gehen." Cassjarella geht mit schnellem Schritt in die ihr von Vito gewiesene Richtung. "In der Tat." ist alles, was Connor darauf erwidert. Da Amrik noch immer nicht zu sehen ist, holt er nur seinen schmucklosen Gebrauchs-Küraß aus dem Zelt und folgt der Geweihten, das Rüstungsteil zunächst nicht anlegend, mit schnellen Schritten. 'Wenn ich diesen nichtsnutzigen kleinen Burschen zu fassen bekomme … geht ihm dabei durch den Kopf.' Auf dem Übungsplatz sind kleine Flächen für die Kämpfer mit Seilen abgesperrt, einige sind bereits von übenden Kämpfern besetzt, andere sind noch leer. Cassjarella geht geradewegs auf einen der leeren Übungsringe zu und macht ein paar Lockerungsübungen während sie auf Connor wartet. Da die Marchessa bereits einen Ringelpanzer trägt, schnallt sich Connor den Küraß vor die Brust. Danach betritt er ebenfalls den Ring, zieht sein Schwert samt der Holzscheide aus der Schärpe. Belesene oder weit gereiste Kenner der Materie erkennen ein wunderschönes und sicher wertvolles Tuzakmesser mit klassisch maraskanischer Parierscheibe. Mit zwei sehr schnellen und geübten Griffen wickelt er ein Halteband von der Holzscheide und schnallt sie damit auf den Rücken. Mit der rechten Hand greift er hinter den Rücken, mit der linken Hand erfasst er den Griff des Schwertes, der über die linke Schulter hinaus ragt: "Wenn Ihr dann soweit seit?" "Bei Rondra, ich bin immer bereit!" antwortet die Geweihte und zieht mit einer schnellen, fließenden Bewegung beidhändig den Rondrakamm aus der Rückenscheide und geht in Kampfstellung. "Für die Göttin, für Rondra!" "Wir werden sehen." ist seine knappe Antwort. Mit einer kontrollierten und nicht minder fließenden Bewegung zieht Connor sein Tuzakmesser. Obwohl es eine zweihändig zu führende Waffe ist, lässt er es erst einmal lässig aus dem Handgelenk rotieren, ehe er in aller Ruhe mit der zweiten Hand zugreift. Augenscheinlich versteht er, mit der Waffe vortrefflich umzugehen. So unsicher er auch im Umgang mit Menschen allgemein und mit der Marchessa im Besonderen gewirkt haben mag, eines erkennt sie mit erschreckender Sicherheit: Dieser Mann ist offenbar für den beidhändigen Kampf mit dem Schwert geboren worden. Noch verhält er sich abwartend, seine Augen studieren seine Gegnerin. So steht er da, scheint erstarrt … Mit einem leisen "En garde!" greift die Geweihte an. Ein paar Hiebe zum Taxieren des Gegners, dann eine Lücke in Connors Parade ausnützend schlägt Cassjarella zu. Und wäre die Geweihte im Schwerttanz nicht so meisterlich ausgebildet, dann wäre in diesem Moment nicht die Klinge quer gegen den Küraß gekracht, sondern hätte ein ziemlich üble Beule hinein geschlagen. Die ersten Angriffe pariert Connor halbherzig. Er lässt die Klinge an seiner Waffe abgleiten, weicht aus, dreht sich und führt selbst nur wenige Gegenangriffe. Nach diesem Treffer konzentriert sie sich darauf die Attacken ihres Gegenübers abzuwehren. "Meine Verehrung." brummt der Krieger. "Offenbar seit Ihr heute guter Dinge. Dem werde ich einen Riegel vorschieben müssen." So beiläufig wie er diesen Satz ausspricht, sieht auch sein nächster Angriff aus. Statt aber wie erwartet den folgenden Schlag der Marchessa zu