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[Strom] 01 - Randirion, Frumol und Sephyra - klärende Worte
Geschrieben von: Chronist   
Sonntag, 08. April 2007 um 19:13

Nach der Befreiung des Prinzen Selo von Khunchom und seiner wohlbehaltenen Ablieferung am Fürstenhofe ist unser Trio auf dem Weg nach Norden - teilweise aus eigenem Interesse, teilweise notgedrungen, da "ein längerer Aufenthalt in Süden möglicherweise der Gesundheit abträglich wäre", wie H'rabin der Haushofmeister des Fürsten von Khunchom formuliert hatte.

Diese Warnungen H'rabins bestätigen einmal mehr Randirions Entschluss, seine Reise nach Al'Anfa noch etwas aufzuschieben und statt dessen vorerst in die zivilisierten Gegenden des Mittelreiches zu reisen. So nimmt er denn Abschied von der fürstlichen Familie und dem Hof in Khunchom und macht sich mit seinen beiden Reisegefährten und den Pferden auf den Weg nach Norden, die Straße entlang über Baburin, um zur Straße von Perricum nach Gareth zu gelangen, die dem Fluss Darpat folgt.

Eigentlich sollte alles zum Besten stehen: Die Taschen sind mit Dukaten wohlgefüllt, und zusätzlich zu ihren vertrauten Pferden führen die drei noch drei junge Shadif mit sich. Aber in den letzten Tagen hat sich zwischen Frumol und Randirion eine Spannung aufgebaut, die das Normale deutlich übersteigt. Und natürlich ist Sephyra davon nicht unbeeinflusst.

An einem Abend irgendwo in einem Gasthaus zwischen Khunchom und Gareth …

Wie die letzten Tage ihrer Reise auch, hat der Cavalliere, der der kleine Gruppe voran reitet, sich in diesem Gasthaus mit um die Unterbringung der Tiere und Menschen gekümmert. Nachdem die Pferde versorgt und ein sättigendes Mahl eingenommen ist, sitzt er in der warmen Gaststube am Tisch und lauscht den Gesängen einer Bardin, die die Gäste gegen einen kleinen Obolus vortrefflich mit musikalisch untermalten Balladen und Spottliedern zu unterhalten weiß. In seinem Becher vor ihm funkelt ein leichter Rotwein, durch den der junge Adlige sich die nötige Bettschwere erhofft, um später dann möglichst ohne große Grübeleien in Borons Armen zu sinken. Er betrachtet sinnierend seine beiden Gefährten, die in trauter Zweisamkeit mit ihm am Tisch sitzen und sich zu amüsieren scheinen.

Als erneut aufbrausender Beifall erklingt und die Vortragende um ein Getränk und eine kleine Pause bitte, beugt er sich ein wenig vor, die Unterbrechung nutzend, räuspert sich und spricht Sephyra und Frumol unvermittelt an. "Mes amis, darf ich euch um ein Gespräch bezüglich unserer weiteren Vorhaben bitten?" Seine grün-irisierenden Augen wandern, ihre Aufmerksamkeit suchend, zwischen ihnen hin und her. "Wir erreichen bald Gareth und ich meine, wir sollten uns bei Zeiten darüber unterhalten, wie es von dort aus weiter geht, wenn wir eine Lösung für den Verbleib unser prächtigen Shadif gefunden haben." Er unterbricht sich kurz, als suche er nach den passenden Worten, und setzt dann fort: "Alors, was ich meine … um es kurz zu sagen … ich hätte gern gewusst, … reisen wir danach weiterhin zusammen weiter oder werden sich unsere Wege durch unterschiedliche Vorhaben und Vorlieben trennen?" Randirion lehnt sich abwartend zurück. Der Anfang wäre gemacht, er wünscht eine Aussprache mit den beiden, zu der sich bisher noch keine günstige Gelegenheit ergeben hat. Es gibt da ein paar Dinge, die er zur Sprache bringen muss, da ihm das Zusammensein mit dem Paar auf die Dauer unter den momentanen Bedingungen äußerst fraglich erscheint …

Sephyra blickt auf diese Ablenkung hin von Frumol zu Randirion: "Äh was?" fragt sie erst mal, da sie offenbar nur die Hälfte mitbekommen hat. Dann reißt sie sich aber zusammen, als ihr des Kawaljere ernster Blick auffällt. "Wieso: 'wie es weiter geht' fragt sei verständnislos. Wir ziehen gemeinsam weiter und werden dann schon sehen, was uns Ort und Zeit bringen werden." meint sie selbstverständlich.

Auch Frumol schaut sein Gegenüber an und lauscht dessen Worten. Ihm ist klar, dass zwischen dem Streuner und dem Adligen nicht immer alles zum Besten steht. Sie waren nicht immer einer Meinung, und er hat Randirion auch manchmal auf die Schippe genommen. 'Der Kavaliere ist aber auch immer so steif.', sinniert er. Dennoch, oder gerade trotzdem, hat ihn der Streuner als Gefährten und Freund erkoren. Dass er ihm nach dem Überfall im Wald gefolgt ist, rechnet er ihm hoch an.

'Was ist das der Grund, dass er eine gemeinsame Zukunft in Frage stellt?' sinniert der Streuner.

"Und jetzt hört auf, so miesepetrig zu schauen und feiert mit uns!" fordert sie ihren Gegenüber auf.

In dem Moment, in dem Sephyra diese Worte ausspricht, wünscht er sich, sie hätte es nicht getan. 'Dies ist eine ernstzunehmende Sache, die unsere Zukunft verändern wird - egal wie es ausgeht.'

Randirion wollte eigentlich mit einem legeren 'Aye Capitano, jedoch …' antworten, doch bei ihren letzten Worten verzieht er resignierend das Gesicht. "Nennt es, wie Ihr wollt, Madame Lunos, doch ich mache mir meine Gedanken über unsere gemeinsame Zukunft", erwidert er ihr besonnen. "Ich würde gerne offen sprechen und bitte euch um eine gewisse Ernsthaftigkeit in dieser Angelegenheit, mir ist nicht zu Scherzen zumute." Der junge Adlige macht eine kurze Pause, betrachtet dabei auch Frumol mit nachdenklicher Miene. "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich trotz unserer gemeinsam erfolgreich durchstandenen Erlebnisse die zwischen euch und mir herrschende Kluft unserer Herkunft nicht geschlossen hat und ihr aufgrund meines Standes gewisse ressentiments gegen mich hegt." Er hebt seinen Becher, leert ihn und gibt dem Wirt ein Zeichen, er möge ihn erneut füllen.

"Das verstehe ich nicht." gibt Sephyra offen zu. "Was genau stört Euch denn? Ich halte Euch wegen Eures Standes keineswegs für etwas Besseres - eher im Gegenteil. Aber ansonsten seit Ihr ein ganz netter Kerl." Dann lehnt sie sich ein wenig vor, ihre Hände umgreifen den Weinbecher und sie sieht einen Moment das Spiegelbild darin an. Schließlich blickt sie wieder auf und fragt: "Offen und ernsthaft: Was ist los?"

Frumol hört den Beiden mit nachdenklicher Mine zu. Er weiß dass weder der Kavaliere, noch Sephyra noch er selbst einfache Menschen sind, zu unterschiedlich ist ihre Herkunft und ihre Ansichten. Er versucht sich vorzustellen, wie der Kavaliere das Paar sehen muss, doch es mangelt ihm an Objektivität.

Es hat keinen Sinn, sich da jetzt einzumischen, Sephyra hat eben die wichtige Frage gestellt: 'Was ist los?'

Aufmerksam schaut er Randirion an, und nickt ihm leicht zu. Er soll zu Sprache bringen, was ihn stört.

"Ein netter Kerl", wiederholt Randirion leise Sephyras Worte. "Merci beaucoup für Euer compliment, Madame, es ehrt mich." Er lacht kurz und trocken auf, läßt sich vom herantretenden Wirt seinen Becher füllen und dankt ihm mit einem Nicken.

Sinnierend setzt er den Becher an die Lippen und trinkt einen weiteren Schluck. Einen Moment schaut er die beiden an, bevor er, bemüht beherrscht, weiterspricht: "Ihr fragt, was los ist? Nun, man sollte sich überlegen, ob das scheinbar beiläufige Diskreditieren eines Reisegefährten in Gegenwart Fremder angemessenen erscheint. Betrachtet es als unnötige Sentimentalität, doch weichen meine Vorstellungen von Kameradschaft diesbezüglich wohl deutlich von den Euren ab. Kurzum, nicht nur Klingen können verletzen. Mir fehlt es nicht am nötigen Humor, doch ging mir die ein oder andere Bemerkung etwas zu weit."

Randirion lehnt sich auf seinem Stuhl zurück und mustert das Paar ihm gegenüber nachdenklich. Eigentlich rechnet er nicht damit, dass sie Verständnis dafür zeigen, was ihn beschäftigt. Warum sollten sie auch? Sie sind sich gegenseitig so vertraut … 'Zut! Dom ya Calmatin, du bist zu jung, um ständig allein zu sein!' Schwermütig denkt er an die Zeiten in den höfischen Kreisen zu Vinsalt, an seine gezwungenermaßen überhastete Abreise mit dem Schiff … 'Du sprichst dem Wein zu sehr zu, Cavalliere, er schlägt dir aufs Gemüt …', warnt ihn eine innere Stimme.

'Was meint er nur', fragt sich der Streuner, der Randirion ebenso nachdenklich betrachtet.

"Ich kann Euch nicht ganz folgen. Klärt mich bitte auf. Was genau meint ihr?" entscheidet er sich nachzufragen. Randirion hat ein Problem - das sieht er. Offensichtlich sind Sephyra und er ihrem Begleiter ordentlich auf die Füße getreten. Ungewollt natürlich. 'Was nimmt er uns krumm?'

"Man hätte durchaus eine andere Bezeichnung für meine Person finden können, als Ihr mit der Wache auf dem Schiff über eine Passage parliert habt. Ihr habt wohl vergessen, dass ich dabei stand", antwortet der junge Adlige, der sich fragt, über wieviel Feingefühl seine Begleiter verfügen mögen. "Und Ihr, Madame, solltet nicht davon ausgehen, dass jemand eine Sprache, mit der er nicht aufgewachsen ist, nicht mit der Zeit zu verstehen lernt. Eure Bemerkung auf Tulamidya über mich gegenüber den Einheimischen in Nalchech war unnötig … und beleidigend." Seine Stimme wird leiser bei seinen letzten Worten, während er seiner attraktiven Reisegefährtin einen tadelnden Blick zuwirft.

Frumol schaut Randirion verständnislos an und versucht sich die Situation wieder ins Gedächtnis zu rufen. Schließlich liegt das Ereignis, das sein Gegenüber bedrückt nun schon etliche Tage zurück.

Sich keiner Schuld bewusst antwortet Sephyra: "Mit 'Verlaub, mein Herr', Ihr fallt zumindest in unserer Begleitung auf wie ein bunter Hund. Und wenn unsereins in Eurer erlauchten Begleitung erblickt wird, ist das gerade in dieser Gegend erklärungsbedürftig. Ihr mögt sicher die Sprache nach und nach besser lernen. Aber ich rate Euch, auch die Sitten und Gebräuche der niederen Schichten - so wie uns -" sie deutet auf Frumol und sich, " zu verstehen und zu respektieren."

"Ihr bringt es auf den Punkt, Madame", antwortet ihr Randirion gefasst, eigentlich hat er auch keine Entschuldigung erwartet. "Wenn Euch meine Gesellschaft unangenehm ist, ist es wohl besser, unsere Wege trennen sich. Excusez-moi, nicht an mir sehe ich den Mangel an Respekt und Verständnis, man hat sein Haltung zum ehrenhaften fahrenden Volk oft genug deutlich zum Ausdruck gebracht, werte Gefährten." Der Cavalliere schüttelt resignierend den Kopf und läßt den Wein in seinem Becher kreisen, bevor er sich einen Schluck genehmigt.

Sie kneift leicht die Augen zusammen, mustert das junge und unschuldig wirkende Gesicht des Kawaljere eindringlich. Plötzlich grinst sie über das ganze Gesicht und mein spitzbübisch: "Du könntest eine Rasur vertragen!"

Unwillkürlich greift sich Randirion an sein Kinn, ein entschuldigendes Lächeln um den Mundwickeln, ihre vertrauliche Anrede überrascht und verunsichert ihn. "In der Tat, Domna Sephyra, verzeiht mein ungepflegtes Erscheinungsbild. Ich sollte mich rasieren und ein Bad nehmen …"

"Siehst Du?! Genau das meine ich!" Ihr Grinsen wird noch breiter. "Es geht nicht darum, ob die letzte Rasur so und so lange her ist oder das Kinn stoppelig wirkt." Sie lehnt sich zurück. "Ebenso die Anrede: Domna. Wie das schon klingt! Wenn du Wert darauf legst, dass wir uns 'nähern', was auch immer damit gemeint ist, dann lass diese Ausdrücke. Wir haben viel zusammen durchgemacht, wohl wahr. Aber ich glaube, dass du die bestehende Kluft aufrecht erhältst und nur eine Entschuldigung suchst. Stimmt das?" Ihre Worte sind hart, aber ihre Stimme ist samtweich. Fast meint Randirion, eine Träne in Sephyras Augen erkennen zu können.