blockieren, unterläuft Connor ihn und führt das Tuzakmesser in einem weiten Bogen blitzartig zu einer Art Rückhandstreich. Diesen stoppt er nur um Haaresbreite vor Cassjarellas Kehle. Kurz so verharrend, zieht er die Klinge zurück und begibt sich wieder auf zwei Schritt Abstand. "Auf ein Neues!" fordert er sie heraus. "Sehr wohl, Monsieur!" antwortet Cassjarella. Sie beginnt langsam kreisend den Krieger zu umtänzeln. Ein kleiner Hieb hier, eine Finte da. Ihre Angriffe wechseln die Richtung und die Geschwindigkeit. Dadurch war dann der plötzliche Vorstoß mit beiden Händen geschickt gegen den unteren Rand der Küraß vorgetragen zu überraschend für Connor. Der Rondrakamm blitzt in der Morgensonne auf, wie Flammen züngeln die Sonnenstrahlen und zum Glück für den Krieger stoppt Cassjarella den Schlag eher er Schaden anrichten kann. "Ihr führt eure Waffe gut, bei Rondra!" meint die Geweihte die sich nach dieser Attacke wieder in die Defensive zurückzieht. Mit Anerkennung erwidert er: "Ihr aber auch. Was auch nicht verwundert - schließlich leben wir von dem und für das Schwert." Erneut gibt er vor, eine der leichten Riposten der Geweihten zu unterlaufen. Aber im Gegensatz zu der vorherigen Attacke führt er keinen weiten Schwung, sondern dreht sich elegant von ihr weg. Fast eine ganze Umdrehung später tippt der stumpfe Rücken der Tuzakmesserklinge sacht gegen ihren Hinterkopf. Connor scheint wesentlich besser angreifen zu können. Seine Defensive weist im Gegensatz zu den spielerisch anmutenden Attacken, denen Cassjarella im Ernstfall wohl kaum etwas entgegen zu setzen hätte, einige Schwächen auf. Sein Kampfstil ist nicht so ausgeglichen, wie bei den meisten anderen Kämpfern. "Nein, so kann man ich das nicht stehen lassen", antwortet die Geweihte. "Ich diene nur der Göttin!" Mit diesen Worten attackiert sie wieder den Krieger. Cassjarella fintet, taucht unter den zum Schlag erhobenen Armen des Gegners durch, dreht sich und taucht zwischen den Armen des Kriegers auf. Sie lächelt Connor aus wenigen Spann Entfernung zu: "Es ist nicht schwer …, im Namen der Göttin zu sterben. Die wahre Ehre liegt darin, den würdigsten Augenblick dafür zu erkennen. Ich denke, wir haben genug gespielt. Ihr habt meine Hochachtung!" Sie nickt leicht mit dem Kopf, dann lächelt sie ihn nochmal an: "Und bevor ich es vergesse … Ihr wärt jetzt bei Boron! Und nun entlasst mich bitte aus Euren Armen!" Connor läuft dunkelrot an und bringt nur noch hervor: "So wie Ihr auch." Er lässt mit der rechten Hand das Schwert los, so dass Cassjarella seitlich von ihm wegtreten kann. Da er den Schwertarm aber nicht bewegt, kann sie im Moment des Lösens erkennen, dass der Knauf des Doppelgriffs ihr die beiden Halswirbel direkt unter dem Schädel zerschmettert hätte, würde Connor nicht erneut mitten in der Bewegung inne gehalten haben. "Nun, dann säßen wir jetzt in den Hallen Alverans und könnten auf gute Kämpfe zurückblicken …" erwidert die Geweihte und ein wenig Anerkennung schwingt in ihrer Stimme mit. Als wieder ein "Sicherheitsabstand" zwischen den beiden hergestellt ist, holt er die Holzscheide vom Rücken, hält sie an die rechte Hüfte und lässt das Tuzakmesser zuerst mit dem Rücken über die Hand und dann zurück in die Scheide gleiten. Die Bewegung erfolgt so schnell, dass das Auge ihr kaum zu folgen vermag - offensichtlich eine routinierte Bewegung. Dann wandert das Schwert zurück in die Schärpe und der Krieger entledigt sich seiner Rüstung. "Habt Dank und alles Gute für das Turnier!" wünscht er der Geweihten mit einem knappen Nicken. "Wir werden uns sicherlich sehen!" meint Cassjarella. "Ein Frage sei mir noch gestattet: In welchen Disziplinen gedenkt Ihr am Turnier teilzunehmen?" "Ich bin noch unschlüssig. Aber mit Sicherheit beim beidhändigen Schwertduell, beim Schwertduell und dem Lanzengang. So es sich einrichten lässt, wäre ich auch am ritterlichen Dreikampf interessiert. Aber ich kenne das Programm noch nicht, so dass sich wohl auch einige der Wettkämpfe überschneiden könnten." antwortet er militärisch zackig. "Und Ihr, nach welchen Kämpfen dürstet es Euch?" "Nun, dann werden wir uns in den ersten beiden sicherlich wiedersehen!" antwortet die Geweihte mit einem Lächeln. "Dem Lanzengang ziehe ich den Schwertkampf zu Pferd vor, aber auch ich bin noch nicht durch die komplizierten Wettkampfaufstellungen durchgestiegen. Ich habe auch von einen Wettbewerb für Jagdfalken gehört, da würde ich gerne meinen Falken teilnehmen lassen." "Er weiß das bestimmt zu würdigen." erwidert Connor trocken. "Mein Knappe Amrik sollte eigentlich eine Aufstellung der Kämpfe besorgen. Ich hoffe für ihn, dass er zurück ist, wenn ich zu unserem Zelt zurückkehre." Er lächelt verlegen. Vito folgt dem Gespräch ohne einen Ton zu sagen. Manchmal wird sein Gesicht nachdenklich, manchmal scheint er zu schmunzeln, aber meistens bleibt es regungslos. Mit einem Seitenblick auf die Marchessa fragt Connor den zuschauenden Vito: "Wollt Ihr jetzt gleich ihren Platz einnehmen? Ich bin gerade warm geworden." Dabei macht er eine einladende Handbewegung in den Ring hinein. Vito lächelt:" Gern, warum nicht?" und macht sich auf eine Übungswaffe zu holen. Mit einem Kopfschütteln ruft er hinter Vito her: "Bringt mir dann bitte eine Holzwaffe mit, wenn es denn unbedingt so sein soll!" Vito und SwafnildAls Vito am Zelt des Marschalls ankommt, sieht er dort eine große, mürrisch drein blickende Frau stehen. "Verdammt!" flucht sie vernehmlich vor sich hin. "Hier geht es ja schlimmer zu als in einem Schwarm Olporter Heringe …" Sie setzt ein mit Flechtornamenten verziertes Trinkhorn an den Mund, nimmt einen kräftigen Schluck und fährt sich mit dem Handrücken über den Mund. Augenscheinlich handelt es sich bei der großen, mehr als neun Spann messenden, muskulösen Frau um eine knapp dreißigjährige Thorwalerin. Ihr dichtes, langes, mittelblondes Haar wird durch ein rotes Stirnband und mehrere Flechten im Zaum gehalten, grüne Augen blitzen wachsam und herausfordernd aus einem von Wind und Wetter gegerbten Gesicht, auf dem sich auf der linken Seite eine Narbe von der Augenbraue über den Wangenknochen zum Kinn hinunter zieht, am rechten Ohrläppchen schimmert ein goldener Ohrring, um den Hals baumelt ein elfenbeinernes Swafnir-Amulett an einer silbernen Kette, dazu ein silberner Losstern an einem Lederband. Die offene Krötenhaut sitzt über einem beigefarbenen Wollhemd mit hoch