Wie sie ihn anschaut! Diese schimmernden, ausdrucksvollen Augen, ihr samtenes, weiß-blondes Haar, die schmeichelnde Stimme … Der junge Adlige wirft einen schnellen Seitenblick auf Frumol, richtet dann die Augen auf seinen Weinbecher, an dem er sich festzuhalten scheint … "Meine éducation verlangt, die Etikette einzuhalten und nach dem Gesetzen der Ehre zu leben, versteht das bitte, … Sephyra", versucht er sich zu rechtfertigen, unterlässt dabei zögernd die übliche Titulatur, denn ihre Worte waren eindeutig ein Vorwurf an sein kultiviertes Verhalten. Ist ihr bewusst, dass sie sehr viel von ihm verlangt? Er soll sich ihre Freundschaft teuer mit dem Verlust an Ansehen erkaufen …

"Ich suche keine Entschuldigung", fügt er ruhig, mit gefasster Stimme hinzu, legt dabei vertraulich-entschuldigend eine Hand auf die ihre und schaut ihr fest in die Augen. "Ich habe euch beide als edle Mitstreiter in den Göttern wohlgefälligen Taten an meiner Seite erlebt, ihr verdient meinen Respekt und meine Achtung als teure Gefährten, ich nenne euch Freunde. Ist es zu viel verlangt, zu erwarten, dass auch ihr meine Person respektiert und nicht ständig Anstoß nehmt?"

Sein Status verlangt von ihm, eine höfliche Distanz zu wahren, das gebietet sein Ehrbegriff. Verliert er nicht sein 'Gesicht', sein Ansehen, ließe er sich auf eine vertraulich 'kumpelhafte' Anrede ein, vernachlässige er sein Äußeres? Man sieht es der Miene des jungen Cavalliere an, in welch einer diffizilen Situation er sich befindet.

Als der Kawaljere seine Hand auf ihren Arm legt, sieht sie ihm fest in die Augen. Ihre zweite Hand stellt den Becher ab und legt diese obenauf. "Du bist einfach - äh - anders - äh - erzogen als wir." versucht Sephyra einen Erklärungsversuch. "Wir können offenbar alle nicht ohne weiteres aus unserer Haut. Ich bin lange genug mit dem Zirkus unterwegs gewesen, um erkennen zu können, dass Respekt nichts, aber auch gar nichts mit den sogenannten 'guten Manieren' zu tun hat. Und wie mein Ohm immer zu sagen pflegte: 'Ein wahrer Freund ist derjenige, der dir immer sagt, was ihm nicht an dir gefällt.'"

"C'est vrai, Ma … Sephyra", erwidert Randirion nachdenklich auf des Ohms Lebensweisheit, noch fällt es ihm schwer, von der gewohnten Umgangsform abzulassen. "Ich gebe zu, es zu lange vor mir hergeschoben zu haben. Indes sah ich in den letzten Tagen keinen geeigneten Zeitpunkt für eine Unterredung."

Obwohl Randirion nur Sephyra ansieht, sind seine Worte auch an ihn, den Streuner, gerichtet. Und in diesen meint Frumol das wirkliche Problem zu erkennen, dass diese Kluft schafft: Randirion ist nicht so eitel, wie es oft den Anschein hat, es ist seine Etikette, die ihn zu seinem Verhalten zwingt. Eine Etikette, die in der Gruppe sonst niemand mit ihm teilt …

"Ich denke", mischt sich Frumol leise ein, "ist gerade Eure Etikette. Ihr verschanzt Euch dahinter wie in einer Burg. Ihr wart immer eine kameradschaftliche Distanz", ihm fehlen nun die richtigen Worte, also legt er eine Pause ein. Ihm wird klar, dass er sein Gegenüber schon wieder auf diese kindisch höfliche Art anspricht, die nicht seine Art ist: Er versucht Randirion und seiner Etikette gerecht zu werden. Vermutlich ist es dies, was Randirion als >Anstoß< empfindet.

"Du lässt doch keine Nähe zu." sagt er nach einem Moment des Nachdenkens. "Mit den Regeln Deiner Etikette stehst Du dummerweise automatisch im Abseits. Du wünschst Dir, nach den Regeln Deiner Etikette behandelt zu werden. Das haben wir versucht, doch es war ein Schuss nach hinten. Deine Etikette ist uns so fremd, wie Dir vermutlich ein zünftiges Gelage, oder so. Wir können nur Dein Verhalten wie ein Affe nachspielen, ohne den Sinn darin zu verstehen."

Frumols Worte über sein scheinbares Unvermögen, Nähe zuzulassen, haben den jungen Adligen leicht betroffen gemacht und für einen Moment scheint ein Anflug von Schmerz seine grün-irisierenden Augen zu trüben. Seine Kindheit … er wischt seine Gedanken schnell beiseite. Nur nicht Sentimental werden …! "Meister … Frumol", korrigiert sich Randirion schnell, schaut von Sephyra weg zu dem Streuner hin, "versteht bitte, dass es sich für mich nicht geziemt, die Etikette abzulegen, auch euch gegenüber habe ich sie zu wahren. Zu keiner Zeit hatte ich jedoch erwartet, dass ihr euch damit herum plagen müsstet, sie zu imitieren." Seine Stimme klingt freundlich, ohne eine Spur von Arroganz.

"Niemand kann aus seiner Haut. Ihr nicht und ich nicht." stimmt er Sephyra zu. "Wir müssen das Beste daraus machen."

Der Blick des jungen Adligen bleibt einen Moment prüfend an Frumol hängen. "Da ihr nun wisst, dass es nicht in meiner Absicht liegt, euch damit zu diskreditieren, bitte ich euch nur, auf eure verletzenden Anspielungen zu verzichten", setzt er hinzu. "Lasst uns Kameraden sein."

"Das war in der Tat niemals meine Absicht." betont Frumol noch einmal.

"Und für meine unbewussten Anspielungen bitte ich um Verzeihung." Nach wie vor ist ihm unklar, worauf Randirion eigentlich anspielt. Er wünschte sich, der Cavalliere würde dies zu Sprache bringen, damit er in Zukunft darauf achten kann … 'Randirion ist schon komisch. Und seine Etikette ist es noch mehr. Vermutlich gebietet sie ihm, auch nicht weiter darüber zu diskutieren', überlegt Frumol wenig glücklich, vermutet er doch eine Wiederholung bei der nächsten unbedachten Äußerung.

"Lass Dir eins gesagt sein: Du bist unser Kumpel. Basta." erklärt er glaubhaft.

Randirion nickt ihm freundlich zustimmend zu. Er rechnet es Frumol hoch an, dass dieser nicht in Erwägung gezogen hat, ihre Kameradschaft nun mit einem Schulterschlag bekräftigen zu müssen.

Sie sucht kurz Frumols Blick und schaut dann wieder zu Randirion. "Mann, du bist schon eine Marke!" lacht sie dann und lässt die Hand ihres Gegenüber los. "Und nun keine trübsinnigen Gedanken mehr, hm?! Lasst uns feiern!"

Randirion greift mit der nun freien Hand lächelnd zu seinem Weinbecher und hebt ihn zum Prosten an. "Man ist, was man ist, mes amis. Stoßen wir auf unsere gemeinsame Zukunft an!" Nach einem kräftigen Schluck stellt er den Becher mit sichtbar entspannter Miene auf den Tisch zurück. "Genießen wir den Abend und die vorzüglich unterhaltenden Darbietungen dieser charmanten Künstlerin."

Mit einem strahlenden Lächeln für beide Gefährten lehnt sich auch Sephyra zurück und ergreift ihren eigenen Weinbecher. Nach einem Schluck daraus lässt sie ihren Blick durch die Schankstube schweifen und bleibt schließlich wieder an Frumol und Randirion hängen. "Sehr gut, dass das jetzt geklärt ist." meint sie erleichtert. "Nun können wir uns unbeschwert in ein neues Abenteuer stürzen und unser neues Leben als Pferdezuchtbesitzer planen!"

Auf das Stichwort Pferdezucht merkt der Cavalliere auf. "Richtig, Freunde, die Frage nach dem Verbleib unsere Rasse-Pferde sollten wir alsbald in Angriff nehmen. Sie auf die Dauer mit uns zu führen, birgt ein gewisses Risiko und ist zudem recht unkomfortabel." Doch bevor er das Thema weiter ausführen kann, werden sie von einem unüberhörbaren Disput aus der anderen Ecke des Gastraumes unterbrochen.

Aus der hintersten Ecke ist auf einmal lautstark der Wirt zu hören: "Wie, du kannst nicht zahlen?! Deine Geldkatze ist Dir abgeschnitten worden? Das glaubst Du doch selbst nicht, feinste Seide am Körper aber die Zeche prellen wollen!"

Von dem plötzlichen Aufruhr angezogen blickt Sephyra interessiert von den Gefährten auf und in besagte Ecke des Raums.

Den Blick spürend dreht die junge Frau Ihren Kopf in Richtung der 2 Männer und der Frau. Aus großen, rehbraunen Augen schaut sie verzweifelt herüber.

Auch Randirion wendet seine Aufmerksamkeit auf die fremde Frau, die in Schwierigkeiten zu sein scheint, wie ihr hilfesuchender Blick ihm deutlich zu machen versucht. Er richtet sich im Sitzen angespannt auf.

Eine schlanke, mittelgroße Frau, schätzungsweise Mitte 20 mit langen schwarzen Haaren in rot-weise Seide gekleidet steht auf und scheint Ihren Jähzorn nicht bändigen zu können. "Mich der Zechprellerei zu bezichtigen, "zischt es aus Ihren zusammengekniffenen Lippen hervor, "ist das Niedrigste, was mir je unterstellt wurde. Und das, was Ihr hier Wein nennt, wäre in meiner Heimat nicht mal den Sklaven zur Verköstigung angeboten worden. Dieses Etablissement würde bei uns nicht mal gegen 100 Dublonen eine Schanklizenz bekommen." Ihre Stimme wird fester und distanzierter: "Sie können es als eine Ehre ansehen, dass ich, Donna Parida-Galan, hier einkehrte. Und zum Zeichen meiner Ehre biete ich Ihnen an, obwohl sie es an Kavaliersgebahren mangeln lassen, meine Schuld in der Küche abzuarbeiten."

Frumol schaut nur kurz auf, schließlich hofft er noch auf eine weitere Äußerung des Kavaliere. Und Zechprellereien gehören ja fast zum festen Tagesprogramm bei Wirten …

Das Gezeter ist wirklich nicht zu überhören. Allerdings wirkt Sephyra leicht verwirrt und nachdenklich runzelt sie die Stirn. 'Schon wieder solche Fremdworte!' geht ihr durch den Kopf. "Randirion, kannst Du mir die Bedeutung diese Wortes Esstäbl… ähsteebli… dingsda erklären?" flüstert sie - über den Tisch gebeugt - ihrem Gefährten zu. "Mir ist schon klar, dass diese 'Dame' ihre Zeche nicht zahlen kann, aber was hat das mit einer Lizenz zu tun?"

'Hm. Aber schicke Sachen hat sie schon an.' überlegt die Gauklerin weiter, während sie den Streit der Fremden mit dem Wirt beobachtet. 'Aber du musst noch viel lernen, Kleine! Wenn du schon die Qualität des Weins anzweifelst, dann darfst du gar nichts zahlen wollen!' so viel hat sie in ihrer bisherigen Karriere als nicht immer zahlungsfähige Kundschaft diverser Wirtschaften gelernt.

"Damit bezeichnet sie in etwas herablassender Form dieses Gasthaus hier, dessen Wirt in ihrer Heimatstadt eine Genehmigung zum Ausschank alkoholischer Getränke benötigen würde", belehrt der junge Adlige seine Gefährtin mit stark gedämpfter Stimme.

"Aha." meint Sephyra, jetzt nur noch mäßig interessiert. "Und ich dachte schon, das sei ein fremdländischer Ausdruck für die land- und stadtstreichenden 'Erpresser' und Schutzgeldeintreiber, die es sicher auch hier gibt, weil sie doch eine 'Lizenz' erwähnt hat.

Verwundert schaut sie sich das Getuschel der drei Personen an. 'Reden die über mich?' Dann wendet sie sich wieder dem Wirt zu und funkelt Ihn an, die Hände in die Hüfte gestemmt.

"Hah! Erst meinen Wein Gepansche nennen und dann in der Küche stehen wollen." Der Wirt fängt gerade an, sich in Rage zu reden. "Bei der feinen Kleidung würdest Du es doch nicht mal wagen, eine Soße zu rühren, es könnte ja tropfen und die feine Dame würde sich schmutzig machen!"

Entrüstung sprüht aus den Augen der jungen Frau als sie sich leicht über den Tisch Richtung Wirt vorbeugt. "Ich habe mich nicht angemaßt Ihren Wein zu diskreditieren da es dazu eines Weines bedurft hätte. Und mich in Ihrer Küche zu haben wäre für die Verköstigung Ihrer Klientel eine Gaumenfreude. Diesen Fraß," sie schaut abfällig auf den nur halb leer gegessenen Teller auf Ihrem Tisch, "würden bei uns selbst die Ratten mit 3 Schritt Abstand umgehen!

Die vertrauliche Anrede Ihres Gegenübers scheint sie auch weiterhin zu ignorieren als sie fortfährt: "Und wahrscheinlich haben Sie eine Schürze für mich über auf der sowieso nicht zu erkennen wäre, ob ein Soßenfleck frisch wäre oder nicht! Aber wehe Sie würden es wagen, mir beim Umziehen zuzusehen, die Augen würde ich Ihnen auskratzen!"