gerollten Ärmeln, das in einer rot-weiß gestreiften Wollhose steckt. Die Beine sind mit kniehohen Stulpenstiefel bedeckt und der graue Wolfsfellumhang über ihren Schultern ist zurückgeschlagen, so dass die üppigen Ornament-Tätowierungen, durch so manchen Streich durchbrochen, auf ihren bloßen Oberarmen gut zur Geltung kommen. An dem Gürtel um ihre Hüfte ist eine Feldflasche befestigt, ein Entermesser ist lässig in ein offenes Wehrgehänge gesteckt und der Schaft eines Dolches lugt aus einem der Stiefel. Auffällig ist eine prächtig verzierte Orknase, die an einem mit Ornamenten versehenen Thorwaler Rundschild angelehnt neben einem großen Lederrucksack an ihrer Seite abgestellt ist. "Hey, Mann!" Als sie den kräftigen Mann in ihre Richtung kommen sieht, hellt sich Swafnilds Miene auf. "Dich haben Efferds Winde hergeführt, endlich mal 'ne Gestalt, der nicht der Standesdünkel zu den Ohren raus hängt und die Nase so hoch reicht, dass man die Haare darin zählen kann …" Sie spuckt aus, grinst Vito an und redet mit kräftiger, tiefer Stimme weiter auf diesen ein. "Sach' mal, du kannst mir sicher sagen, was denn hier los is'. Gerad' komm ich mit 'nen paar Gefährten aus'm Raschtulswall und lande hier wieder auf'm Trockenen mitten in einem großen Durcheinander. Und dann treiben sich noch so 'ne Menge Fremder hier herum, dass nich' mal 'nen Paar Stämme frei sind, um meine Hängematte zu halten." Ihr Grinsen wird breiter. "Also, was is? Kannste mir helfen? Ich brauch' 'ne Bleibe für die Nacht und jemanden, der mir sacht, wie ich hier mitmischen kann." "Swafnir zum Gruße, das wohl," sagt Vito grinsend in einer leichten Imitation ihres thorwalschen Dialekts. "Das hier ist das große Turnier, welches einmal im Jahr stattfindet, daher auch das Volk aus aller Herren Länder. Mitmischen ist ganz einfach, sobald ein Wettkampf ausgerufen wird kann man sich melden und ansonsten auch zusehen. Naja, mit 'ner Bleibe wird's schwierig, bei mir im Zelt wäre noch Platz, wenn du auf'm Boden schläfst, Bäume für ne Hängematte passen da nicht rein. Wenn du also willst, beim Vito ist noch was frei." Wenn die anderen das jetzt mitbekommen hätten, wären sie sicher erstaunt gewesen wie schnell Vito seine Art und sein Verhalten an sein Gegenüber anpassen kann. "Klar doch schlaf ich auf'm Boden", beeilt sich Swafnild zu antworten. "Ich bin froh, wenn ich 'n Dach über'm Kopp hab'. Du glaubst ja nich', wo ich schon überall geschlafen habe in den letzten Monden." Schnell schultert sie den Rucksack und ihr Schild und nimmt die Orknase in die Rechte. "So, Vito heißte also. Mich kannste Swafnild rufen, Swafnild Ogilsdottir aus Prem. Das is man echt nett von dir, daste mich in dein Zelt aufnimmst", redet sie weiter und man hört ihr die Erleichterung über die hilfsbereite Gastfreundschaft deutlich an. Sie betrachtet Vito neugierig. "Is denn schon ein Wettkampf ausgerufen worden, oder was machste hier?" "Nee, eigentlich wollt ich mir ne Übungswaffe holen um ein bisschen zu trainieren, aber wenn ich die Schlange hier sehe, gibt das wohl keinen mehr. Komm, ich zeig dir wo unser Zelt steht und dann hauen wir uns ein Stück Fleisch auf nen Spieß. Morgen ist ja auch noch ein Tag." Mit diesen Worten tritt er aus der Schlange heraus und geht ein paar Schritte Richtung Zeltplatz, dann schaut er sich um ob Swafnild ihm folgt. Ohne zu zögern tritt Swafnild an seine Seite. "Das is 'n Wort, mein Magen knurrt bereits wie seiner Zeit der hungrige Wolf. Nu isser friedlich und wärmt gut, das wohl!" Sie lacht auf und ihre Augen blitzen den Streuner abenteuerlustig an. "Zum Üben is' auch morgen noch Zeit. Ich habe noch 'ne Ration Brot und Trockenfleisch, nix frisches, aber zum Runterspülen gibt's was Gutes." Sie grinst ihn schelmisch an. "Was von daheim, 'nen guten Schluck Premer. Da sagste doch auch nich' nee, oder?" "Au weia, hoffentlich kann ich dann morgen noch laufen, geschweige denn kämpfen. Na egal, ich sag nicht nein." "Na, so'n kleener Schluck Feuer wird dich schon nich' aus den Puschen werfen, bist doch 'n ganzer Kerl!" antwortet ihm die Thorwalerin verschmitzt mit einem Augenzwinkern. Als die beiden an Vitos Zelt ankommen, entfacht er ein kleines Feuer in einem Steinkreis und steckt ein ordentliches Stück Fleisch auf einen Spieß, welchen er in zwei Astgabeln legt, sodass das Fleisch über dem Feuer brät. Dann setzt er sich daneben und dreht ab und zu den Spieß. Neugierig wirft Swafnild einen Blick in Vitos Zelt. "Hier hauste also? Platz genug is' ja, wenn's dich nich' stört, schlafe ich hier links vom Eingang", schlägt sie vor, legt ihren Rucksack, Schild und Orknase in die Zeltecke und wirft den Fellumhang darüber. Mit dem Trinkhorn in der einen und einem in Leinen eingewickelten Vesperpaket in der anderen setzt sie sich zu Vito ans Feuer. "Mann, das sieht gut aus", meint sie zu dem Braten am Spieß und legt das Paket ab. "Da läuft mir ja das Wasser im Mund zusammen. "Sie hält ihm das Trinkhorn hin. "Hier, magst 'n Schluck? Ich habe mir gerade den Thin mit Metbier füllen lassen, und danach …" Sie klopft grinsend auf die Feldflasche, "… machen wir hiermit weiter." Vito nimmt das Trinkhorn entgegen und nimmt einen tiefen Schluck. "Hmm, das schmeckt. Außerdem hab ich da noch …" Vito verschwindet kurz im Zelt und kramt in seinem Rucksack. Als er wieder heraus kommt hat er einen Lederbeutel, sowie eine Flasche und einen Holzbecher in der Hand. "Liebfelder Roter, wenn das was für dich ist. Und wenn du rauchst, hab ich noch Al'Anfaner Tabak. Leider hab ich nur einen Pfeife." Vito setzt sich wieder ans Feuer und dreht den Spieß. "Nee, nee, lass man gut sein, das is' nix für mich", wehrt die Thorwalerin Vitos angebotenen Wein ab. "Nimm's mir nich' übel, aber das is' was für'n Zierpüppchen, ein dunkles Bier mit 'ner guten Blume, das lob' ich mir." Sie grinst ihn an. "Aber deinem Tabak werd' ich zusprechen, wennste 'ne Pfeife mit mir teilen magst. Gib'se mal her, ich stopf'se für uns." Vito reicht Swafnild den Lederbeutel mit der Pfeife und dem Tabak. Swafnild nimmt beides entgegen, stopft die Pfeife und zündet sie mit einem Span aus dem Lagerfeuer an. Nach ein paar tiefen Zügen reicht sie die Pfeife an Vito zurück. "Ein gutes Kraut, das wohl! Da könnt' man sich dran gewöhnen." Sie schließt die Augen und lehnt sich, mit ausgestreckten Beinen und auf ihre Arme gestützt, entspannt zurück. Dann nähert sich ein junger Mann, augenscheinlich