Er runzelt die Stirn. Die Erwähnung der Sklaven gefällt ihm gar nicht, doch steht es außer Frage, dass dieses resolute Persönchen des Schutzes eines Edelmannes bedarf. Er schiebt seinen Stuhl zurück. Mit den Worten "Entschuldigt, mes amis, ich bin gleich zurück" erhebt Randirion sich und geht angemessenen Schrittes auf den Wirt und die attraktive Fremde zu.

Noch bevor Sephyra sagen kann: 'Misch dich nicht ein!' ist der Kawaljere aber auf und davon. "Das gibt bestimmt noch Ärger." flüstert Sephyra ihrem Frumol zu und verdreht die Augen zur Decke. "Wenn nicht mit dem Wirt, dann bestimmt mit dieser Donna."

Frumol nickt betreten. Noch eben habe sie über ihre gemeinsame Reise gesprochen, und nun ist 'seine Empfindlichkeit' auf und davon.

"Vielleicht kennen sie sich", mutmaßt Frumol. "Sie sprechen beide so … seltsam." Er lehnt sich zurück und beobachtet nach einem Blick durch die Schänke die Drei.

"Na klar! All die sonderbar Sprechenden dieser Welt kennen sich!?" schnaubt sie leicht belustigt.

"Mal im Ernst, wieso mischt er sich da wieder ein?" fragt sie. 'Eben war dem Kawaljere nichts wichtiger, als mit seinen Gefährten das Miteinander zu klären und schon springt er auf, einem "Weibe in Not" zu helfen. Verstehe einer die Horasier!'

Er greift nach seinem Wein - ein schönes schäumendes Bier ist ihm plötzlich lieber … Doch auch er gehört derzeit zu den Wohlhabenden dieser Welt und dazu gehört eine guter Wein.

'Von der Etikette gefangen …' schweift er gedanklich kurz von dem Geschehen ab.

Gespannt schaut Donna Parida-Galan dem entgegenkommenden Fremden an: "Verehrter Don, wie würden Sie die Qualität dieses Beerensaftes nennen, verdient er den Namen Wein?" Sie wendet sich wieder dem Wirt zu, der mit verschränkten Armen dem Monolog gefolgt ist. "Sie werden nun sehen, was ein Mann von Welt und mit Erfahrung im Genuss edler Getränke zu diesem gefärbtem Wasser sagt."

Der Wirt zieht seine Stirn in Falten und fängt langsam an, rot anzulaufen. "Was fällt Dir dahergelaufener Göre überhaupt ein, so mit mir zu reden?"

Der Cavalliere tritt an die streitbaren Parteien mit ernster Miene heran. Weder gefällt ihm, wie sich diese Frau zu artikulieren beliebt, noch kann er zulassen, dass sich der Wirt der Fremden gegenüber, die in finanziellen Nöten zu sein scheint, unhöflich benimmt. Er verbeugt sich mit einem Griff an seinen Hut leicht vor der Frau, ignoriert jedoch ihren Versuch, ihn zu ihrem Zwecke einzuspannen. "Excusez-moi, dass man sich einmischt, Domna, Monsieur ... ", beginnt er in einem ruhigen Ton, mustert die beiden dabei aufmerksam, "doch man rät zur Mäßigung in der Ausdrucksweise und zur Einhaltung der Etikette, denn es scheint, man echauffiert sich hier über Unnötigkeiten, zu deren Klärung man beizutragen geneigt ist." Er schaut die beiden Streithähne bedeutsam an und setzt ein feines Lächeln auf. "Es empfiehlt sich, die Angelegenheit in einem sachlichen Ton zu klären, um die anwesenden Gäste nicht übermäßig mit dieser altercation zu behelligen. Alors, um es zu beenden, was hat er dieser Dame gegenüber an Forderungen zu erheben, Herr Wirt?" verlangt er höflich zu wissen.

"Nun …" Der Wirt scheint auf Grund des sachlichen Eingreifens ein wenig verlegen. "Äh, die junge Frau schuldet mir den Betrag für einen Becher unseres besten Weins und eine einfache warme Mahlzeit. Darf ich das dem verehrten Herrn mit in Rechnung stellen? Dann würde ich es am Ende zusammen abrechnen."

Milde lächelnd zeigt sich der Cavalliere damit einverstanden. "Bien entendu! Wegen einer derartigen Bagatelle erscheint es doch exagéré, einen solchen Aufstand zu machen." Er neigt den Kopf. "Bringe Er der Domna noch einen seine besten Weine, damit sie sich von der Qualität Seines Weinkellers überzeugen kann", ordert er ein weiteres Getränkt für die Fremde.

Donna Parida-Galan wendet sich mit einem erleichterten Lächeln dem Cavalliere zu. "Habt dank für Euer kaverleskes Eintreten und entschuldigt mein Temperament. Ich bin es einfach nicht gewohnt, so respektlos behandelt zu werden. Darf ich Euch nach Eurem Namen und Eurer Herkunft fragen, Don? Schon zu lange habe ich es vermissen müssen, in einer angemessenen Artikulation parlieren zu können."

"Bienvenue, Domna! Man hofft, Ihr nehmt die Einladung zu einem Becher Wein als kleine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten an", erwidert der junge Adlige mit einer galanten Verbeugung. "Leicht ist man durch Diebesgesindel seiner Habe beraubt und gerät unwillentlich in solch missliche Situation." Er lächelt sie charmant an. "Und verzeiht meine Unhöflichkeit, Domna Parida-Galan … wenn ich richtig verstanden habe? Gestatten, Cavalliere Randirion ya Calmatin aus dem Alten Reich. Es ist mir eine Ehre, dass ich Euch behilflich sein konnte. Doch nun entschuldigt mich bitte, ich möchte meine Gefährten nicht all zu lang auf meine Rückkehr warten lassen." Für ihn ist die Angelegenheit hiermit erledigt und dem Tertio, Quinto und Duodecimo der Zwölf Ehernen Gebote der Ehrhaftigkeit genüge getan.

Wieder verbeugt er sich galant, läßt die Fremde höflich grüßend stehen und geht zurück an seinen Tisch, an dem Frumol und Sephyra auf ihn warten. "Bien …", nimmt er ihre Unterhaltung, nachdem er sich gesetzt hat, wieder auf, als wäre nichts gewesen. "Wo waren wir gleich stehen geblieben? Ah, die Pferde und ein akzeptables Gestüt. Ich denke, sind wir erst einmal in Gareth, werden wir sicher in Erfahrung bringen können, was sich Annehmbares anbietet."

"Wo wir waren? Wir waren hier, während Du Deinen Anteil unseres Vermögens verschleudern gegangen bist. Ich dachte, wir wollten eine Pferdezucht aufmachen. Dafür werden wir aber alles Geld brauchen, das wir haben. Comprende? Oder, so sagst Du doch?!" Zwischendurch wirft sie noch einen - Randirion meint abschätzigen - Blick auf die Frau in rot-weißer Seide.

Trotz ihres leichten Aufbrausens bleibt Sephyra leise, fast zischt sie die Worte nur, damit keiner der nahe sitzenden Gäste von ihrem "Reichtum" erfährt.

Erstaunt über Sephyras Ausbruch hebt Randirion eine Augenbraue an, betrachtet ihre erzürnte Miene. 'Was hat sie nur?' Ihrem Blick folgend, den sie immer wieder auf die fremde Frau wirft, meint er zu begreifen.

Amüsiert legt sich ein Schmunzeln um seinen Mund. "Sephyra, auch wenn wir nun zu einem vertraulichen Umgang gefunden haben und gemeinsamen Zielen folgen, steht es Euch nicht an, über meine Mittel zu verfügen", weist er sie freundlich zurecht. "Dieser Domna aus ihren momentanen pekuniären Schwierigkeiten zu helfen, ist für mich ein Frage der Ehre und sicher keine kostspielige affaire. Gleiches hätte ich auch für Euch getan." Sein Lächeln verstärkt sich, als er sie anblickt und mit einem Nicken um ihr Verständnis nachsucht.

"Ach, mach doch, was du willst!" winkt sie müde ab. Sie kneift die Augen leicht zusammen und fragt: "Du kennst doch das Sprichwort mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand, oder? Und ich kenne solche Frauen." fügt sie noch hinzu. Schließlich hat auch sie sich schon erfolgreich auch ohne eigene Mittel ganz gut durchs Leben schlagen können. "Sieh dich einfach nur vor, ja?" damit ist für Sephyra diese Diskussion offenbar beendet und sie widmet sich erst dem Wein und dann Frumol.

Ruhig hört Randirion ihr zu und nickt verstehend. "So gesehen … dennoch halte ich mein Handeln für correct", erwidert er nachdenklich, setzt dann ein Schmunzeln auf und fügt mit einer leichten Verbeugung hinzu: "Ich habe ja Euch an meiner Seite, werte Freundin."

Auch wenn Frumol mit Sephyras Äußerung nicht gänzlich einverstanden ist, muss er ihr doch insoweit Recht geben, dass sie für die Pferdezucht wohl noch einen Haufen Geld brauchen werden.

Und einfach wildfremden Leuten die Zeche zu zahlen … Jemand wie Randirion hätten Sephyra und er vor nicht allzu langer Zeit hemmungslos ausgenommen!

'Randirion, Du musst noch eine Menge lernen über die Menschen.' Er schüttelt leicht belustigt und schmunzelnd den Kopf über die Pflichten der Ehre.

"Lasst es gut sein." bittet er seine beiden Gefährten.

Am anderen Tisch erhebt sich Donna Parida-Galan und geht langsam, fast schüchtern auf den Tisch der drei Gefährten zu. "Entschuldigt meine Aufdringlichkeit …" Fast flehentlich wirft sie einen Blick auf die zugegebenermaßen attraktive Frau am Tisch, "Ich komme von sehr weit her und ich bin nicht freiwillig hier," Kurz schweift Ihr Blick über den Ihr unbekannten Mann weiter zum Cavalliere, aber Ihr Blick weicht seinem aus, "Ich musste überstürzt meine geliebte Heimat verlassen und stehe nun sehr einsam da …" Fast scheint eine Träne Ihr Auge zu verlassen, doch kann sie sich beherrschen. "Wäre es eine zu stetige und grosse Repression mich Euer Geleit sein zu lassen, bis wieder zivilere Gefilde erreicht sind, wo ich mich dann nach einer neuen Heimat umsehen kann? Ich würde mich auch nützlich machen."

Als die Fremde an ihren Tisch kommt muss Frumol breit schmunzeln. Er hatte es je geahnt - und in Sephyras Augen sieht er, dass sie dies ebenfalls erwartet hat.

'Los, Cavalliere zeig' uns wir Du da wieder raus kommst!' ist in seinen Augen zu lesen, während sein Blick von der 'feinen Dame' zu seinem Freund schweift.

Er greift nach seinem Wein, und lehnt sich zurück. Er wechselt noch eine Blick mit Sephyra.

'Dies ist besser als jedes Gaukler-Theater!' stellt er fest.

Er wird abwarten und dann später Randirion damit aufziehen - ach nein, das ist wohl wieder gegen dessen Etikette, also wird er genießen und schweigen. Und nachher mit Sephyra darüber feixen.

Frumols Blicke deutend lehnt auch Sephyra sich zurück, schaut aber den Neuankömmling von unten her an: "Ich hab' ja schon viel gesehen und gehört. Aber dass wir uns für Eure Aufdringlichkeit entschuldigen sollen … so dreist war bisher noch niemand!"

Dann blickt auch sie von der Fremden zu Randirion und zurück. Schließlich meint sie: "Ich glaube, der Wirt war Euch sehr zugetan. Sagt Euch das 'zivilisierte' Mittelreich denn nicht zu?"

Ein Funkeln taucht in den dunkelbraunen Augen der Donna auf, während sie die Frau von oben bis unten mustert: "Was Ihr unter Zivilisation versteht ist unschwer zu erkennen, und verzeiht mir, wenn ich da andere Maßstäbe ansetze." Der leichte Spott in Ihrer Stimme ist kaum zu überhören. "Und dreist ist, wer Menschen in der Not mit Spitzfindigkeiten versucht das Wort im Mund umzudrehen, oder seit Ihr einfach nur gewählter Höflichkeit nicht mächtig?"

"Jetzt habt Ihr mich aber erwischt!" erwidert die Gauklerin mit einem Fingerschnippen. "Aber wie unhöflich von mir: Wollt Ihr Euch nicht setzen? Da hinten ist noch etwas frei." meint Sephyra dann mit dem Fingerzeig auf den gerade von der Donna verlassenen Tisch.

Frumol würde sich gerne noch weiter zurücklegen. Offensichtlich amüsiert beobachtet er das Treiben der beiden Weiber.

'Sephyra ist so süß, wenn sie sich in Rage redet', stellt er wieder einmal fest, während er auch die unbekannte 'Donna' mustert. 'Eigentlich war das ja Randirions Spiel …'

"Es tut mir aufrichtig leid," zuckersüß perlen die Worte von Ihren Lippen, "wenn Ihr Euch durch meine bloße Gegenwart in Eurem Machtrefugium eingeschränkt seht, aber meine Frage war nicht nur an Euch gerichtet."

"Hm." Verständnis vortäuschend nickt Sephyra: "Ja, ich verstehen. Mit der armseligen Leistung könnt Ihr als Schauspielerin wirklich kein Geld verdienen. Da ist ja jedes, äh, jedes, na eigentlich alles andere unterhaltsamer." ergänzt sie mit zynischem Tonfall. Dann schenkt sie der Donna keine weitere Beachtung und nimmt einen Schluck aus ihrem Weinbecher.