ein Kämpfer und eine junge Frau, die sich beim Näherkommen als elfischer Abstammung entpuppt. Vito lädt die beiden ohne Umschweife sofort ein. Cassjarella und ConnorIrritiert blickt Connor zu Cassjarella: "Sagte ich nicht, 'Euren Platz' einzunehmen? Ihr hattet doch auch keine Übungswaffe …" seufzt er. "Nun, nach dem Spaß, wird es jetzt Ernst!" meint Cassjarella lächelnd, als sie Vito hinterher schaut. "Aber diese Vorstellung lasse ich mir nicht entgehen!" Nachdem Vito nach ein paar Minuten noch immer nicht wieder in Sicht kommt, deutet Connor an: "Das kann wohl länger dauern. Wahrscheinlich ist er nicht der Einzige, der kein Holzschwert zum Üben dabei hat und wie ich die Bürokraten kenne, gibt es auch sicher 'Ausleihformulare' und 'Genehmigungen' auszustellen. Die können die meisten Teilnehmer nicht lesen. Und unterschreiben gleich gar nicht." Mit einem Seufzer verlässt er den Ring und setzt sich auf einen der herumliegenden Strohballen, die später wohl als Sicherheit für die Bogenschusswettbewerbe gedacht sind. Das Tuzakmesser zieht er dazu wieder samt Scheide aus seiner Schärpe und rückt die Jacke samt Weste zurecht. Cassjarella zieht leicht eine Augenbraue hoch. "Für einen derer von Sturmfels geht ihr aber ziemlich unkonventionell mit diesen Dingen um. Aber verzeiht, wo liegt denn Sturmfels eigentlich?" Dafür erntet sie ein schiefes Grinsen des Kriegers. "Wenn Ihr wüsstet …" setzt er an. "Nein, fangen wir mal anders herum an. Wie denkt Ihr über die sogenannte 'Maraskanfrage', meine Dame?" "Nun, Maraskan liegt auf der meiner Heimat gegenüberliegenden Seite Aventuriens. Ich weiß nur, dass es vor Jahren einen Aufstand gab. Bitte klärt mich auf …", antwortet die Marchessa. "Und um beim Thema Konventionen zu bleiben: nicht meine Dame Euer Gnaden oder Euer Erlaucht wären mir da genehmer." Kurz werden seine Augen schmal und seine Mundwinkel zucken. Dann fährt er fort: "Wie dem auch sei. Um es kurz zu machen: Ich bin der Sohn zweier Tempelritter des Hohen Rondratempels zu Tuzak." Dass seine Eltern dabei eine leitende Position inne hatten, verschweigt er vorerst. "Ich wurde dort geboren und bin auf der Insel aufgewachsen. Ach ja, der Sturmfels ist eine Klippe unweit des Tempels." erklärt er. "Nun, das mag Eure Waffenkunst erklären ...", antwortet Cassjarella. 'Aber ein Grund für Euer Benehmen ist das nicht.' fügt sie in Gedanken hinzu. "Mit Verlaub," er lässt die Anrede bewusst weg, "aber Waffenkunst ist wohl sicher nicht angeboren. Auch die Position meiner Eltern hat keinerlei Einfluss darauf gehabt." Offenbar hat Cassjarella ein sensibles Thema angeschnitten. "Verzeiht, aber da bin ich anderer Meinung!" antwortet die Geweihte, die seine Erregung nicht mitbekommen hat. "Die Eltern und deren Einfluss auf die Entwicklung ist nicht zu unterschätzen …" - '… auch wenn es manchmal genau das Gegenteil bewirkt. Sonst würde ich jetzt Trauben lesen, ach Vater!' Er erhebt sich und seine Stimme wird feierlich, als er fortfährt: "Der Umgang mit dem Schwert und die Kunst des zweihändigen Kampfes sind mir als Ehre des Besuchs der Akademie Schwert und Schild zu Baliho zu Teil geworden!" "Eine der Göttin wohlgefällige Schule. Ich habe viel Gutes