Nach einem Moment des eisigen Schweigens fährt sie fort: "Aber was habe ich Euch getan, dass Ihr so abweisend seit? Seit Ihr etwa eifersüchtig? Ist der Cavalliere etwa Euer Liebhaber?"

Randirion will gerade zu einer beschwichtigenden Rede ansetzen, doch diese Worte der Fremden verschlagen ihm die Sprache. Mit kritisch hochgezogenen Augenbrauen mustert er die Frau, die sich Donna nennt, lehnt sich mit über der Brust verschränkten Armen zurück und wartet gespannt Sephyras Antwort ab.

"Lasst mich kurz nachdenken: 'Ein Liebhaber ist jemand, der am nächsten Morgen allein aufwacht.' hat mein Ohm immer gesagt. Also ist der Kawaljere mehr, viel mehr. Wir ziehen bereits seit Jahren gemeinsam durch die Welt." übertreibt sie ein wenig in lässigem Tonfall. "Ich kann Euch also beruhigen, Eure Ambitionen behindere ich nicht."

"Oh, ein Wort nicht in Eurer Sprache, habt Ihr doch mal vor Äonen eine gute Erziehung genossen?" Süffisant lächelt die Donna, um dann spürbar ernster zu werden.

Dann richtet sie sich ein wenig auf und fährt fort: "Solltet Ihr allerdings ein Auge auf den falschen Mann werfen, behaltet seinen Anblick in guter Erinnerung …" Bei diesem Satz ist ihr Tonfall äußerst frostig geworden. Sich auszumalen, was ihr dann blühen kann, überlässt sie der Donna und ihrer Phantasie.

"Aber seit Euch sicher, weder in seine" Ihr Blick fällt auf den Cavalliere, "noch in seine Richtung" Ihre Augen wenden sich dem Ihr unbekannten Mann zu, "habe ich auch nur die geringsten Ambitionen. Mir geht es nur, um das Eingangs erwähnte, falls Ihr Euch daran noch erinnern könnt. Mich zieht es in eine größere Stadt, wirklich größer, nicht weil ich das Landvolk verachte, gibt es uns doch aus seiner Arbeit unseren täglichen Bedarf, nein, vielmehr finde ich mich dort nicht zurecht, was wohl an den eher einseitigen Unterweisungen meiner Amme zu einer standesgemäßen Frau liegen mag. So suche ich nichts weiter als ein wenig Schutz auf meinem jetzigen Weg. Und das dürfte Euch wohl eher weniger stören?"

"Oh, nein, ganz und gar nicht. Ihr findet in einem Wirtshaus wie diesem sicher ein Dutzend Söldner, die Eure sichere Ankunft überall garantieren, und als Bezahlung von Euch alles annehmen werden, sogar Gold, solltet Ihr irgend wann wieder welches haben!" antwortet Sephyra und mit einem liebenswürdigen Lächeln auf den Lippen fügt sie in Tulamidia hinzu: <Mögest du Warzen im Gesicht züchten.> und lässt es wie einen Abschiedsgruß klingen. Jedenfalls lässt sie die Fremde einfach stehen und winkt dem Wirt nach einem neuen Becher Wein.

"Ich weiß nicht, ob ich Eure Ignoranz mehr bewundern oder eure Dummheit bemitleiden soll." Sagt es, dreht sich schwungvoll auf dem Absatz um, und geht Richtung Ihres Tisches. In der Mitte der Strecke wendet sie sich noch einmal um und schaut den Cavalliere lange an um dann weiterzugehen und sich hinzusetzen.

Mit unbewegter Miene, ohne sich in den Disput zwischen Sephyra und der Fremden einzumischen, folgen Randirions Augen der abziehenden Donna.

Ihrem Blick begegnet er eher kühl. 'Non, Madame, so nicht …' Als sie wieder an ihrem Tisch sitzt, beugt er sich vor, greift nach dem Weinbecher und nimmt erst einmal einen kräftigen Schluck. "Mes dieux!" meint er daraufhin. "Dafür kann ich kein Verständnis aufbringen. Wo immer auch sich ihre Kinderstube befand, man scheint doch einiges versäumt zu haben! Ausfallende Bemerkungen zeugen von einem äußerst schlechtem Stil." Er schaut seine Gefährten, vor allem Sephyra, entschuldigend an. "Es lag nicht in meiner Absicht, Euch durch mein Tun Beleidigungen auszusetzen, Sephyra. Ich sollte mich dafür entschuldigen." Seine Miene wirkt leicht zerknirscht.

"Ach was!" meint Sephyra unter einem versteckten Schmunzeln, so dass es die Donna nicht sehen kann. "Ich fand diesen kleinen - wie ? - 'Dissbuut' äußerst erfrischend. Mit Dir kann man sich ja gar nicht richtig streiten!" Sanft setzt sie ihre Faust unter Randirions Kinn und deutet durch leichtes Zurückdrücken seines Kopfes einen Schlag an. "Ness pah? Oder so ähnlich."

Mit gespielt schmerzverzerrtem Gesicht greift sich Randirion an sein Kinn. "Man sucht auch Schlägen unter der Gürtellinie aus dem Weg zu gehen", kontert der Cavalliere mit leicht ironischem Schmunzeln.

Unauffällig sieht Sephyra sich um und flüstert Frumol dann zu: "Ich wüsste schon, wen wir heute ausnehmen könnten. Wenn besagte Person noch Geld hätte." fügt sie rasch hinzu.

Ein Lächeln umspielt Frumols Mundwinkel, und Sephyra sieht es in seinen Augen aufblitzen. Sie weiß, das er ebenso denkt.

Verstohlen wirft sie der Donna einen weiteren Blick zu und fragt sodann ihre Gefährten: "War ich vielleicht wirklich etwas grob zu ihr?"

War da ein Blick? Verwundert wendet die Donna Ihren Kopf, nein, es war wohl nur Einbildung. Sie starrt wieder in den noch unberührten Weinbecher.

"Na los," grinst Sephyra den Kawaljere an, "geh' schon und entschuldige Dich bei ihr! Oder soll ich das etwa selbst machen?!" Kaum kann sie schallendes Gelächter ob ihres eigenen Scherzes zurückhalten. Allerdings wird sie schnell wieder ernst, als ihr die nur wenige Minuten zurückliegende "Beschwerde" Randirions in den Sinn kommt. "Du nimmst mir das doch nicht etwa wieder übel, oder?" fragt sie ihn. Ihr phänomenal unschuldig-mitleidiger Blick setzt sie perfekt in Szene. Randirion merkt sofort, dass Sephyra "vom Fach" ist und sie die Unterhaltung der Menschen bereits von Kindesbeinen an erfolgreich gelernt hat. Tja, Schauspieler müsste man sein …

Randirion ist Sephyras Blick zum Tisch der Fremden gefolgt und hat auch deren Aufblicken bemerkt. Seine Augen richten sich nun wieder ernst auf seine Gefährtin. 'Sie können es nicht lassen, …' denkt er bedauernd, betrachtet die Gauklerin einen Moment und antwortet dann: "Nein, Sephyra, ich habe mich für nichts zu entschuldigen. Weder für Euer noch für ihr Verhalten. Wenn Ihr meint, sie mit Eurem Auftreten brüskiert zu haben, dann empfiehlt es sich, dies selber zu klären." Der Cavalliere bleibt ruhig sitzen, er ist nicht bereit, Sephyras Aufforderung nachzukommen, sieht er doch keine Veranlassung, sich vor den einen noch den anderen Karren spannen lassen. Und wenn die angebliche Donna tatsächlich ihrer Hilfe bedarf, wird sie schon wieder an sie herantreten, möglicherweise in korrigierter und akzeptabler Form.

"Ach Freunde, keinen Streit", sagt Frumol in gespieltem Ernst. "Was haltet ihr davon, dieses Weib einfach zu vergessen und wir vergnügen und den restlichen Abend mit einem kurzweiligen Würfelspiel?"

"D'accord", stimmt Randirion Frumols Vorschlag zu, die Ablenkung ist ihm sehr willkommen. "Spielen wir darum, wer die nächste Runde zahlt. Ihr leiht mir doch wieder Eure Würfel, Frumol?" fragt er mit unschuldiger Miene nach.

"Ach Randirion. Wie oft müssen wir es Dir noch erklären?" fragt Frumol gespielt gelangweilt. "Es gibt auf dem Tisch nur einen Becher mit Würfeln, und der wird der Reihe nach herumgereicht." erklärt er dem Kavaliere noch einmal.

Dann beugt er sich vor und flüstert verschwörerisch: "Oder willst Du uns nur glaubhaft machen, du kannst nicht spielen, damit Du ein einfaches Spiel mit uns hast?" Er grinst ihn breit an und zwinkert ihm zu.

"Man muss unumwunden zugeben, Frumol, dass Ihr mir in diesem Metier einiges voraus habt", gesteht Randirion dem Streuner mit einem feinen Lächeln zu. "Zeigt Euch geduldig und weist mich doch bitte noch einmal in Euer Spielchen ein, damit ich mich an diesem Amüsement beteiligen kann." Randirion lehnt sich entspannt zurück, der Weingenuss zeigt seine Wirkung. Er wartet auf Frumols Erklärung. Schließlich will er kein Spielverderber sein, doch so ganz geläufig sind ihm die Regeln nicht mehr, liegt doch seine letzte Teilnahme an diesem Gesellschaftsspiel schon ein Weilchen zurück.

"Wir spielen ein  einfaches Würfelspiel, bei dem reihum der Vorgänger übertrumpft werden muss Schaffst Du dies nicht, versuchst Du deinen Mitspieler in die Irre zu führen." beginnt Frumol zu erklären und stellt seinen Würfelbecher auf den Tisch. Dann legt er zwei Würfel hinzu.

Aufmerksam hört der Cavalliere zu. "Ah, das klingt doch recht simpel, bis auf den letzten Part." Er lehnt sich leicht vor, nimmt den Würfelbecher in die eine und die Würfel abwiegend in die andere Hand.

"Was meint Ihr mit in die Irre führen?" Fragend blickt er den Streuner an. "Werden die Würfeln nicht für alle sichtbar aufgedeckt?"

"Ihr habt es erfasst", Frumol strahlt über das ganze Gesicht. "Es wird verdeckt gewürfelt."

Er nimmt Randirion wieder die Würfel aus der Hand und stellt sie entsprechend seinen Erklärungen auf den Tisch.

"Der erste Spieler würfelt und schaut sich seinen Wurf an. Die hohe Zahl ist die erste Ziffer, die niedrige die zweite Ziffer. Ein Wurf von 3-1 ist entsprechend >31<, eine Wurf von 5-6 demnach >65<. Das sind die niederen Werte. Soweit klar?" vergewissert er sich.

"Soweit ja", entgegnet Randirion, bemüht, seine Aufmerksamkeit sowohl Frumol als auch Sephyra zu widmen. "Und weiter? Was ist der Bluff?"

"Eile mit Weile", mahnt Frumol zur Geduld. "Es gibt noch die höheren Werte: Die Päsche! Zwei gleiche Würfel sind ein Pasch. Also Einer- bis Sechser-Pasch."

"Gut, und wie werden die gewertet?" fragt der Cavalliere gleich weiter, hat er doch soeben einer Dreier-Pasch gewürfelt.

"Und dann gibt es noch das >Garether Mäxle<. Das ist die >21<. Die Wertung ist in dieser Reihenfolge. Erst die niederen Werte, dann die höheren Werte als bester Wert das >Garether Mäxle<." erklärt er dem Kavaliere geduldig.

Der Streuner winkt der Bedienung und bittet diese um einen Untersetzer auf den der Würfelbecher gesetzt werden kann.

"Der Spielverlauf ist wie folgt: Du schüttelst den Becher kräftig und und hebt dann so den Becher, dass nur Du den Wurf siehst und nennst Dein Ergebnis. Wichtig ist, dass du nicht niedriger bist als der vorherige Spieler. Hierbei kannst du selbstverständlich schummeln. Dann reicht ihr den Becher weiter, ohne das der nächste Spieler auf die Würfel blickt. Glaubt der nächste Spieler deine Aussage, würfelt er weiter, glaubt er sie nicht, schaut er in den Becher." er macht eine kurze Pause.

"Stimmt Deine Aussage nicht, hast Du verloren, ansonsten hat der verloren, der nachgeschaut hat." beendet er seine Erklärung.

"Ich hab' eine Idee." meint Sephyra lächelnd, erhebt sich und zwängt sich durch den vollen Schankraum zum Tisch der Donna.

Etwas irritiert schaut Frumol schon, als sich Sephyra erhebt und zu der fremden Frau geht. 'Sie sollte es auf sich beruhen lassen'.

"Ihr seht mir aus, als könnte Euch ein kleines Spielchen wieder erheitern, was?" fragt sie mit unschuldigem blick. "Sucht Euch noch einen oder zwei 'Mitspieler' und wir verdienen uns gemeinsam ein paar Silberstücke, hm?" fragt sie dann mit gesenkter Stimme.

"Ich bin verwundert und erfreut, dass Ihr mich fragt. Aber Ihr wisst ja, dass ich selbst nicht gerade mit Reichtum gesegnet bin. Aber erzählt mir Euren Plan, und ich bin gerne dabei." Die Verwunderung in den Augen der Donna ist nicht zu übersehen, ist sie doch gerade äußerst positiv überrascht worden.

"Stellt Euch nicht so an! Bringt noch ein oder zwei Mitspieler mit an unseren Tisch und seid ihr 'Glücksbringer', der es uns" - eine Kopfbewegung zu Randirion und Frumol hin - "das Geld aus der Tasche ziehen hilft … Ihr versteht?"

Bevor es weiter auffällt, dass die beiden Frauen ohne Streit reden, dreht sich Sephyra auf dem Absatz herum, setzt eine beleidigte Miene auf und schimpft leise fluchend vor sich hin, während sie an den eigenen Tisch zurückkehrt: 'Hoffentlich hat sie das verstanden!' wünscht sie sich dabei inständig.

Die Donna zieht einen klassischen Schmollmund, trinkt einen kräftigen Schluck Wein, fasst Ihren Becher schon fast zu hart an und steht auf. Mit einem Lächeln bewegt sie sich in die hintere Ecke der Schänke, zu dem Tisch, an dem 2 mittelalte Männer sitzen. Nichts Außergewöhnliches, aber sie sehen auch nicht verarmt aus. Sie schaut die Beiden abwechselnd an, beugt sich vor und stützt sich mit den Ellenbogen auf dem Tisch auf.

"Wie wäre es, Ihr werten Herren. Meine kleine Meinungsverschiedenheit mit," Sie bewegt Ihren Kopf mit einem kurzen Ruck zum Tisch der Dreien. "dürfte nicht zu überhören gewesen sein. Lust auf ein kleines Spiel mit denen dort? Ich würde gerne eure Glücksbringerin spielen."

Mit einem verheißungsvollen Blick schaut sie die beiden an, fast scheint Ihr Blick sich an Ihnen fest zu saugen, während sie sich noch tiefer beugt. Ihre Bluse ist locker geschnitten …

"Ihr habt eine Rechnung zu begleichen, hmm?" Fragt der links von der Donna Sitzende. Ein Grinsen macht sich in seinem Gesicht breit. Sein Begleiter setzt in das Grinsen ein. "Eine so netten Bitte können und wollen wir doch gar nicht ausschlagen." Mit diesem Satz erhebt er sich von der Bank und bedeutet seinem Begleiter auch auf zu stehen.

Verwundert blickt Randirion der Gauklerin entgegen. "Nun, es sieht wohl nicht so aus, als ob ihr euch einigen konntet und die Angelegenheit geklärt wurde, ou bien?" fragt er vorsichtig nach, da er der Meinung ist, Sephyras wollte sich bei der Fremden entschuldigen.

Als seine Gefährtin wieder zurückkommt, schaut Frumol sie nur fragend an, ohne weiter darauf einzugehen. Er erklärt lieber Randirion weiter das Spiel, als sich mit solchen weibischen Problemen herumzuschlagen.

"Um es mit vornehmen Worten auszudrücken: Ich habe ich eine Möglichkeit aufgezeigt, ihre Reisekasse aufzubessern, ohne unsere Reisekasse zu belasten." grinst sie schelmisch. "Allerdings wird sie dafür unserer Hilfe bedürfen, wenn sie sogleich mit einigen 'Verbündeten' hier am Tisch erscheinen wird." flüstert sie den beiden zu, während sie wieder ihren Platz einnimmt, den Würfelbecher ergreift, die Würfel schüttelt und anschließend auf den Tisch rollen lässt.

"22", meint sie enttäuscht und gibt den Becher an Randirion weiter.

"Zweier-Pasch" schmunzelt Frumol. "Gar nicht schlecht."

Je mehr Mitspieler sie sind, desto mehr Spaß macht das Spiel. Und er hat nichts dagegen wenn Sephyra um Geld spielen möchte. Wobei er auch Randirions Vorschlag um die Getränke zu spielen, nicht abgeneigt ist. Angetrunken macht das Spiel umso mehr Spaß.

Randirion nimmt den Würfelbecher in die Hand, schüttelt ihn und betrachtet die Würfel unter dem verdeckt gehaltenen Becher, die zwei Dreier aufzeigen. "33. Richtig so? Doch mir scheint, ich sollte in diesem Fall dem Spiel besser nur als Zuschauer beiwohnen …" bemerkt er mit skeptisch gerunzelter Stirn, da er sich gewiss nicht an einer Gaunerei beteiligen wird.

"Richtig." bestätigt Frumol. "Das bisher beste Ergebnis!"

In diesem Moment treten die Donna und die beiden fremden Männer an den Tisch.

"Shantalia Parida-Galan, wenn die Herrschaften gestatten. Meine beiden Begleiter …" Fragend schaut Shantalia die beiden an.

"Alrik, wenn's recht ist." Klingt es volltönend aus dem Mund des Ersten.

"Mein Name ist Isher."

Ein Schmunzeln kann sich die Donna kaum verkneifen, ist es doch eine leise Fistelstimme. Sie unterdrückt es dennoch und schaut kühl in die Runde. "… würden gerne an dieser Würfelrunde teilhaben."

"Dann lasst sehen." meint Sephyra in geschäftsmäßigem Ton und gleichgültigem Gesichtsausdruck gegenüber der Donna. Den beiden Begleitern nickt sie nur zu. Sie nestelt von ihrem Gürtel einen kleinen Lederbeutel hervor, in dem etliche Silbertaler und Heller-Stücke klimpern. Diesen wirft sie vor sich auf den Tisch.

Mit einem breiten Grinsen schaut Alrik seinen Kumpanen an. Dann ziehen beide Ihre Geldkatze aus der Hosen- bzw. Manteltasche. Das Klimpern wirkt beruhigend auf die drei am Tisch Sitzenden. Einen kurzen Blick gewähren sie Ihnen, für ein paar Runden, oder auch mehr, sollte es reichen.

"Ich bitte um die Einsätze." sagt Sephyra, während sie selbst ein Hellerstück in die Tischmitte legt und sich den Würfelbecher nimmt. Nachdem sich die Neuankömmlinge gesetzt haben, schüttelt sie den Becher kräftig, stülpt ihn auf den Untersetzer, linst darunter und meint mit einem Grinsen: "51." und gibt den Becher vorsichtig an Randirion weiter.

Alrik wird sein Grinsen nicht los und schmeißt einen Heller auf den Tisch. Isher tut es ihm gleich und zahlt seinen Einsatz.

Frumol nickt den Neuankömmlingen kurz zu und rückt etwas beiseite, damit alle Platz am Tisch haben. Auch er macht seinen Einsatz.

Nur ganz kurz sucht er Sephyras Blick, und fragt sich, was das denn nun wieder soll. Sie wollten doch einen ruhigen Abend verbringen.

Danach beobachtet die Gesten und Minen seiner Mitspieler.

Der Cavalliere schaut sie einen Moment an. "Nun, eigentlich wollte ich …" Zögernd nimmt er den Würfelbecher, schaut sie noch einmal an, dann schüttelt er die Würfel kräftig durch. Mit unbewegtem Gesicht hebt er den Becher leicht an, schaut drunter, zieht eine Augenbraue hoch und schiebt ihn vorsichtig an Frumol weiter. "64", meint er nur kurz.

Sich zurück lehnen beobachtet Sephyra nicht den die Runde machenden Würfelbecher, sondern vielmehr die Reaktionen der Spieler bei dessen Weitergabe. Sie nimmt sich vor, die ersten zwei bis drei Runden zurück zustecken, um ihre Beobachtungen zur Einschätzung der Gegner zu vervollständigen.

Schließlich haben sie - trotz ihre derzeitigen "Wohlstands" - kein Geld zu verschenken. Im Gegenteil!

Alrik wartet auf die Reaktion und den Wurf des Streuners.

Frumol nimmt den Becher entgegen und schüttelt ihn kurz. Danach hebt der den Becher ein wenig hoch und schaut auf sein Ergebnis.

Mit einem breiten Grinsen reicht er den Becher weiter. "Zweierpasch."

"Glaub ich nicht!" dröhnt Alriks volle Stimme und er hebt den Becher an.

Frumols Grinsen wird noch breite. "Dann hast Du verloren."

Auf jedem der Würfel prangen 2 Augen.

"Verdammich nochmal, der Namenlose soll Dich holen!" Flucht und nestelt an seiner Geldkatze um den nächsten Einsatz auf den Tisch zu legen.

Derweil fängt Isher breit an zu grinsen, ging der Kelch des Paschs doch an ihm vorbei.

Alrik sieht das Grinsen seines Kumpanen, greift erneut zum Becher und legt die Würfel hinein. Er führt den Becher zum Mund und scheint fast beschwörend etwas hinein zu flüstern. Dann schlägt er den Becher wuchtig auf den Tisch, schaut nur sehr kurz hinunter, grinst triumphierend und verkündet: "5er Pasch." Mit diesen Worten schiebt er den Becher vorsichtig zu Isher.

Shantalia betrachtet das bisherige Spielgeschehen amüsiert, beugt sich zu Isher herunter und flüstert ihm etwas ins Ohr. Isher lächelt kurz und deckt den Becher auf. 2 5er sind zu sehen. Murmelnd holt er einen weiteren Heller aus der Tasche, nimmt Becher und Würfel und macht seinen Wurf. Ein kurzer Blick: "54" ist sein trockener Kommentar mit dem er den Becher zu Sephyra weiter schiebt.

Diese nimmt den Becher ungerührt entgegen, wirft Isher einen bedächtigen Blick zu und würfelt. Nach einem kurzen Blick darunter und einem schmalen Lächeln meint sie: "61."

"Dürfte ich einen Blick darauf werfen?" fragt Randirion die Gauklerin gefasst Seinen Einsatz hat er bereits auf den Tisch gelegt und wartet nun darauf, dass Sephyra ihm den Becher zum Anheben zu schiebt.

"Sicher, aber warum? Glaubst du mir etwa nicht?" fragt sie mit einem spitzbübischen Lächeln und übergibt den Becher vorsichtig Randirion. Während dieser darunter schaut und die 61 enthüllt, streicht Sephyra schon mal ihren Gewinn ein.

"Nun, im Prinzip schon, doch in diesem speziellen Fall … hätte ich es wohl auch tun sollen", kommentiert der Cavalliere enttäuscht seinen Irrtum.

Und so geht das Spiel noch eine ganze Weile weiter. Die Stunden und der Wein fließen dahin; das Glück wogt anfangs gleichmäßig hin und her.

Als es schließlich spät wird, haben Frumol und der Kawaljere jeweils rund 8 Silberstücke in Kleingeld gewonnen, Sephyra geht aus dem Spiel mit "nur" rund 6 Silbertalern Gewinn hervor. Die beiden "Neuen" haben jeweils verloren.

"Tja, war schön, mit Euch den Abend zu verbringen." meint sie zu Alrik und Isher, schenkt den beiden noch ein "süßes" Lächeln und wirft, nachdem den beiden von dannen gezogen und die Wirtschaft verlassen haben, der Donna einen Blick samt flüchtigem Nicken zu und verabschiedet sich von Randirion und Frumol: "Ich werde mich jetzt zu Bett begeben. Wir sehen uns morgen früh und können dann unsere weitere Reise planen."

Mit einem herzhaften Gähnen nickt sie den beiden noch zu und ist dann schon durch dem mittlerweile fast leeren Schankraum verschwunden.

Frumol zieht sich mit einem Fuß eine leeren Stuhl heran, auf dem er seine Beide ausstreckt. Er lehnt sich gemütlich zurück.

"Ich komme gleich nach." meint er lächelnd und deutet entschuldigend auf seinen Wein, den er noch nicht ausgetrunken hat. Ihn eilig hinunter stürzen mag er in der Gegenwart Randirions nicht. Und müde ist er auch noch nicht wirklich. Vielleicht ergibt sich ja auch noch die Möglichkeit das unterbrochene Gespräch wieder aufzunehmen …

"Ich wünsche Euch eine angenehme Nachtruhe, Sephyra", verabschiedet sie der Cavalliere mit etwas schwerer Zunge. "Auch ich werde mich jetzt hinlegen." Er steckt mit einem zufriedenen Lächeln seinen Gewinn ein. "Frumol, es war ein netter Abend. Kommt, lasst Eure Gefährtin nicht zu lange warten, es ist schon spät." Er erhebt sich, nachdem er den Becher zur Neige geleert hat und wartet auf den Streuner, nicht mehr ganz sicher auf den Beinen, um mit ihm auf ihre Zimmer zu gehen.

"Keine Sorge." antwortet der Streuner. "Und du bist im unrecht: Das ist ein netter Abend!" Er ist ein wenig enttäuscht, dass der Cavalliere so wenig Durchhaltevermögen zu haben scheint, denn für Frumol fängt der Abend eigentlich erst richtig an.

Randirion verzieht sein Gesicht zu einem Lächeln. "Nun, wie Ihr meint, mon ami. Für mich jedenfalls wird es nun Zeit, mich zurückzuziehen. Morgen früh geht es weiter und man tut gut daran, den Tag ausgeruht zu beginnen", entschuldigt sich der junge Adlige. "Ich wünsche ein gute Nacht", verabschiedet er sich in die Runde und geht, um einen sicheren Schritt bemüht, durch den Schankraum auf sein Zimmer.

"Habt ihr noch Lust auf ein Kartenspiel?" fragt er Alrik und Isher.

Den beiden ist offenbar die Lust vergangen. Grummelnd verabschieden sie sich.