davon gehört. Leider haben mich meine Aufgaben noch nicht nach Weiden geführt. Und ihr wollt nicht mit dem Streitwagen antreten?" fragt Cassjarella neugierig. Die erste Äußerung ignorierend antwortet er auf die letzte Frage: "Nein. Mir fehlt es an - äh - Geschick im Umgang mit der Quadriga. Auch erscheint es mir fraglich, ob ich das in mich gesetzte Vertrauen beim Lanzengang werde erfüllen können." Seine Augen beginnen zu leuchten, als er fortfährt: "Der rondragefällige Kampf mit dem Zweihänder ist mein bevorzugtes Fach. So Ihr wollt, werde ich Euch gern eine Empfehlung für den Besuch der Akademie aussprechen. Dort gibt es zuweilen auch 'Nachhilfestunden' für die zahlungskräftige Kriegerschaft …" Ein leichtes Lächeln umspielt seine Lippen. "Nicht, dass Ihr es nötig hättet." ergänzt er rasch. "Ihr vergesst anscheinend meinen Stand", antwortet die Geweihte mit leichtem Lächeln. "Nein." widerspricht er schlicht. "Nur habe ich Dinge gesehen und Dinge tun müssen, die … ach, möge die Göttin mir irgendwann vergeben!" Cassjarella hat fast den Eindruck, dass er leicht in sich zusammen gesunken ist. "Seitdem bin ich weder zu Hause noch in einem anderen Tempel gewesen." "Die Herrin ist zwar in manchen Dingen recht rau, aber wenn Ihr wirklich glaubt, dann wird sie Euch vergeben." Ein Leuchten tritt in ihre Augen während sie fortfährt. "Wenn Ihr wollt, werde ich Euch in den Rondratempel begleiten, dann können wir gemeinsam unsere Gedanken der Göttin offenbaren. Und egal wie schlimm die Dinge waren, die Ihr gesehen habt und tun musstet, …" - 'Auch mein Leben war kein Zuckerschlecken, bei Rondra!'- "… wenn die Leuin den wahren Kern Eurer Gesinnung erkennt, dann kann und wird sie Euch verzeihen." Sie legt ihm leicht die Hand auf die Schulter. "Vertraut mir und vertraut der Herrin!" "Eine Akademie, die rondragefällig ausbildet, wird einer Ritterin der Leuin wohl kaum die Tür verschließen. Auch in Baliho werden wir manchmal gebeten, den Absolventen den Rondrakamm zu übergeben." "Das weiß ich." In der Stimme des Kriegers schwingt ganz leichte Resignation mit. 'Das war einmal.' weist er sich selbst zurecht. Unmittelbar darauf strafft er sich sichtlich. "Seht Ihr!" "Die Zeit dafür ist noch nicht gekommen." erwidert er. "Ich habe mir und der Herrin Rondra etwas geschworen. Und bei Rondra, ich werde es erfüllen! Aber ich danke Euch für Euer großzügiges Angebot. Sobald alle Dämonen vertrieben sind, werde ich Eurem Rat folgen." Mit diesen Worten und einer offiziellen leichten Verbeugung dankt Connor der Geweihten. 'Wenn sie wüsste, wie viele Dämonen es noch gibt, wäre mir schon geholfen.' seufzt er innerlich. Cassjarella gerät bei dieser Diskussion immer mehr in Fahrt: "Aber seht doch, durch den Schwur zur Göttin habt Ihr Euer Tun unter ihren Schutz gestellt. Und wenn es gar gegen Dämonen geht, dann stehen Eurem Schwur nicht nur die Herrin, sondern auch die anderen Elf bei! Und Ihr behauptet, dass Ihr fern der Göttin zu sein?!" Connor, der befürchtet, dass diese Unterhaltung langsam seinen Händen entgleitet und zu einer Art religiösen oder philosophischen Disput wird, wehrt ab: "Mit meinen beschränkten Kenntnissen von der Göttin und in Zusammenschau aller