Etwas ratlos schaut Shantalia Alrik und Isher an, setzt Ihr zartestes Lächeln auf und sagt: "Irgendwie scheint mir in den letzten Tagen das Pech an den Hacken zu kleben, tut mir leid."

Bei sich denkt sie sich, dass es wohl das Beste ist, erst morgen außerhalb der Taverne mit Sephyra über den Ihr angedeuteten Anteil zu sprechen, hat die Donna wohl bemerkt, dass Sephyra und der Unbekannte Ihre Augenbewegungen bei den Würfen von Alrik und Isher wohl zu deuten verstanden.

"So wünsche auch ich allen Beteiligten eine angenehme Nachtruhe."

Shantalia verlässt die Taverne und wendet sich dem Stall zu. Wie tief ist sie doch gesunken, bis vor Kurzem war sie es gewohnt, in den weichsten Betten zu schlafen. Morgens, wenn sie aufwachte, hatte Ihre Kammerzofe schon den Badebottich und die frische Wäsche vorbereitet.

Wenn da nur der ekelhaft fette, permanent schwitzende Don Cassadre nicht gewesen wäre, der ein Auge auf sie geworfen hatte …

Nun ja, zu spät, es zu bereuen.

Leise schleicht sie sich in den Stall, um die Pferde nicht scheu zu machen. Im kurz hereinfallenden Mondlicht sieht sie die edlen Pferde. 'Das müssen die Shadifs sein, wie wahr, wirklich edle Rösser.'

Im Dunkeln sucht sie die Leiter zum Heuboden, flucht leise, als sie mit dem Schienbein irgendwo gegen tritt und der Schmerz sie durchfährt. Behende klettert sie nach oben und versucht so gut es möglich ist sich in der Dunkelheit ein Lager für die Nacht zu bereiten.

Kaum scheint Boron Ihr den kleinen Tod gönnen zu wollen, hört sie das Knarren des Scheunentors. Aufgeschreckt versucht sie im leichten Mondschein etwas zu erkennen. Während Ihre Augen an das Dunkel schon gewöhnt sind, müssen sich die Ankömmlinge erst noch orientieren. Sie hört leises Flüstern. Tatsächlich, das sind die Stimmen von Isher und Alrik!

"So," hört sie leise Ishers Fistelstimme, "jetzt holen wir uns unser Geld zurück. Hier stehen die drei Prachtpferde."

"Wir müssen nur noch eben unsere Sachen holen," ist Alrik zu vernehmen. wir wissen ja jetzt, wo sie stehen, in ein paar Minuten sind wir wieder da."

Sekunden darauf sind die beiden in der Nacht verschwunden. Die Donna überlegt nicht lange, klettert die Leiter wieder herunter, schleicht schnell zum Scheunentor und vergewissert sich mit einem Blick, das die beiden Halunken nicht zu sehen sind. Dann schlüpft sie hinaus und wendet sich der Taverne zu. 'Wie gut, es ist noch ein kleines Licht zu sehen.' denkt sie bei sich, als sie sich nähert. Sie versucht die Tür zu öffnen und Phex war mit Ihr, der Wirt hat noch nicht verschlossen. 'Hoffentlich hilft er mir nach unserem Disput,' denkt sie kurz bei sich, doch Zeit diesen Gedanken zu vertiefen, hat sie nicht. "Herr Wirt, schnell, sagt mir wo Eure drei Gäste sind, sie sollen bestohlen werden!"

Der Wirt schaut ziemlich verdutzt, ist er doch gerade dabei die Tageseinnahmen zu zählen, als dieses Frauenzimmer wie ein Alp vor ihm auftaucht. Zu überrascht um anders reagieren zu können deutet er auf die Treppe im Hintergrund des Raumes und sagt: "Die ersten beiden Türen."

Noch bevor er es sich anders überlegen kann ist Shantalia schon auf der Treppe und klopft an beide Türen gleichzeitig. "Donna Shantalia hier, wacht auf, Eure Pferde sollen gestohlen werden!" ist sie nicht gerade leise zu vernehmen.

Bereits beim ersten Klopfen ist Sephyra wach. Noch bevor die Stimme der Donna ganz verklungen ist, öffnet Sephyra die Tür: "Was bei Phexens …" entfährt es ihr leise. "Ach Ihr seid es. Wie, bestohlen. Die Pferde!" schlägt sich Sephyra mit der Hand vor die Stirn. Barfuß in Hose und Bluse zieht sie ihr Rapier blank, greif schnell die beiden Wurfdolche, die sie sich hinten in den Hosenbund steckt und sagt nur halblaut: "Frumol, Arbeit!", da sie weiß, welch leichten Schlaf der Streuner hat.

"Geht, weckt den Kawaljere. Wir treffen uns im Stall." Mit diesen Worten saust sie flink und nahezu lautlos die Treppe in die Schankstube hinab, hinaus in den Stall und noch im Dunkeln zu ihrer Uriella. "Psst, ganz ruhig." streicht sie ihr sanft über die Nüstern. Dann sucht sie sich ein geschütztes Plätzchen, von dem aus sei die Tür beobachten kann und wartet ruhig ab. 'Verdammt, ich hätte meine Stiefel anziehen sollen.' geht ihr dabei durch den Kopf.

Nach ca. einer Minute des Wartens hört sie ein Geräusch an der Tür, die sich langsam öffnet. Sie erkennt den Kopf des Cavalliere, der vorsichtig in den Stall lugt.

Benommen fährt Randirion hoch, hält sich den Kopf. "Zut!" flucht er leise, gerade wollte er sich nach kurzer Nachttoilette in den wohlverdienten Schlaf sinken lassen, als es heftig und laut an seiner Tür klopft. Er versteht nur "Donna … Pferde … gestohlen", doch das reicht, um ihn aus dem Bett in seine Beinkleider fahren zu lassen und nach seinem Rapier zu greifen. Mit bloßem Oberkörper reißt er die Tür auf und steht, die Klinge blank gezogen, vor der Fremden des gestrigen Abends. "Was zum Namenlosen ist los?" fragt er aufgeregt. "Was ist mit unseren Pferden?" Er blickt hektisch hinüber zur Tür von Frumols und Sephyras Zimmer.

"Alrik und Isher versuchen Eure Pferde als Ausgleich für das verloren Silber aus dem Stall zu stehlen, eilt Euch, Sephyra ist schon unterwegs. Habt Ihr eine Waffe für mich?"

"Eine Waffe? Für Euch, Madame?" Randirion ist sichtlich bemüht, den Erläuterungen der Donna zu folgen. "Nein … wartet … oh, diese verdammten canallies …" Er dreht sich ohne weitere Worte um, schlüpft in seine Stiefel, wirft sich den Wams über und legt schnell den Waffengürtel an. Das Rapier läßt er in die Scheide gleiten und greift nach seiner Balestrina. "Ich werde euch lehren, was es heißt, sich am Eigentum anderer zu vergreifen …" murmelt er zornig vor sich hin, während er an der Fremden vorbei zum Stall eilt, die Balestrina dabei schussbereit machend. "Ich rate Euch zu Eurem eigenen Wohle, Euch aus einer Kampfhandlung herauszuhalten, wenn Ihr keine eigene Waffe führt, Domna Parida", weist er die ihm folgende fremde Frau nachdrücklich an. Auf sein Rapier kann er nicht verzichten, sollte der erste Schuss, so nötig, daneben gehen und es zu einem Nahkampf kommen.

"Als wenn ich zu Hause nicht den Umgang mit einer Waffe erlernt hätte." brummelt die Donna vor sich hin. Sie schaut sich im Raum um, greift zu einem Schemel und zerschmettert ihn am Boden. Nun greift sie zu einem der abgeschlagenen Beine und wiegt ihn in der Hand. 'Immerhin, besser als nichts,' denkt sie sich und verlässt den Raum.

"Don?" Fragend schaut Shantalia in den Raum, aus dem Sephyra gestürmt kam.

Frumol, noch seinen Wein ausgetrunken hat und dann Sephyra gefolgt ist, fand das Zimmer schon dunkel vor. Gut, dass er eine Kerze aus dem Schankraum mitgenommen hat. Leise schlich er hinein, um seine Liebste nicht zu wecken. Er war gerade dabei, sich das Hemd auszuziehen, als er wild an der Türe pochte.

'So schnell, wie Sephyra aufgesprungen ist, kann sie nicht geschlafen haben', ist Frumol sich sicher. Er hört was die Fremde zu sagen hat, doch weiß er noch immer nicht was Sephyra mit ihr ausgeheckt hat. Möglich, dass das zum Plan gehört, doch so überhastet, wie Sephyra das Zimmer verlässt, will er nicht recht daran glauben. Ob die Donna eher mit den beiden Verlieren unter einer Deckte steckt und das ein Falle ist?

'Auch möglich', überlegt Frumol während er sein Hemd wieder in die Hose stopft. Er greift nach seinem Messergurt und streift ihn geschickt über. Sein Rapier schon in der Hand fällt sein Blick auf Sephyras Stiefel. 'Sie ist doch nicht wirklich barfuß unterwegs?' zweifelt er ein wenig und beschließt ihr die Stiefel hinterherzutragen.

"Ihr seid noch hier?" Er klingt etwas erstaunt, als der die Donna noch mit einem improvisierten Knüppel bewaffnet im Flur stehen sieht. Er zögert, denn was hier auch gespielt wird, ihm fehlt momentan noch der Durchblick.

"Geht voran!" weist er die Fremde an, denn er möchte diesen Knüppel nicht im Nacken spüren.

Shantalia führt ihn zum Stall wo sie gerade noch aus den Augenwinkeln Alrik und Isher verschwinden sehen.

Der Cavalliere erreicht den Stall und lugt vorsichtig hinein. Im 3/4 Dunkel ist nicht viel zu sehen.

Angespannt lauscht Randirion in die Dunkelheit. Er erwartet, hier irgendwo Sephyra ausmachen zu können, ist sich jedoch auch nicht sicher, ob die beiden Pferdediebe nicht schon auf ihn aufmerksam geworden sind.

Die Balestrina liegt schussbereit in seiner Hand.

Zwar kann Sephyra das Gesicht nicht genau erkennen, aber wer eine Balestrina trägt, kann nur der Kawaljere sein: "Psst! Hier herüber, schnell!" zischt sie Randirion zu.

"Sephyra? Aye, ich komme", antwortet der junge Adlige leise und huscht der Stimme im Dunkeln entgegen.

Da von den beiden Halsabschneidern noch nichts zu sehen ist, raunt sie dem sich nähernden Randirion zu: "Wir lassen sie rein, dann schnappen wir sie auf frischer Tat und, und, und, das wird sich zeigen."

"D'accord", antwortet der Cavalliere knapp, nachdem er sich an Sephyras Versteck in Stellung gebracht hat, und beobachtet angespannt die Stalltür.

Das stumme Nicken kann Randirion im Dunkeln nicht erkennen, allerdings hört er, wie Sephyra ein paar Mal tief durchatmet, ganz so, als würde sie sich bewusst lockern und auf einen "Drahtseilakt" vorbereiten.

Nach einigen bangen Minuten des Wartens öffnet sich die Stallmeister und wird aufgelassen, so das Isher und Alrik genug Licht haben, um Ihren Plan zu vollziehen. Im herein scheinenden Mondlicht sind sie für die Streunerin und den Cavalliere gut zu erkennen. Auch wird deutlich, dass sie, wie schon in der Taverne, keine schweren Waffen bei sich tragen.

Leise aber schnell nähern sie sich den edlen Pferden.

Wortlos tippt Sephyra dem Kawaljere auf die Schulter und hofft, dass er den Wink richtig versteht. Sie selbst schleicht sich an den Ausgang heran, achtet aber darauf, nicht in den Schein des Madamals zu geraten. Dann wartet sie kurz ab, damit der Kawaljere in Position kommen kann. Schließlich hält sie es nicht mehr aus und sagt mit einer Ruhe, die sie eigentlich nicht verspürt: "Guten Abend die Herren, so spät noch unterwegs?" Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, lässt sie kurz die Rapierklinge im Mondlicht aufblitzen und verschwindet dann wieder in der Dunkelheit des Tors. "Wenn ich nicht Alrika und Isheria aus euch beiden machen soll, um dann die Reste eures spärlichen Daseins den Bütteln zu übergeben, zieht ab und kommt nicht zurück!"

Von außerhalb des Stalls ertönt die Stimme der Donna: "Verlieren ist wohl nicht gerade Eure Stärke, hm?" Neben Ihr taucht Frumol im Madamal auf, die Situation ist eindeutig, Vier gegen Zwei.

Alrik und Isher wirken rat- und hilflos.

Frumol bemüht sich einen gewissen Abstand zwischen sich und der Donna zu halten. Keinesfalls möchte er den Verdacht erregen, sie hätten sich abgesprochen. Erst kennen sie sich nicht, dann spielen sie zusammen, und lassen schließlich den versuchten Diebstahl auffliegen …

Schließlich hat er als ehrbarer Streuner einen Ruf zu verlieren, den er keinesfalls mit dem Gerücht einer Betrügerei beflecken will.

Noch hat er keine Waffe gezogen, ist aber breit einen Dolch zu werfen.

"Pferdediebe werden hierzulande gehängt!" behauptet Sephyra leichthin. "Dann wollen wir mal …"

"Halt, wartet, tut uns nichts!" tönt die Fistelstimme. "Ihr habt uns alle Ersparnisse abgenommen, wir haben nun nichts mehr und müssen doch auch von irgendetwas leben. Wir wussten nicht, dass es Eure sind, wir sind sofort verschwunden, wenn Ihr uns lasst."

Da sie selbst noch immer im Schatten des Tors steht und und den Eingang selbst nicht versperrt, ist es nicht an ihr, eine Entscheidung zu treffen. So antwortet sie zunächst nicht und wartet wachsam auf die Reaktion ihrer Gefährten.

Die Donna hält sich ebenfalls zurück, das müssen die Besitzer der edlen Rösser entscheiden.

Mit der im Anschlag liegenden Balestrina tritt Randirion aus seinem Versteck, die Waffe auf die beiden Diebe gerichtet. "Schweig er und rede sich nicht noch weiter um Kopf und Kragen", herrscht er die beiden an. "Legt die Waffen ab und schiebt sie mit den Füßen meinen Gefährten zu", befiehlt er ihnen weiter. "Und dann die Hände über den Kopf, ich will sie sehen."

"Wir haben keine Waffen, wenn wir uns Waffen leisten könnten, würden wir nicht versuchen zu stehlen."

Da Frumol und die Donna nicht unmittelbar zusammenstehen, wäre genügend Platz, zwischen ihnen hindurch fliehen zu können. Frumol macht noch einen Schritt seitwärts zurück, so dass er keinem mehr im Weg steht.

'Wenn sie laufen, werden wir sie nicht wieder sehen', da ist sich Frumol sicher. Er selbst hat keine Lust, diesen schönen Abend mit Kampf und Blut zu ruinieren. Außerdem kennt er die Situation der Beiden nur zu gut. Aber kann nichts dafür, dass sie sich so dumm angestellt haben und erwischen ließen.

Isher und Alrik schauen sich an und fangen an die Hände über den Kopf zu heben, als Isher sich plötzlich umdreht und anfängt im Zickzack wegzulaufen. Nur eine Sekunde zögert Alrik und tut es ihm gleich.

Mit einem ironischen Lächeln senkt der Cavalliere seine Balestrina. "Da laufen sie wie die Hasen ", bemerkt er zynisch und ruft den beiden laut hinterher: "Lasst euch tunlichst nicht wieder in unserer Nähe blicken …"

Obwohl Sephyra keine Schwierigkeiten hätte, wenigstens einen der beiden vorbei eilenden Möchtegernpferdediebe mit dem Rapier aufzuspießen, tritt sie leicht beiseite und lässt Isher und Alrik passieren.

Einen verächtlichen Kommentar kann sie sich gerade noch verkneifen.

Nachdem sie verschwunden sind, entspannt und entlädt er seine Schusswaffe, während er zu seinen Gefährten hinüber geht. Er blickt Shantalia an und neigt dankend den Kopf. "Wir sind Euch zu Dank verpflichtet, Domna Parida. Hättet Ihr uns nicht geweckt, wären diese Schurken nun mit unseren Pferden auf und davon." Er schaut auf und versucht, ihren Blick einzufangen. "Wie seid Ihr überhaupt darauf aufmerksam geworden, was diese canailles planten?" fragt er sie unvermittelt.

Das die Frage Ihr äußerst peinlich ist, schafft sie nicht zu verbergen. Nervös knetet sie Ihre Hände und senkt den Blick als sie mehr flüsternd von sich gibt: "Nun wie Ihr wisst, edler Don, sind meinen finanziellen Möglichkeiten ein wenig begrenzt. So suchte ich zwecks trockenen Schlafes diesen Stall als Nachtlager auf und befand mich auf dem Dachboden, als die Beiden das erste Mal den Stall betraten. Sie sprachen sich dann ab, Ihre Sachen für die Flucht vorzubereiten und verließen den Stall wieder. Ich nutzte die Gelegenheit um Euch in Kenntnis zu setzen."

"Euer Missgeschick bewahrte uns vor Schaden, so werden wir uns zu revanchieren wissen", antwortet er ihr mit einem entschuldigenden Lächeln auf den Lippen. "Den Rest dieser Nacht sollt Ihr Euer Nachtlager in dem Gasthaus finden." Suchend blickt er sich um, geht zu seinen Pferden und vergewissert sich, dass mit ihnen alles in Ordnung ist. "Wo ist der Stallknecht? Man wird ein ernstes Wort mit dem Wirt zu wechseln haben, dass er nicht dafür Sorge trägt, die Reittiere seine Gäste bewachen zu lassen. Lasst uns ins Haus gehen und ihn zur Rede stellen."

Mit diesen Worten nickt er seinen Gefährten auffordernd zu und geht energischen Schrittes zurück zum Haus.

"Hier, ich habe Dir Deine Stiefel mitgebracht", grinst Frumol und überreicht Sephyra ihr Schuhwerk. Dann vergewissert sich auch Frumol, dass es den Pferden, insbesondere Sir Alrik und Uriella gut geht.

"Danke." lächelt sie ihn an und schlüpft behende in die Stiefel - nicht ohne sich vorher mit der Hand die Fußsohlen abzuwischen.

"Du hast Recht, wir sollten mal mit dem Wirt sprechen." stimmt er Randirion zu und ist froh, ihn nicht mehr mit Ihr und Euch anreden zu müssen. Ebenfalls ist er froh darüber, dass Randirion es übernommen hat, der Donna zu danken.

"Dann lasst uns mal schauen,was er dazu zu sagen hat."

Im Gasthaus läßt Randirion den Wirt holen und weist ihn auf die Missstände bezüglich seine Pflichten hin.

Betroffen bemüht sich dieser sogleich, die Versäumnisse zu beheben, schickt nach dem Stalljungen und bietet Donna Shantalia als Entschuldigung eine kostenlose Übernachtung in einem Einzelzimmer an.

"Ich denke, das ist akzeptabel", nimmt der Cavalliere das Angebot an und nickt Shantalia freundlich zu. "So, und damit wir morgen nicht allzu unausgeschlafen unsere Reise fortsetzen, ziehe ich mich nun wieder auf mein Zimmer zurück und versuche, für den Rest der Nacht noch Ruhe zu finden. Alles weitere besprechen wir besser morgen früh beim Frühstück." Er verabschiedet sich mit einer Verbeugung von den Anwesenden und begibt sich zum Schlafen erneut auf sein Zimmer.

Am nächsten Morgen treffen sich die Gefährten und ihre neue Bekanntschaft zum Frühstück in dem Gastraum.

Noch immer peinlich berührt hat der Wirt für die Vier ein für seine Verhältnisse reichhaltiges und sehr gutes Frühstück bereitet. Dazu bietet er Tee, Sauerbier, Wasser, Ziegenmilch und verdünnten Wein.

Shantalia sitzt schon sehr früh in der Schankstube.

Frumol und Sephyra kommen als letzte, etwas verschlafen und Händchen haltend die Treppe herunter.

Mit einem überaus gut gelaunten: "Guten Morgen, ihr beiden!" schert sie sich nicht um die Etikette, setzt sich einfach, greift sich eines der frischen Brote und reißt ein großes Stück davon ab. Mit dick Butter und Honig versehen beißt sie herzhaft davon ab und meint mit vollem Mund kauend: "Hbft üühr uuch suu guut hmmpf geschlfn?" und grinst Randirion an.

"Guten Morgen", erwidert Randirion, während er sich einen Tee eingießt und ihn mit Honig süßt. Er hat zusammen mit Shantalia bereits den aufgetischten Speisen zugesprochen und bereitet sich gerade eine zweite Scheibe Brot zu. Sephyras Versuch, sich mit vollgestopftem Mund verständlich zu machen, begegnet er nur mit einem vielsagenden Blick.

"Leider hatte Boron nicht die Güte mich lang und tief in seinen Armen zu wiegen, da ich noch immer nicht weiß, was Satinav in sein Buch für mich geschrieben hat. Es freut mich allerdings zu hören, dass Ihr wohl erholt seid."

"Ein wenig mehr Schlaf hätte nicht geschadet", meint der Cavalliere mit einem Lächeln. Um seine grün-irisierenden Augen liegt ein müder Zug. "Domna Parida, ich möchte mich noch einmal auch im Namen meiner Gefährten für Euer mutiges Eingreifen bedanken. Ohne Euch wären wir sicherlich um unsere wertvollen Tiere gebracht worden." Er schaut sie einen Moment prüfend an, bevor er weiter redet.

Tapfer hält sie seinem Blick stand.

"Ihr erwähntet gestern, dass Ihr eine Begleitung sucht, um die nächst größere Stadt zu erreichen. Alors, wir sind auf dem Weg nach Gareth und ich denke, wir sind es Euch schuldig, Euch, so Euch Euer Weg gleichfalls in diese Richtung führt, dorthin zu geleiten. N'est pas, mes amis?" Fragend blickt Randirion Sephyra und Frumol an. Er rechnet eigentlich mit ihrem Einverständnis, trotz der Auseinandersetzung, die sich zwischen den beiden Frauen ereignet hat.

"Gareth scheint mir, nach alledem was ich bisher davon gehört habe, eine Stadt zu sein, in der ich versuchen könnte, ein neues Leben zu beginnen. Ich denke nicht, dass es sicher wäre, würde ich diese Reise allein beschreiten, doch möchte ich Euch Edlen auch nicht arg zur Last fallen, habt Ihr doch gestern schon für mich gesorgt."

Als Frumol "Euch Edlen" hört, kann er sich ein lautes Auflachen nicht verkneifen.

"Hast Du das gehört? Sie will Dir nicht zur Last fallen, Randirion", scherzt er weiter, sich die Tränen aus den Augen wischend. 'Ach, was für ein kurzweiliger Morgen.'

Ein wenig verwundert/überrascht schaut die Donna ihn an, dann wendet sie sich wieder dem Essen zu.

"Na, Du hast Dich aber rasch erholt!" flüstert Sephyra ihm ins Ohr. Und weiter: "Falls wir noch nicht so schnell aufbrechen müssen, stärken wir uns nur kurz und gehen dann wieder - äh - unsere Sachen packen." grinst sie schelmisch.

Dann beißt sie schon wieder in ihr Honigbrot und nimmt einen kräftigen Schluck Milch dazu.

Randirion blickt von seinem Essen auf und schaut Frumol ernst an. "Ich war der Meinung, Frumol, wir hätten darüber gesprochen, dass Ihr Euch mit Eurem Spott ein wenig zurück haltet?" fragt er den Streuner ruhig.

'Oh weh', Frumol atmet tief durch, 'Der hat aber wirklich schlecht geschlafen!'

"Verzeiht mir." Er spricht mit ernster Mine, "Ich meinte: Sie will uns nicht zur Last fallen", und knufft Sephyra in die Seite.

Dann widmet er sich ganz seine Frühstück und wird sich in das Gespräch über ihre anscheinen neue Begleitung nicht weiter einmischen.

Den Rippenstoß mit einem Zucken zur Seite quittierend, fragt sie empört: "He, wofür war der denn?" - obwohl sie es ganz genau weiß. "Hm, nu sag schon!" fordert sie ihn auf und heraus.

"Ach, mir war grad so …", grinst er seine Freundin an.

Dann wendet sich dann sofort an die betreten dasitzende Shantalia. "Domna Parida, ich nehme an, Ihr seid nicht zu Pferde unterwegs?" will er von ihr wissen.

"Leider nein, ich musste doch sehr überstürzt aus meiner Heimat, äh …, abreisen, und ich war froh eine Schiffspassage zu bekommen. Mehr als ich trage, besitze ich nicht."

"Wie ich es mir dachte …", sinniert Randirion leise und winkt den Wirt herbei. "Guter Mann, kann er mir sagen, ob hier Reisekutschen verkehren, mit denen es der Domna möglich wäre, nach Gareth weiterzureisen?" will er von dem Gastwirt wissen.

"Es tut mir leid, werter Herr," entgegnet der Wirt, "so bedeutend sind wir dann leider doch nicht."

'Kann sie nicht auf dem Packpferd sitzen, zusammen mit unserem restlichen - äh - Gepäck?' fragt sich Sephyra in Gedanken. 'Oder ich überlasse den Großteil meiner Habseligkeiten Frumols Obhut und nehme sie bei mir mit auf Uriella …?'

Allerdings wartet Sephyra mit der Äußerung solcher Gedanken, bis dem Kawaljere nichts mehr einfällt. Er ist schließlich die Intelligenzbestie der Truppe.

"Bedauerlich", läßt der Cavalliere vernehmen. "Außerordentlich bedauerlich. So werden wir eine andere Möglichkeit finden müssen, Euch nach Gareth zu bringen." Er schaut Shantalia nachdenklich an, dann seine Gefährten. Bis Gareth werden sie noch etliche Tage unterwegs sein, es wäre weder einem der Pferde zumutbar, die ganze Strecke über zwei Reiter zu tragen, noch für Domna Parida angenehm, ohne bequemen Sattel hinten auf zu sitzen. Eine mögliche Lösung wäre, man erstünde einen weiteren Sattel … "Könnt Ihr reiten Domna?" ist seine nächste Frage an Shantalia, denn das vorauszusetzen, maßt er sich nicht an.

"Nun, es ließ sich im Hause meines Vaters, glücklicherweise, nicht vermeiden, auch die eine oder andere Reitstunde genossen zu haben. Unter normalen Umständen gebe ich, glaube ich, eine ganz passable Figur auf dem Pferd ab. Allerdings dürfte mich eine gewagte Verfolgungsjagd im Galopp etwas überfordern Ich glaube aber nicht, dass in Eurer Begleitung so etwas von nötig ist." Beim letzten Satz umspielt ein leichtes Lächeln Ihre Lippen.