Gesamtumstände fällt es mir schwer, es so einfach zu sehen wie Ihr. Ich wünschte nichts sehnlicher, als dass Ihr Recht habt. Sollte das, was ich getan habe, der Göttin Regeln gar nicht widersprechen, hat mein Seelenheil ohnehin nichts zu befürchten. In dem anderen Fall tue ich Buße wie bisher auf meine Weise. Auch das wird - so Eure Aussage - die Göttin ehren." Mit einem gequälten Gesichtsausdruck fügt er hinzu: "Lassen wir es einfach dabei bewenden. Bitte." "Wie Ihr wollt!" antwortet Cassjarella knapp und ihre dunklen Augen funkeln dabei vor Empörung. Die Verärgerung übersieht er geflissentlich, ist er diese Reaktion darauf doch gewohnt. Statt dessen fragt er: "Vito scheint verschollen. Wollt Ihr statt seiner das Mittagsmahl mit mir teilen?" Das versöhnliche Lächeln umspielt dabei aber nur seine Lippen. "Ja, anscheinend hat er Euch versetzt", bemerkt Cassjarella knapp. Dann fügt sie hinzu: "Wenn Ihr mir mit einem Essen den Frieden anbieten wollt, so sei es!" "Ich habe zwar nicht bemerkt, dass zwischen uns der Kriegszustand ausgebrochen wäre, aber wenn Ihr die Einladung annehmt und damit für Euch Frieden herrscht, soll es mir auch Recht sein." erwidert Connor. Cassjarella geht über den Satz hinweg. Er verstaut das Schwert wieder an seinem Platz und schlägt vor: "Ich werde nur noch meinen Küraß ins Zelt zurück bringen und Amrik Anweisungen hinterlassen, sollte er jemals zurückkehren." schmunzelt er. Dann macht er sich auf den Weg. "Fürwahr, ein Rondrakamm ist nicht so recht als Essbesteck geeignet", antwortet die Geweihte schmunzelnd und folgt Connor zu den Zelten. Am Ziel angelangt verstaut der Krieger nur schnell den Küraß im Zelt, kritzelt eine Notiz für Amrik auf ein Stück Pergament und wartet dann, wieder mit dem Tuzakmesser in der Schärpe, auf Cassjarella. Dabei sieht er sich interessiert um, ob er irgend welche bekannten Wappen oder Personen von Stand erkennt, die möglicherweise ebenfalls am Turnier teilnehmen werden. 'Kenne deinen Gegner!' hatte ihm sein Kampf- und Taktikausbilder immer eingebläut In diesem Moment sieht er Vito der mit einer großgewachsenen Frau in Richtung eines der Zelte geht. Dieser ruft ihm zu." Tut mir leid das ich euch versetzt habe, aber der Andrang war einfach zu groß, wir gehen erst einmal was essen. Verschieben wir unseren Kampf auf später." Connor winkt zurück: "Ist schon in Ordnung. Ich war auch so … beschäftigt." druckst er herum, ohne das Streitgespräch mit der Geweihten zu erwähnen. Da es noch zwei Tage bis zum Turnierbeginn sind, sind noch nicht alle Streiter eingetroffen. Connor sieht folgende Schilde:
Nach einiger Zeit kommt Cassjarella wieder aus ihrem Zelt. Sie trägt wieder die leichte Robe, wie am Vormittag. Ihre Haare fallen ihr wieder offen über die Schultern. Am Gürtel ist nur ein Dolch zu sehen, die Schwerter hat sie anscheinend im Zelt gelassen. "Nun, können wir?" fragt sie Connor. "Können wir was?" erhält sie zur Antwort. "Essen gehen!" kommt er genauso knapp zurück. Mit einem innerlichen Grinsen bietet er ihr kommentarlos den Arm an und nickt ihr lediglich einladend zu.
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| Letzte Aktualisierung am Sonntag, 18. April 2010 um 09:51 |