"Nun, das klingt doch ganz passabel", antwortet Randirion und erwidert ihr leichtes Lächeln. "Domna Parida, ich gedenke, Euch mein Pferd zu überlassen, sollte es gelingen, einen leichten Sattel zu erstehen, so dass ich meine Shadif-Stute reiten kann. Sturmwolke ist erfahren genug, Euch sicher zu tragen." Er wendet sich dem wartenden Wirt zu und fragt diesen freundlich: "Kann er mir eine Adresse nennen, wo man hier und heute noch einen einfachen, leichten Sattel und Zaumzeug erwerben kann?"

"Nun, wir haben am Ende der Straße einen Schmied, der sich auch als Hufschmied verdingt, und der daher auch über ein kleines aber feines Angebot an Reitzeug verfügt"

"Alors, dann wird man den Meister nach dem Frühstück aufsuchen", beschließt der Cavalliere und setzt sein Morgenmahl in Ruhe fort. Dabei versucht er, bei einer Unterhaltung etwas mehr über die hier gestrandete Fremde herauszubekommen. "Ihr habt erzählt, Domna Parida, Ihr musstet Eure Heimat überstürzt verlassen." Interessiert mustert der junge Adlige seine Tischnachbarin. "Ich hoffe, Ihr verzeiht, dass ich in meiner Neugierde frage, doch woher stammt Ihr und wohin hat Euch die erste Station Eurer Reise geführt?"

"Nun, edler Don, da Ihr mir helfen wollt nach Gareth zu kommen, ist es mindestens meine Pflicht Euch zu erläutern, wie ich in diese missliche Lage kam. Geboren und aufgewachsen bin ich in Al'Anfa, und, bevor Ihr auf die Sklaverei zu sprechen kommt, für meine Herkunft kann ich nichts. Verzeiht, zu oft musste ich mich schon rechtfertigen. Und Al'Anfa hat auch schöne Seiten, alleine der absatzförmige Bau mit dem wohl einmaligem Lasten- und Personenzug …" Für einen Moment versinkt Shantalia in Erinnerungen, dann schüttelt sie kurz den Kopf. "Egal. Mein Vater ist ein nicht unvermögender Händler, meine Mutter hatte sich schon vor langer Zeit damit abgefunden, nur Mutter zu sein, und meinem Vater zu …" Sie räuspert sich: "Ähm, Ihr versteht sicherlich, was ich meine. Mein Vater neigte in seinem Privatleben zu etwas zügellosem Verhalten und meine Mutter, Boron mag sie sicher verwahren … " Bei diesen Worten schluckt sie und zögert, "Meine Mutter versuchte dies alle zu verdrängen, so dass mir nur noch das Kindermädchen blieb." Fast wirkt es so, als könne sich die Donna nach Jahren zum ersten Mal das Herz ausschütten "Nun denn, aufgrund seines Lebensstils hat mein Vater sich, obwohl nicht unvermögend, kurzfristig finanziell ein wenig übernommen Ein befreundeter Händler bot ihm Kredit, bis diese Unstimmigkeiten behoben wären Als Dank erwartete er, und mein 'Vater' stimmte dem zu, mich zu ehelichen. Bei aller Familienehre und -treue war mir der Gedanke absolut unerträglich, die nächsten Jahre oder gar Jahrzehnte, bis Boron ihn zu sich ruft, einem alten, unansehnlichen und aus allen Körperöffnungen übel riechendem Mann zu Willen sein zu müssen" Die Donna, die bis eben ihren Kopf gesenkt hatte hebt ihn an und schaut dem Cavalliere ins Gesicht. "Ihr müsst verstehen, ich bin noch jung und hab das Leben noch vor mir! So entschloss ich mich, mich dem zu verweigern." Ihre Stimme klingt nun gefestigter. "Nun, ich unterschätzte die Macht der Dublonen. Dieser Mann, der es gewohnt war alles zu bekommen, was er sich 'wünscht', sorgte dann dafür, dass ich des Mordes an seinem Lakaien verdächtigt wurde. Ich, die ich nie einen Fuß in sein Haus gesetzt habe!" Entrüstung macht sich in Ihrer Miene breit. "Ich bin mir sicher, ich wäre aus dem Schandturm nicht eher wieder hervor gekommen, als dass ich ihm mein Jawort gegeben hätte Also entschloss ich mich zu einer Schiffspassage, leider mittellos. Als ich entdeckt wurde, verdiente ich mir die Überfahrt in der Küche Das Schiff hatte seinen Endhafen in Grangor. Von dort aus zog ich mit einer Gauklertruppe mit, die aber weiter über das Land reisen wollte. Ich allerdings glaube, dass ich mich in einer größeren," Sie schaut kurz zu Sephyra ohne den geringsten Zynismus im Blick, "'zivilisierteren' Stadt besser zurechtfinden würde, bin ich doch nichts anders gewohnt."

Schwer lässt sich die Donna in Ihren Stuhl zurückfallen, atmet tief durch und wischt die trüben Gedanken mit einem Handstreich beiseite. "Was solls, das Leben geht weiter!"

"Hm, ja. Meine Brüder und Schwestern im Geiste sind stets hilfsbereit und freundlich. Man kann schließlich als fahrendes Volk nie wissen, wann man selbst auf die Großzügigkeit anderer angewiesen ist." beginnt sie. "Ansonsten hättet Ihr wohl ein schlimmes Schicksal erdulden müssen." fährt sei fort und holt tief und deutlich Luft. "Ich hätte sicher nicht mit Euch tauschen mögen." lächelt sie müde der Donna zu.

"Danke, aber Erfahrungen prägen und machen mich zu dem Menschen, der ich nun bin. Ich habe trotz meiner 'behüteten' Verhältnisse gelernt, auf mich selbst aufzupassen, das möchte ich nicht mehr missen."

"Was das Auskennen in der Wildnis betrifft, so kann ich Euch versichern, dass man dies durchaus lernen und auch lieben lernen kann. Wir zum Beispiel," sie deutet auf Frumol und sich selbst, " sind auch eigentlich 'Kinder der Stadt'. Aber wie das manchmal so ist …" den Rest überlässt sie der Phantasie.

"Nun gehe ich aber davon aus, dass Ihnen eine Prise Abenteuerlust schon in der Wiege entgegen zwinkerte?"

Überrascht von Shantalias Redseligkeit hört Randirion ihr, ohne sie mit Worten zu unterbrechen, aufmerksam zu. Ihre Offenherzigkeit scheint so groß wie der Ausschnitt ihre locker geschnitten Bluse und erlaubt auch hier tiefe Einblicke, die den Cavalliere mitunter peinlich berühren. Wann immer ihr Blick an ihm haften bleibt, versucht er ihm stand zu halten und mustert mit mitfühlender, wenn auch prüfender Miene ihr Gesicht. Ihm ist schon einiges von Al'Anfa zu Ohren gekommen, weswegen er auch gedenkt, dieser Stadt irgendwann auf seinen Reisen einen Besuch abzustatten. Shantalias Entschuldigung bezüglich der Sklaverei in den südlichen Gefilden Aventuriens bedenkt er mit einem gnädigen Nicken, die Schilderung ihre Familienverhältnisse ruft ein leichtes Kopfschütteln hervor, gefolgt von einem empörten Gesichtsausdruck, als ihr Verkauf an einen angeblich befreundeten Geschäftsmann und die heimtückische Intrige zur Sprache kommen. Ihre Flucht kommentiert er stumm mit verständnisvollem, beinahe wissendem Kopfnicken, doch die Reise von Grangor, der Stadt der Kanäle im schönen Alten Reich, hierher, in diese abgelegene Ecke Aventuriens, erregt doch sein Erstaunen. Warum hat sie sich nicht nach Vinsalt oder Kuslik begeben, wenn sie auf der Suche nach einer neuen Heimat in einer zivilisierten Stadt war? Prüfend gleitet sei Blick über ihre Gesichtszüge.

"Bei Hesinde, welch Prüfungen hat das Schicksal Euch auferlegt!" läßt er sich nun, nachdem Sephyra auf ihre Geschichte eingegangen ist, vernehmen. "Eure Flucht hat Euch wahrlich weit herum kommen lassen. Doch wie meine reizende Gefährtin schon bemerkte, das ehrenhafte fahrende Volk ist berühmt für seine großzügige Hilfsbereitschaft, Ihr könnt Euch glücklich schätzen, bei ihnen Aufnahme gefunden zu haben." Randirion rührt versonnen in seinem Tee. "Eure weitere Reise wird sich nun für Euch eine Weile ruhiger gestalten, will ich doch hoffen", meint er noch und lächelt Shantalia aufmunternd zu. "Gareth ist bald erreicht."

"Ja, es war ein einfaches Leben mit Ihnen, aber es war ehrlich, fröhlich und von gegenseitigem Respekt geprägt.

'Ist das eine Anspielung?' Frumol mustert die Händlertochter aus Al'Anfa, sagt aber nicht weiter dazu."

"Tja, aber nur dann, wenn wir auch bald aufbrechen, mein Lieber." übergeht Sephyra die leichte Schmeichelei des Kawaljere. Offenbar ist es auch ihm noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen, das bisherige Gebaren abzulegen. "Lasst uns die Sachen packen und den Schmied aufsuchen. Alles weitere wird sich - wie immer - finden." kommandiert sie.

Schnell sind alle Sachen gepackt und Sephyra vergisst, dass sie eigentlich noch 'zum Entspannen' mit Frumol nach oben wollte.

Alle sind frisch gestärkt, der Wirt gab auch das Frühstück aus, doch hofft er insgeheim diese bunte Truppe nie wieder zu sehen, zu ärgerlich war die Diskussion mit der 'Donna', und zu merkwürdig kunterbunt die anderen Drei.

So ganz einverstanden zeigt sch der junge Adlige nicht mit der Weigerung des Wirtes, für seine Dienste keinen Lohn annehmen zu wollen. Schließlich hat er Auslagen und seine Leute zu bezahlen … zumindest als kleine Anerkennung für die gute Bewirtung und die sauberen Betten legt er einen Dukaten auf die Theke, bevor er sich mit einem freundlichen "Travias Segen weile beständig über seinem Haus" verabschiedet.

Die Praiosscheibe ist klar und deutlich zu sehen und lädt dazu ein, sich nicht zu sehr in Kleidung zu verhüllen.

Im Stall beeilt der Stalljunge sich, sich zutiefst für das Missgeschick letzte Nacht zu entschuldigen und bemüht sich, sich mit seiner kranken Mutter herauszureden, die er pflegen musste.

Die Pferde sind in einem gepflegtem Zustand und mit wenigen, geschickten Handgriffen sind sie abreisefertig.

Zufrieden mustert Randirion den Zustand seiner Pferde und steckt dem jungen Mann einen Silbertaler zu, mit dem Hinweis, seiner Mutter davon wirksame Medizin zu besorgen, damit er seiner Arbeit beim nächsten Mal pflichtbewußter nachkommen kann.

Der Weg zum Schmied ist nicht weit. Hier und da schauen der bunten Truppe ein paar spielende Kinder hinterher, manch eines bewundernd, manch eines ängstlich.

Der Schmied ist ein gutmütiger, etwas korpulenter dennoch kräftiger Mann mittleren Alters mit schütterem Haar. Auf Nachfrage zeigt er den Reisenden mehrere Sättel und zeigt sich dabei äußerst fachkundig. Nach einer halben Stunde wird Einigkeit über Sattel und Preis erzielt. Für 5 Dukaten erhält der Cavalliere einen vernünftigen Sattel mit Pferdedecke und ist mit dem Kauf zufrieden.

Der Cavalliere läßt sich den Sattel noch hinüber zum Stall tragen. Sturmwolke ist gesattelt wie bisher, nur das Futteral für die Balestrina am Sattel ist leer. Randirion trägt seine Schußwaffe samt der Munition bei sich, auch wenn dies etwas unbequemer ist. Der Braune warte geduldig mit den Reisetaschen am Packsattel, daß es wieder weiter gehen kann. Langsam nähert sich der junge Adlige mit dem neu erstandenen Sattelzeug seiner schwarzen Shadif-Stute. Mißtrauisch legt diese die Ohren an, stampft unruhig  und bläht die Nüstern. Der Cavalliere schmunzelt. "Oho, sind wir wieder etwa temperamentvoll heute morgen, meine Schöne?" spricht er der Stute leise zu. "Alors, heute gilt es, ich brauche deine Dienste." Ruhig tritt er neben die festgebundene Stute und läßt mit geübten Griffen Satteldecke und Sattel auf den Rücken aufliegen. Geduldig wartet Randirion, bis das Tier sich wieder beruhigt hat, zieht dann den Gurt fest und führt die nun gesattelte Stute aus dem Stall.

Nachdem er sich vergewissert hat, daß Shantalia mühelos auf seinem erfahrenen Apfelschimmel zu sitzen gekommen ist, an dessen Sattel der Braune festgemacht ist, steigt er auch in den Sattel. Die Shadif-Stute versucht unwillig auszubrechen, doch mit ein paar gekonnten Paraden gewinnt der Cavalliere die Kontrolle über sein nervös tänzelndes Pferd. Schnaubend kommt es zur Ruhe und Randirion gibt seinen Gefährten das Zeichen, sich in Bewegung zu setzen. Vor ihnen liegen noch etliche Tagesritte, bis sie Gareth erreicht haben werden.